Arme Nazis!

Als Nazi hatte man wenig Spaß an der Musik: Man musste dem Volk beliebte Stücke verbieten, weil sie „verjudet“ seien, und dann auch noch fleißig Dokumente fälschen. Mit einem allerdings hatten die Nazis damals leichtes Spiel: Mendelssohn Bartholdy war schon vom Frühnazi Richard Wagner derart verrissen worden, dass man ihn leicht als musikalischen Unfall abtun konnte. Dass er das nicht ist, zeigt am 21. Juli 2019 eine Aufführung des mendelssohnschen „Elias“ in der Konstanzer Stephanskirche. …weiterlesen »

Einer für alle …

seemoz berichtete bereits im Vorfeld über Gerd Zahners neuesten Theaterstreich „10 Plus. Kette und Schuss“, der aktuell im Vereinsheim der Radsporthalle Konstanz zu bestaunen ist. Zahner zeichnet darin Aufstieg und Niedergang des in Blumberg im Schwarzwald geborenen FC Bayern-Spielers Dieter „Kuli“ Koulmann nach, dem sein Fußballtalent zum Ruhm verholfen und die Alkoholsucht sowie die Kapitalisierung des Fußballs den Abstieg beschert haben. Wolfgang Hagemanns Inszenierung der Ein-Mann-Geschichte ist trotz einiger Ecken und Kanten durchweg vielversprechend. …weiterlesen »

Steht das Stadttheater vor einer Totalsanierung?

Nicht erst seit der zähen Diskussion um den maroden Lastenaufzug stellt sich die Frage, ob der ehrwürdige Kulturtempel so noch länger bespielbar ist. Um den Betrieb auf lange Sicht aufrecht zu erhalten und auch die Arbeitsverhältnisse zu verbessern, müsste viel Geld in die Hand genommen werden – von mehreren Millionen Euro ist die Rede. Das treibt auch die Konstanzer Theaterfreunde um, deren Überlegungen wir hiermit im Wortlaut dokumentieren. …weiterlesen »

Traumleserin, Sprachspielerin

Ein Prosa schreibender Lyriker hat jüngst erklärt, Romanciers bauten ihre Romane durch die Handlung auf, Lyriker mit der Sprache. Sprache in all ihren Varianten ist auch zentral im Oeuvre der in Mailand geborenen, in Bern lebenden Donata Berra. Nicht die Idee, der Gedanke stünden am Anfang ihrer Gedichte, zitiert Pietro de Marchi sie in seinem Nachwort, vielmehr das „Wort“, „ein aufgefangener Satzfetzen“, „eine Emotion“, seien der „Kern“, der Nukleus eines sprachlichen Gebildes, von dem man am Anfang noch nicht wisse, ob und wohin es sich beim Schreiben entwickle. …weiterlesen »

Dicke Luft im Zebra Kino: Spender gesucht

Das Zebra Kino in der Konstanzer Cherisy-Kaserne braucht frische Luft. Der Kinosaal muss dringend eine Klimaanlage bekommen. Eine enorme Investition in das Überleben von anspruchsvollem Kino in Konstanz. Die BetreiberInnen des beliebten Kinos, das sich längst etabliert hat in der Cineastenszene, können die benötigte Summe nicht alleine aufbringen und wenden sich nun an die Öffentlichkeit mit der Bitte um finanzielle Unterstützung. …weiterlesen »

Auf der Suche nach dem Tao

Im zweiten Teil unseres Gesprächs mit Patrick Manzecchi geht es um große Namen, die Türen öffnen, um die überragende Bedeutung der „Seekuh“ für die Konstanzer Musikszene und um musikalische Erinnerungen, die bis in die Zeit des letzten Weltkrieges zurück­reichen. Was war gestern, was ist heute? Eine Ahnung proustscher Wehmut schleicht sich in das Gespräch, als die Sonne unterzugehen beginnt und die Gedanken von der klar konturierten Vergangenheit zur schwer fasslichen Gegenwart schweifen. …weiterlesen »

Ich will auch einen Klodeckel zum Klingen bringen

Patrick Manzecchi, der gerade seinen 50. Geburtstag feierte, vorzustellen, hieße offene Türen nach Athen zu tragen. Wir wollten uns mit ihm über Gegenwart und Zukunft des Jazz, über seine musikalischen Wurzeln und die üblichen Interviewthemen unterhalten. Herausgekommen ist ein einfühlsames Gespräch über die Tiefen und Untiefen des Lebens, über Humor und Empfindung, über Gefühle und Erinnerungen und das lebenslange Brodeln, das Menschen in sich verspüren, die ihren ganz eigenen Weg suchen. …weiterlesen »

Das Leben ist (k)ein Bällebad

„Guten Tag, guten Tag, ich will mein Leben zurück“ singen „Wir sind Helden“ auf ihrem Album „Die Reklamation“. Wer will das nicht manchmal – sein Leben umtauschen gegen eine „neue Version“? Die beiden Hauptfiguren aus Ingo Putz‘ Inszenierung von Aristophanes „Die Vögel“, aktuell am Theater Konstanz zu sehen, würden das auch gerne tun. Daher ziehen die beiden Athener Dasgehtdireinscheißdreckan (famos – Sylvana Schneider) und Fickdichinsknie (herrlich komisch – Sepp Klein) los, um ihr persönliches Paradies im Reich der Vögel zwischen Himmel und Erde zu finden. …weiterlesen »

NewKammer 2.0

Um die neue und neueste Musik machen Musik- und InstrumentallehrerInnen gern einen großen Bogen. Sie gilt schon für Erwachsene (ein paar erkennbar Gestörte einmal ausgenommen) als unspiel- und unhörbar, und das macht sie für Jugendliche vermeintlich gänzlich ungeeignet. Dass dem nicht so ist, beweist die Reihe „HighNoon“ am nächsten Sonntag mit dem zweiten Jugendkonzert, in dem mindestens eine Uraufführung zu erleben ist. Auf dem Programm steht in den letzten Jahren entstandene Kammermusik. …weiterlesen »

Nicht mehr Springerstiefel und Glatze, sondern Sneakers und Undercut

Kürzlich war Christian Fuchs, Journalist und Mitautor des Buchs „Das Netzwerk der Neuen Rechten“, im St.Galler Palace zu Gast. Klar ist: Die neuen Rechten haben wenig gemeinsam mit den tumben Neonazis von früher. Mit ganz oben im aktuellen Ranking: Die rechtsextreme „Identitäre Bewegung“ (IB), die auch in Konstanz für mehrere rassistische Aktivitäten verantwortlich gemacht wird, und deren „Ortsgruppenleiter“ bei einer Konstanzer Firma beschäftigt ist. …weiterlesen »

Once Upon a Time

Im zweiten Teil unseres Gesprächs mit Thomas Bohnet geht es um den FC Bayern, um München, um die Leiden und Freuden eines alten DJs und Konzertveranstalters und darum, warum es wirtschaftlich keinen Sinn macht, Bands wie die „Rolling Stones“ anzuheuern. Außerdem geht es um Céline Dion (ähbäh), des DJs Lieblingspublikum, Freundschaften in der Musikbranche, um „Herr Lehmann“ – sowie darum, wie 14-jährige Söhne ihre Väter davor retten können, sich in aller Öffentlichkeit zu blamieren. …weiterlesen »

I Will Rock You

Dieses Gespräch ist eins von der Sorte „Früher war alles besser“: Zwei alte weiße Männer unterhalten sich über Dinge, von denen Menschen wie Du, der Du nicht mehr unter dem Kaiser … Aber lassen wir das. Ein Gespräch mit Thomas Bohnet, heutzutage in Konstanz vor allem als DJ mit seiner „Tour de France“-Reihe im K9 populär, über Vergan­gen­heit und Gegenwart der Konstanzer Musikszene, über Moden und ewige Werte. Und darüber, wie die „Einstürzenden Neubauten“ beinahe mal die Uni lahmgelegt hätten. …weiterlesen »

Acht auf einen Streich

Das Zelt neben dem Bofo, das „Lustschloss“, in dem die Südwestdeutsche Philharmonie im Juli zuhause ist, bietet einige populäre musi­ka­li­­sche Attraktionen. Neben Glamrock in Erinnerung an „Queen“ und den unvergess­lichen Freddie Mercury gibt es das umwer­fen­de Blasoktett SeppDeppSeptett und einen ganzen Tag Classical Slam mit MusikerInnen der Philharmonie. Im Saisonabschlusskonzert werden unsere PhilharmonikerInnen mit Bizets „Carmen“ dann noch einmal alles geben, ehe das Zelt wieder abgebaut wird. …weiterlesen »

Große Bühne für ein kleines Instrument

Am Freitag und Samstag gibt es in Konstanz ein rauschendes Festival für ein unscheinbares Instrument, das hierzulande noch immer Seltenheitswert hat, für seine Fans aber Kultstatus besitzt. Das 5. Konstanzer Festival „Lake a Lele“ bringt am Wochenende die Ukulele groß heraus, eine kleine Gitarre, die es irgendwie als das Instrument der Südsee überhaupt ins öffentliche Bewusstsein geschafft hat. Bei diesem Wetter ist sie damit genau der richtige Star für einige große Auftritte. …weiterlesen »

Peuckmann und die Freiheit des Wortes

Am Mittwoch las Heinrich Peuckmann in der Spiegelhalle aus seinen Werken. Er ist nicht nur ein unverkennbar seiner Heimatregion verbundener Schriftsteller, sondern auch ein kritischer Geist, der immer wieder seinen Finger in Wunden legt. Der höchst produktive Schriftsteller, der Romane, Krimis, Erzählungen. Gedichte, Hörspiele und Essays verfasst hat, ist aktueller Generalsekretär des PEN-Zentrums Deutschland und versteht sich seit jeher als ein Verteidiger der Freiheit (nicht nur) des Wortes. …weiterlesen »

Die Philharmonie wird Schlossbesitzerin

Seit ein paar Tagen steht es da am Seerhein neben dem Bofo: Das Lustschloss, ein je nach Tageszeit mal quietsch- und mal samtrotes Zirkuszelt, in dem im Juli die Konstanzer Philharmonie ihre künstlerische Heimat haben wird. Der Auftakt ist geheimnis­um­wittert: „Daheim – Eine Odyssee“ ist ein seit dem letzten Herbst unter anderem von Oliver Wnuk zusammen mit Schülern geschriebenes Stück mit viel Musik für rund 600 Menschen, das hier am 4. und 5. Juli erstmals über die Bühne gehen soll. …weiterlesen »

Pflegenotstand in der Villa Wunderbar

Für viele kleine (und manche großen) Kinder ist es jedes Jahr wieder ein Höhepunkt in ihrem musikalischen Kalender: Das selbst geschriebene Kindermusical, das Nadja Adam von der Musik-Insel mit ihrer Affenbande und vielen weiteren Mitwirkenden auf die Bühne stellt. Am 6. und 7. Juli ist es wieder so weit: 140 Menschen zwischen 4 und 80 Jahren sind dabei, wenn es in der „Villa Wunderbar“ um das Thema Alter und Pflege geht. Wie immer gibt es Gesang, Tanz, Schauspiel, Live-Musik – und viel Spaß. …weiterlesen »