„Ein Orchester kann ganz schön rocken“

Ab 1. Januar 2019 übernimmt mit Insa Pijanka erstmals eine Frau die Intendanz der Südwestdeutschen Philharmonie. Was sie anders machen will als ihre Vorgänger, erklärt sie im Interview, und hat bereits eine Vision: „Wäre es nicht schön, wenn das Orchester zum Botschafter würde?“ Wer hören will, wie die Philharmonie klingt: Am 9., 11. und 14. November spielt sie im Konstanzer Konzil ein romantisches Programm „Umstritten“ mit Werken von Carl Maria von Weber und Johannes Brahms. …weiterlesen »

Ein Schlag mit dem Essstäbchen zur Mittagsstunde

Das Schlagzeug in all seinen Ausprägungen wird in der abendländischen Kunstmusik – anders als im Jazz – traditionell eher stiefmütterlich behandelt. Eine eigenständige Rolle gewann es eigentlich erst im 20. Jahrhundert. Am Sonntag präsentiert die Reihe High Noon Musik 2000+ das Trio „We Spoke“. Dessen drei Musiker pflegen ein weites Verständnis von Schlaginstrumenten, denn in ihrem Werkzeugkoffer bringen sie einige ausgefallene Gegenstände mit, bei denen man nicht zwingend an Schläge denkt. …weiterlesen »

Von Räten und Revolutionären

Das neueste Buch des Regional-Historikers Karl Schweizer aus Lindau erinnert an die November-Revolution 1918 und die Räterepublik 1919 in der Bodensee-Region – eine der wenigen Arbeiten, die sich dem historischen Datum vor 100 Jahren widmen. Das 208-Seiten-Buch erzählt mithilfe zahlreicher Zitate aus Polizeiakten und Zeitungsartikeln präzise von dem kurzen Aufflackern revolutionärer Ideen, vor allem aber von ihrem Scheitern. In Lindau und anderswo am Bodensee. …weiterlesen »

Seelenstriptease einer Frau

Eigentlich hätte Neil LaBute „Betrogen“ inszenieren sollen, so steht es zumindest im Spielplan des Theaters. Dann kam aber das Angebot, eine Netflix-Serie zu schreiben. Dafür inszeniert jetzt Didi Danquart „Von Mäusen und Menschen“ und Neil LaBute kommt trotzdem: als Autor des Monologs „Eine Art Liebeserklärung“ – ein starkes Stück mit einer ausdrucksstarken Frau. …weiterlesen »

Die Magie der weichen Dinge

Regisseur Didi Danquart ist mit seiner Verfilmung von „Goster“ gerade am Grimme-Preis vorbei geschlittert. Er inszeniert nun am Theater. In Konstanz bringt er das Stück „Von Mäusen und Menschen“ auf die Bühne und bringt damit eine amerikanische Geschichte in seine Heimatstadt Singen. Es ist ein Stück über Außenseiter, Träume und das Scheitern. …weiterlesen »

Illustratoren aus aller Welt zeichnen das Theater

Wie kommen Künstler aus Brasilien, dem Iran, dem Libanon, und den USA an den Bodensee? Auf Umwegen. In diesem Fall über die Arabischen Emirate. Auf einer internationalen Kinderbuchmesse trafen sich die Künstler, die nun im Wasserturm ausstellen und somit eine Hommage an den pensionierten Konstanzer Schauspieler Hans Helmut Straub geben. Noch bis zum 10. November zeigen sich hier wunderschöne, feine Illustrationen zum Thema „Theater“. …weiterlesen »

Das bohèmistische S U B J E K T I V

Am vergangenen Freitag war Vernissage der Ausstellung „Das bohèmistische Subjektiv“ mit sechs Konstanzer Künstlerfreunden im Turm zur Katz. Die Arbeiten sind dort noch bis zum 11. November in der dritten und vierten Etage zu sehen. Aufgrund der mehrfachen Nachfrage veröffentlichen wir die Eröffnungsrede unserer Kollegin Veronika Fischer im Wortlaut. …weiterlesen »

Jour fixe auf der Meersburg

Die Ravensburger Schriftstellerin Katrin Seglitz stellt gemeinsam mit syrischen Geflüchteten das Buchprojekt „Meine traurige Heimat“ vor: „Meine traurige Heimat war das schönste Land der Welt. Jetzt ist es das Unglücklichste.“ So beginnt ein junger Syrer seine Erzählung über Aleppo. Er ist Teilnehmer eines Sprachkurses in Ravensburg. Seine Worte werden zum Titel eines Erzählprojekts, das die Schriftstellerin Katrin Seglitz initiiert hat. …weiterlesen »

Warum der Verfassungsschutz aufgelöst gehört

Der Rechtsextremismusexperte Hajo Funke sieht im deutschen Verfassungsschutz (VS) ein Sicherheitsrisiko für Staat und Gesell­schaft. Die Staatsaffäre um das V-Mann-Desaster habe das ganze Ausmaß der syste­ma­ti­schen Verstrickungen des Inlands­geheimdienstes in die neonazistische Szene und das Umfeld des NSU-Trios gezeigt. Eine unendliche Geschichte von struktureller Unterstützung der rechten Szene, Behin­de­rung der Aufklärung und Aktenvernichtung zur Vertuschung möglicher Erkenntnisse darüber, was der VS aus dem Umfeld des NSU-Trios und dessen Netzwerk wusste, befördert und billigend in Kauf genommen hat. …weiterlesen »

Die Reis‘: Szenischer Aufruf zur Solidarität

Beeindruckende Uraufführung des neuen Zahner-Stückes „Die Reis’“ in Singen – die Scheffelhalle erweist sich als fulminante Kulisse – Vater und Sohn spielen Vater und Sohn – Plädoyer gegen Ausgrenzung und Verfolgung bietet Parallelen zur Politik der Gegenwart – tolle Schauspieler-Leistung, ideenreiche Inszenierung und originelles Bühnenbild – ein rundum gelungener Premieren-Abend. …weiterlesen »

Das Theater zeigt, was es hat und kann

Fast schon traditionell – das Theaterfest zum Auftakt der neuen Spielzeit in Konstanz. Dann brummt der Münsterplatz, dann wieseln die BesucherInnen durch Werkstätten und Requisite, dann präsentieren sich die SchauspielerInnen in zumeist ungewohnten Rollen. Und die PassantInnen ruhen sich auf den Bierbänken aus, applaudieren den KünstlerInnen und klatschen im Takt zur Country-Music. Ja, das Theater ist längst in der Stadt angekommen. …weiterlesen »

NUN ist es wieder soweit

Vor einem halben Jahr starteten zwei Grafikerinnen aus Konstanz ihr Herzensprojekt: ein grenzübergreifendes, kostenloses Magazin in Konstanz und Kreuzlingen: Das NUN. Manch einer fragte sich, ob sich das Konzept langfristig trägt. Soeben ist die zweite Ausgabe erschienen. Die Resonanz? Riesig! …weiterlesen »

Neues vom Scala-Film

(hr) Douglas Wolfspergers Film „Von Windeln verweht“ über den Niedergang des Konstanzer Scala-Kinos steht in den Startlöchern. Die Uraufführung wird bei den 52. Internationalen Hofer Filmtagen (23. bis 28.10.) stattfinden. Wenige Tage später ist der Film dann im Wettbewerb der 40. Biberacher Filmfestspiele (30.10. bis 4.11.) zu sehen. Die erste Premiere in unserer Region also. Der allgemeine Kinostart, unter anderem mit Premieren in Konstanz und Kreuzlingen, ist für Januar 2019 geplant. Man darf schon mal gespannt sein.

Eine Reis‘ ins Jenische

Niemand weiß so recht, warum gerade Singen zum Zentrum für Jenische wurde. Auch Gerd Zahner nicht, der mit „Die Reis’“ dem fahrenden Volk jetzt ein dramaturgisches Denkmal setzt. Das Schauspiel erlebt am kommenden Freitag seine Uraufführung an symbolträchtiger Stätte – in der Scheffelhalle zu Singen, die auf jenischem Gelände stehen soll. …weiterlesen »

Hilfe, die durchgeknallten Russen kommen

Regisseur Andrej Woron hat eine ihm sehr eigene Handschrift. Grell, laut, pornografisch, skurril. Wer das nicht mag, wird kein Freund von „Hundeherz“. Woron-Fans hingegen müssen umgehend zur Spielzeitstart-Inszenierung in die Konstanzer Spiegelhalle. „Hundeherz“ ist – wie so häufig bei Woron – hervorragend. …weiterlesen »

Der Gott der schlechten Laune

Das Warten hat ein Ende – endlich wieder Theater! Denkt man, doch die erste Premiere der neuen Spielzeit am Konstanzer Stadttheater macht dann genau das zum Thema. Mit „Warten auf Godot“ inszeniert Intendant Christoph Nix einen Klassiker und stellt damit die Frage: Worauf warten wir heute? …weiterlesen »

Der Zwischenturm

Der Konstanzer „Turm zur Katz“ hat seit Anfang des Jahres ein neues Konzept. Aus dem ehemaligen Bildungsturm wird nun ein Zentrum für Kunst und Gestaltung. Momen­tan befindet sich das Projekt in der Findungs- und Experimentierphase – „Zwischen zwei Türmen“ also. So auch der Titel der aktuellen Ausstellung. Noch bis zum Ende der Woche kann man Arbeiten von Boris Petrovsky und Nikolaus Troxler sehen, danach wird Platz gemacht für lokale und internationale Projekte. …weiterlesen »