Mut zur Wut

Plakate gehören – allein schon ihrer Größe wegen – als Mittel der öffentlichen Kommunikation auch auf die Straße. Dorthin zurück bringt sie das Kulturamt ab dem 4. November in Konstanz. Gezeigt werden die insgesamt 30 Siegerplakate des diesjährigen Heidelberger Plakatwettbewerbs im öffentlichen Raum. Denn nur ein Plakat, das auch massenhaft angesehen wird, hat seinen Zweck letztlich erfüllt. …weiterlesen »

Ho, Ho, Ho Chi – wer?

„Ho, Ho, Ho Chi Minh“ steht in grellen Lettern auf der Straße vor dem Eingang zur Kon­stan­zer Spiegelhalle, in der das Stück „Junge Hunde“ derzeit aufgeführt wird. Die 68er skandierten einst den Namen des kommu­nis­tischen Ministerpräsidenten Nordvietnams auf Demonstrationen gegen den Vietnam­krieg, in dem die USA die Freiheit der Welt auf der anderen Seite des Erdballs, nämlich in Vietnam, zu verteidigen behaupteten. Unsere Mitarbeiterin schildert hier ihre Eindrücke. …weiterlesen »

Vom Flug der „Libelle“

Einblick in vierzig Jahre Verlagsarbeit wird das „Konstanzer Literaturgespräch“ mit dem Verleger Ekkehard Faude am 24.10. in der Spiegelhalle gewähren. Das Signet auf den Büchern der „Libelle“ steht seit der Verlags­gründung 1979 für Rundumblick und unvor­hersehbaren Zickzack-Kurs. Jahre eines ent­deckungsfreudigen Flugs, der anfangs in Konstanz, seit 1991 vom Thurgau aus grenz­über­schreitend den Kulturraum der Boden­see-Region neu konturiert hat, ohne sich auf ihn zu beschränken. Ein Blick zurück. …weiterlesen »

„Als ich mit Hitler Schnapskirschen aß“

Der 16. Tuttlinger Literaturherbst biegt in die Zielgerade ein: Am Mittwoch, 23. Oktober, liest Manja Präkels aus ihrem preisgekrönten Romandebüt „Als ich mit Hitler Schnaps­kir­schen aß“. Nach dieser musikalisch-szeni­schen Lesung beschließt am Mittwoch, 6. November, Heribert Prantl die diesjährige Lesereihe mit seinem Buch „Vom großen und kleinen Widerstand“. Der Abend mit dem Leiter des Ressorts Meinung Süddeutschen Zeitung wurde wegen der großen Nachfrage in den Großen Saal der Stadthalle verlegt. …weiterlesen »

Die Konstanzer kurz.film.spiele feiern Jubiläum

Noch vor 100 Jahren waren fast alle Filme Kurzfilme, doch heute ist der Kurzfilm zu einer eigenen Kunstform avanciert. Davon kann sich mann*frau demnächst wieder überzeugen: Vom 23. bis 27.10.2019 veranstaltet das Zebra Kino eine Jubiläums-Sonderausgabe der Konstanzer kurz.film.spiele. In einem Best of 15 Years werden die 83 besten Kurzfilme der vergangenen 15 Jahre Festivalgeschichte gezeigt. Wegen der verlängerten Ausgabe findet das Festival dieses Jahr erstmalig im Zebra Kino selbst statt. …weiterlesen »

„Rettung lauert überall“

Ende letzter Woche fand vor zahlreich erschienenen Interessierten die Buchpremiere „THEATER_STADT_POLITIK – Von Konstanz in die Welt“ im Foyer des Stadttheaters Konstanz statt. Vorgestellt wurde die Publikation auf dem Podium von den Herausgebern Christoph Nix, David Bruder und Daniel Grünauer. Mit dabei auch der Autor und langjährige SPD-Stadtrat Jürgen Leipold und Verlagsleiter Harald Müller (Theater der Zeit). …weiterlesen »

Bewegender Kinotour-Auftakt im Zebra Kino

Rund 50 Personen beeindruckte Lilith Kugler aus Konstanz am 8. Oktober im Zebra-Kino mit ihrem Film „La Maladie du Démon – Die Krankheit der Dämonen“, der an diesem Tag noch vor der bundesweiten Tour dort seine Vorpremiere feierte. Der Film beleuchtet, wie die Gesellschaft im westafrikanischen Burkina Faso mit psychisch und epileptisch erkrankten Menschen umgeht – ein seltener Blick hinter den Vorhang. …weiterlesen »

Wie Menschen nun mal sind …

Das wird dem Publikum derzeit in Ödön von Horváths Volksstück „Kasimir und Karoline“ am Theater Konstanz vorgeführt. Zenta Haerter und Christoph Nix haben den Stoff aus der Zeit zwischen den Weltkriegen in einer in wesentlichen Teilen unveränderten Fassung auf die Bühne gebracht. Gekonnt transportieren sie dabei die Spannung zwischen Jahrmarkt und grauem Alltag, zwischen guten und bösen Seiten der Figuren – zwischen Wunsch und Wirklichkeit. …weiterlesen »

Befreiung?

Einen romantischen Einschlag hat das Programm der Philharmonie im Konzil an diesem Wochenende, bei dem gleich zwei SolistInnen zu hören sein werden. Auf dem Programm finden sich neben Beethovens 5. Klavierkonzert, das an der Schwelle zwischen Klassik und Romantik steht, erzromantische Kompositionen zweier eher vergessener Meister: des Flötisten Borne sowie von Svendsen, der es immerhin als One-Hit-Wonder zu einigem Ruhm gebracht hat, wenn es darum geht, eine CD noch irgendwie vollzukriegen. …weiterlesen »

Mit Nix muss man immer rechnen

Es gibt Momente, Begegnungen, die streicht man sich noch nachträglich dick rot an im etwas schmaler gewordenen Terminkalender: „14 Uhr Nix!“. Am Tag vor der Premiere von „Kasimir und Karoline“ in der Regie von Christoph Nix und Zenta Haerter in der halbdämmrigen Ecke des Intendanten-Büros sind es 15 kompakte Minuten, die sich der Theaterchef freigequetscht hat in seinem überbordenden Zeitplan. Also direkt ran, dachte unser Autor. …weiterlesen »

Aus Polen verbannt: Die italienische Auschwitz-Gedenkstätte

Das renommierte Mailänder Architekturbüro BBPR schuf 1980 im Auftrag der italienischen Deportiertenvereinigung ANED im Block 21 des ehemaligen KZ Auschwitz eine – durch Texte von Primo Levi, Musik von Luigi Nono und Gemälden von Pupino Samonà – ungemein beeindruckende Gedenkstätte. Dreißig Jahre später entsprach das Werk nicht mehr der Gedenkstättenkonzeption der polnischen Regierung und musste, um der Zerstörung zuvorzukommen, abgebaut und rückgeholt werden. In Florenz wurde es nun wieder aufgebaut. …weiterlesen »

„Boden unter den Füssen weggezogen“

Jochen Kelters neues Buch „Sprache ist eine Wanderdüne“ macht Spass. In acht Essays und glasklaren Sätzen vermischt er Literaturwissenschaft und Autobiographisches. Dabei spart er nicht mit Kritik an den Zuständen. Interessierte der lokalen literarischen Vergangenheit können hier viel entdecken. …weiterlesen »

Ein tierisches Vergnügen

Mit der Premiere von „Franziskus – Gaukler Gottes“, einem Monolog des Literaturnobel­preisträgers Dario Fo in der Inszenierung von Axel Krauße, läutete das Theater am vergangenen Freitag leichtfüßig die neue Spielzeit ein. Fo hat historische Befunde zur Lebensgeschichte des Bettelmönches aus reichem Hause literarisch geschickt mit umbrischen Sagen verwoben und dabei ein Potpourri von Abenteuern kreiert. Renate Winkler nahm die Zuschauer des Abends mit auf diese bunte Reise und sicherte sich durch ihre Wandelbarkeit die Aufmerksamkeit des Publikums bis zur letzten Minute. …weiterlesen »

Traut euch, junge Hunde

Oh oh. Das wird spannend. Vielleicht sogar aufregend. Denn wenn Regisseur Oliver Vorwerk ab Samstag gemeinsam mit dem Jungen Theater „Junge Hunde“ in der Spiegelhalle loslässt, steht kein Langweiler auf dem Spielplan. Zu Beginn der letzten Saison von Christoph Nix realisieren sie gemeinsam den gleichnamigen Roman des Intendanten in der Ausstattung von Elena Bulochnikova und mit der Dramaturgin Anna-Lena Kühner. …weiterlesen »

Voll der Osten

So der Titel einer Ausstellung, die ab kommenden Samstag von der Volkshoch­schule Konstanz präsentiert wird und bis zum 5. Januar 2020 in der Katzgasse 7 mit ausdrucksstarken Bildern zum Besuch einlädt. Gezeigt werden Fotografien der mittlerweile fast legendären Fotoagentur Ostkreuz, die das „Leben in der DDR“ dokumentieren und die Betrachter, so hoffen die Veranstalter, mitnimmt auf eine spannende „Bilderreise“. …weiterlesen »

Literaturhighlight „Mauerläufer“

Die sechste Ausgabe des „Mauerläufer“ ist frisch erschienen. Das Herz eines jeden Literatur- und Kunstliebhabers seufzt laut auf beim Durchforsten des literarischen Jahresheftes, das es zum zweiten Mal auf die Longlist der „Schönsten Deutschen Bücher“ geschafft hat. Inhaltlich steht es dem äußeren Schein in nichts nach. Das Titelthema ist „Wahrnehmung“. Es folgt eine ebensolche im Schnelldurchlauf. …weiterlesen »

Die Wahrheit liegt auf dem Podium

Wozu eigentlich ins Konzert gehen, wenn man sich auch über einen Knopf im Ohr mit Musik berieseln lassen kann? Karoline Renner, Flötistin der Südwestdeutschen Philharmonie, beschreibt das ganz beson­dere Erlebnis, das im Konzert zwischen Musi­kern und Zuhörern entsteht. Außer­dem berichtet sie über ganz spezielle Herausforderungen ihres Berufes und den Konkurrenzkampf um Stellen. Aber warum ist sie Flötistin geworden – und wann kann der Selbstmord eines Klavieres Menschen gefährlich werden? …weiterlesen »