Literaturhighlight „Mauerläufer“

Die sechste Ausgabe des „Mauerläufer“ ist frisch erschienen. Das Herz eines jeden Literatur- und Kunstliebhabers seufzt laut auf beim Durchforsten des literarischen Jahresheftes, das es zum zweiten Mal auf die Longlist der „Schönsten Deutschen Bücher“ geschafft hat. Inhaltlich steht es dem äußeren Schein in nichts nach. Das Titelthema ist „Wahrnehmung“. Es folgt eine ebensolche im Schnelldurchlauf. …weiterlesen »

Die Wahrheit liegt auf dem Podium

Wozu eigentlich ins Konzert gehen, wenn man sich auch über einen Knopf im Ohr mit Musik berieseln lassen kann? Karoline Renner, Flötistin der Südwestdeutschen Philharmonie, beschreibt das ganz beson­dere Erlebnis, das im Konzert zwischen Musi­kern und Zuhörern entsteht. Außer­dem berichtet sie über ganz spezielle Herausforderungen ihres Berufes und den Konkurrenzkampf um Stellen. Aber warum ist sie Flötistin geworden – und wann kann der Selbstmord eines Klavieres Menschen gefährlich werden? …weiterlesen »

„Wir sind ein waaahnsinnig liebes Orchester!“

Was tun eigentlich OrchestermusikerInnen den ganzen Tag? Unter einem tyrannischen Dirigenten proben, bis die Finger bluten? Von einer Solistenkarriere auf den großen Konzertpodien dieser Welt träumen? Wie ist das überhaupt, Musikerin zu sein und seine Leidenschaft zum Beruf zu machen? Karoline Renner, seit 25 Jahren Flötistin der Südwestdeutschen Philharmonie, berichtet aus einem ungewöhnlichen Berufsalltag, der (gar nicht so) anders ist als der „normaler“ Menschen. …weiterlesen »

Forever young

So ganz weiß man nie, welche Überraschun­gen die Konzertreihe HighNoon 2000+ als nächstes bereithält. Zum Start in die neue Saison geht es jedenfalls am Sonntagmittag um die Suche nach der ewigen Jugend. Unter dem Titel „Chemistry: Lab“ kämpfen vier Wissenschaftlerinnen (gerade rechtzeitig vor Semesterbeginn!) in einer Inszenierung mit Musik, Text und Schauspiel höchst kurzweilig den Kampf ihres Lebens, musikalisch geleitet von Musik, die nicht minder experimentell ist als der Kampf ums Elixier. …weiterlesen »

Klau‘ mich (nicht)!

Als Beitrag zum Aktionsjahr „Mehr Akzeptanz und gleiche Rechte“ stellt die Ausstellung „Raum für …! Unboxing Heteronormativität“ die Frage, wer wie lieben darf. Wie bitte? Gibt es etwa Liebesverbote und mehr als bloß Frau oder Mann? Wer sich auf solche Fragen einlässt, findet im Bürgersaal während der Öffnungszeiten überraschende Antworten. Die Präsentation ist derart anregend, dass bei einer Vorpremiere in der Uni-Bibliothek prompt einige Sex-Spielzeuge geklaut wurden. Viel Spaß (auch) damit … …weiterlesen »

Theater ums Theater, seit 400 Jahren

Konstanz und sein Theater – kein konfliktfreies Verhältnis, und das nicht erst in jüngerer Zeit. Schauspiele kennt man zwar schon im Mittelalter, aber regelmäßige Aufführungen? Ein festes Haus fürs Theater? Das etablieren erst die Jesuiten Anfang des 17. Jahrhunderts in der Stadt. 400 Jahre später Anlass, ein großes Jubiläum zu feiern, damals kein Grund zur Freude: Am liebsten hätten die Konstanzer die Jesuiten gar nicht aufgenommen. …weiterlesen »

Ein Klassiker der jiddischen Literatur

Susanne Klingenstein präsentiert ihre Neuübersetzung des Romans „Die Reisen Benjamins des Dritten“ von Scholem Jankew Abramowitsch. „Ein großer Klassiker, eine herrliche Satire, ein jüdischer Don Quijote“, so kündigt der Hanser-Verlag das berühmteste und jetzt von Susanne Klingenstein neu übersetzte Werk „Die Reisen Benjamins des Dritten“ von Scholem Jankew Abramowitsch an. Zu Gast ist sie damit kommende Woche in Konstanz und Singen. …weiterlesen »

Das Musikvideo zur Klimadebatte

(hr) „von Welt“, eine junge Formation von Deutschrockern aus dem Schwarzwald, hat in Kooperation mit Greenpeace das Musikvideo „Zerstöre mich“ produziert. Sehens- und hörenswert, und ein bemerkenswerter Beitrag zur aktuellen Diskussion. Die Truppe sorgte schon vor rund drei Jahren in Konstanz für Aufsehen. Hier geht es zum damaligen Bericht auf seemoz: Konstanzer Bürgeramt will kein Ramba Zamba.

Kunst als Weltsprache

Remark nennt sich ein Kollektiv von Kunstschaffenden in Konstanz, dessen Mitglieder mit ihren Werken und Darbietungen die tiefgreifenden Erfahrungen schöpferisch thematisieren, die Menschen mit Flucht und Migration machen. Vom 23. bis zum 25. August präsentieren die Remark-KünstlerInnen im Saal der Neuwerk-Genossenschaft in der Oberlohnstraße der Öffentlichkeit ihr malerisches, musikalisches, fotografisches und lyrisches Schaffen. …weiterlesen »

Verein Theater in Afrika e.V. sagt „Danke“

Die Schauspielerinnen und Schauspieler der erfolgreichen Konstanzer Inszenierungen Foottit & Chocolat im Zirkuszelt (Foto) und Katharina Knie auf der Freilichtbühne haben nach den Vorstellungen Spenden für den Verein Theater in Afrika e.V. gesammelt. Es ist eine beträchtliche Summe in Höhe von fast 18.000 Euro zusammengekommen. …weiterlesen »

Ein großes Herz für die Literatur

Am kommenden Sonntag, 28. Juli, feiert der Autor und Verleger Beat Brechbühl seinen 80. Geburtstag. Für sein schriftstellerisches Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Preis der Schweizerischen Schillerstiftung, dem Bodensee-Literatur­preis, dem Kulturpreis des Kantons Thurgau und dem Buchpreis der Stadt Bern. Eine Würdigung seines Freundes und Kollegen Jochen Kelter. …weiterlesen »

Galerie mit Nebenwirkungen

„selbst“, so der Titel der Ausstellung, ist nun schon die 7. Werkschau des inklusiven Kunst-Projekts in Kooperation mit der Konstanzer Stadtbibliothek. Die sehr persönlichen Arbeiten sind nicht verkäuflich, sondern wollen eher im Sinne einer Anregung verstanden werden. Sehenswert sind die Kunstwerke, darunter Selbstporträts, Marionetten und Puppen in der „Galerie mit Nebenwirkung“ allemal. …weiterlesen »

Auf der Suche nach Freiheit

Am 22. Mai 1939 – in diesen Tagen vor rund 80 Jahren – hat sich der Dichter, Revolutionär und Antifaschist Ernst Toller in einem New Yorker Hotel sein bewegtes und so endlos wertvolles Leben genommen. Mit Hilfe seiner Sekretärin hatte er für eine Reise nach Europa die Koffer bereits gepackt. Als sie aus einer kurzen Mittagspause zurückkehrte, hatte er sich erhängt. Hier eine Erinnerung an einen außerordentlichen Menschen. …weiterlesen »

Arme Nazis!

Als Nazi hatte man wenig Spaß an der Musik: Man musste dem Volk beliebte Stücke verbieten, weil sie „verjudet“ seien, und dann auch noch fleißig Dokumente fälschen. Mit einem allerdings hatten die Nazis damals leichtes Spiel: Mendelssohn Bartholdy war schon vom Frühnazi Richard Wagner derart verrissen worden, dass man ihn leicht als musikalischen Unfall abtun konnte. Dass er das nicht ist, zeigt am 21. Juli 2019 eine Aufführung des mendelssohnschen „Elias“ in der Konstanzer Stephanskirche. …weiterlesen »

Einer für alle …

seemoz berichtete bereits im Vorfeld über Gerd Zahners neuesten Theaterstreich „10 Plus. Kette und Schuss“, der aktuell im Vereinsheim der Radsporthalle Konstanz zu bestaunen ist. Zahner zeichnet darin Aufstieg und Niedergang des in Blumberg im Schwarzwald geborenen FC Bayern-Spielers Dieter „Kuli“ Koulmann nach, dem sein Fußballtalent zum Ruhm verholfen und die Alkoholsucht sowie die Kapitalisierung des Fußballs den Abstieg beschert haben. Wolfgang Hagemanns Inszenierung der Ein-Mann-Geschichte ist trotz einiger Ecken und Kanten durchweg vielversprechend. …weiterlesen »

Steht das Stadttheater vor einer Totalsanierung?

Nicht erst seit der zähen Diskussion um den maroden Lastenaufzug stellt sich die Frage, ob der ehrwürdige Kulturtempel so noch länger bespielbar ist. Um den Betrieb auf lange Sicht aufrecht zu erhalten und auch die Arbeitsverhältnisse zu verbessern, müsste viel Geld in die Hand genommen werden – von mehreren Millionen Euro ist die Rede. Das treibt auch die Konstanzer Theaterfreunde um, deren Überlegungen wir hiermit im Wortlaut dokumentieren. …weiterlesen »

Traumleserin, Sprachspielerin

Ein Prosa schreibender Lyriker hat jüngst erklärt, Romanciers bauten ihre Romane durch die Handlung auf, Lyriker mit der Sprache. Sprache in all ihren Varianten ist auch zentral im Oeuvre der in Mailand geborenen, in Bern lebenden Donata Berra. Nicht die Idee, der Gedanke stünden am Anfang ihrer Gedichte, zitiert Pietro de Marchi sie in seinem Nachwort, vielmehr das „Wort“, „ein aufgefangener Satzfetzen“, „eine Emotion“, seien der „Kern“, der Nukleus eines sprachlichen Gebildes, von dem man am Anfang noch nicht wisse, ob und wohin es sich beim Schreiben entwickle. …weiterlesen »