It’s the technology, stupid!

Warum erhalten Krankenschwestern und Pflegekräfte für ihr momentanes (auch noch riskantes) Schichtschuften in Krankenhäusern, Alten- und Pflegeheimen, ambulant und stationär, nicht runde 9.000 Euro extra? Ohne viele Worte und ganz ohne Balkon-Klatschen. Einfach 9.000 Euro. Ob sie eventuell 500 oder 1500 Euro Sonderzahlung erhalten — das wird von der Politik hin und her gewendet. Der Autobauer Porsche ist da schneller: Seine gut 35.000 Beschäftigten erhalten diesen Bonus für ihre Arbeit in 2019; plus 700 Euro für die Altersvorsorge. Gratulation! Geschätzt etwa das Dreifache eines durchschnittlichen Pfleger-Bruttogehaltes. Warum nur die einen und die anderen nicht? …weiterlesen »

Zeit für ein Umdenken im deutschen Strafvollzug?

Die Corona-Epidemie hat das Land fest im Griff. Die behördlich verordnete Isolation, mit der die Infektionsrate gedrückt werden soll, belastete viele schneller und vor allem stärker, als sie sich das vorher vermutlich vorstellen konnten. Unser Autor hofft, dass diese schmerzliche Erfahrung jäh verlustig gegangener Freiheiten auch ein gesellschaftliches Nachdenken über den Umgang mit Strafgefangenen auslösen wird. …weiterlesen »

Welches Danach wollen wir?

„Diskussionsimpuls“ nennen mehrere VerfasserInnen, darunter der Konstanzer Verkehrswendeaktivist Hendrik Auhagen, einen Text, der sich mit den politischen Konsequenzen aus der Corona-Krise beschäftigt. Das auch von etlichen Leuten aus der Region unterzeichnete Papier plädiert dafür, das „gegenwärtige Innehalten“ für eine Diskussion über „eine positive Perspektive“ zu nutzen. Wir stellen es hier zur Debatte. …weiterlesen »

Warum das Einzäunen geflüchteter Menschen rassistisch ist

Für heftige Diskussionen sorgte über Ostern die Abriegelung der Geflüchteten-Unterkunft in der Luisenstraße durch die Stadt­verwaltung. Nicht wenige KritikerInnen des wegen der Corona-Infektion eines Bewohners angeordneten kollektiven Freiheitsentzugs warfen den Verantwortlichen institutionellen Rassismus vor. Unsere Kolumnistin erläutert, warum sie den Vorwurf für begründet hält und was stattdessen nötig wäre. …weiterlesen »

Auch die Solidarität bleibt daheim

Die Sorge um die Mitmenschen bleibt lokal, das politische Handeln national: Die Solidarität, auf die sich europäische Gesellschaften derzeit einschwören, findet in altbekannten Mustern statt. Sie offenbart Verlogenheit und doppelte Standards. In diesem Beitrag antwortet der Soziologe Stephan Lessenich auf den seemoz-Text von Raul Zelik. …weiterlesen »

Die Angst vor der Angst

In den letzten Wochen taucht hier auf Seemoz immer wieder der „faschistoid-hysterische Hygienestaat“ in den Kommentarspalten auf. Mit großer Irritation verfolge ich die leichtfertige Verwendung dieses Wortungetüms – ein Konvolut an drastischen Ausdrücken – und frage mich, ob sich die Nutzer dieses Begriffs schon einmal eingehend mit dessen Herkunft und Bedeutung auseinandergesetzt haben. …weiterlesen »

Demokratisch durch die Pandemie!

In den letzten Wochen wurde die Bewegungsfreiheit (nicht nur) in diesem Lande in einer Weise eingeschränkt, die noch vor ein paar Monaten gänzlich unvorstellbar war und heftige Proteste hervorgerufen hätte. In dieser Situation fordert die VVN-BdA (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes – Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten) in einer Stellungnahme, auch angesichts der Seuche politisch wachsam zu bleiben und demokratische und humanitäre Prinzipien zu wahren. …weiterlesen »

Gedanken zum Zaun: Was ich schon immer über IntegraNAtion wissen wollte

Es war einmal ein Lattenzaun, mit Zwischenraum, hindurchzuschaun. (Christian Morgenstern)

Der, die, das Deutsche liebt den Zaun, denke ich, und nicht den Zwischenraum, dachte ich. Bis ich die grenzüberschreitende Sympathie mit dem Zwischenraum des neuen Grenzzauns zwischen Kreuzlingen und Konstanz sah. Eine Sympathie, die es in alle überregionalen Nachrichten gebracht hat, sogar bis in die New York Times. …weiterlesen »

Die Pandemie ist ein Scheideweg

Die Corona-Pandemie bedroht das Leben und die wirtschaftliche Existenz von Millionen – und doch verweist die globale Krise auch auf die Möglichkeit einer besseren Zukunft. Der Schriftsteller, Publizist und linke Aktivist Raul Zelik über einen historischen Augenblick extremer Offenheit. …weiterlesen »

„Social Distancing“ – Unwort des Jahres?

Die Corona-Seuche hinterlässt Spuren, auch in der Sprache. Der Schriftsteller Jochen Kelter hat sich Gedanken zu einem derzeit grassierenden Begriff gemacht, dem er wünscht, zum Unwort des Jahres gekürt zu werden. …weiterlesen »

Deutschland ist auch unser Land

Unter dem Eindruck der faschistischen Mordtaten von Hanau hat Luigi Pantisano seine Gedanken zur Situation von MigrantInnen aufgeschrieben. Mehr als 20 Millionen Menschen, die in einem Land leben müssen, in dem das Gift des Rassismus zunehmend um sich greift. Der OB-Kandidat weiß, wovon er schreibt. Als Kind italienischer „Gastarbeiter“ und Aktivist gegen Fremdenfeindlichkeit ist er selbst oft genug Ziel rechtsextremistischer Morddrohungen. …weiterlesen »

„Für die Vororte geht es um existenzielle Fragen …“

Die Vorort-Idylle trügt, ist unser Kolumnist überzeugt: Die dörflich geprägten Konstanzer Teilorte stehen vor großen Herausforderungen, bedingt vor allem durch die demografische Entwicklung. Gerade in Litzelstetten, Dettingen oder Wallhausen droht deswegen etwa das Wegbrechen wichtiger Infrastruktureinrichtungen, gleichzeitig erwachsen aus der sich verändernden Alterspyramide neue Aufgaben. Ein Plädoyer für eine vorausschauende Kommunalpolitik, die, statt auf das Kurzzeitgedächtnis des Wahlvolks zu bauen, BürgerInnenbeteiligung ermuntert und sich eine nachhaltige Dorfentwicklung zum Ziel nimmt. …weiterlesen »

Lektionen in Demut

Vor einem Jahr ist der Fälscher Claas Relotius aufgeflogen. Was hat der Journalismus aus dem Fall gelernt? Und was muss die Branche noch lernen? Netzwerk Recherche und Akademie Tutzing haben bei einer Tagung nach Antworten gesucht. Kompliziertes komplex lassen, lautete eine, wie Michael Lünstroth zu berichten weiß. …weiterlesen »

Wir schweigen nicht

Seit anderthalb Jahren liegt die Stuttgarter Wochenzeitung Kontext mit einem Neonazi im Rechtsstreit. Marcel Grauf, tätig für zwei AfD-Abgeordnete im Landtag von Baden-Württemberg, zerrt das Blatt jetzt erneut vor Gericht – mit sechsstelligem Kostenrisiko für die  Redaktion. Die ist entschlossen, sich nicht mundtot machen zu lassen, wie sie im folgenden Beitrag schreibt. …weiterlesen »

Telemedizin für den Landkreis Konstanz: Sind wir gewappnet?

Aktuell berichteten die regionalen Medien darüber, dass auch im hiesigen Landkreis Konstanz die Grundvoraussetzungen für ein Modellvorhaben geschaffen wurden, um die Praktikabilität der telemedizinischen Begleitung von Patienten zu prüfen. Mithilfe des Pilotprojektes soll herausgefunden werden, ob ein persönlicher Besuch des Hausarztes oder ein Gang in die nächste Praxis zumindest bei Fragestellungen, die sich über „Video-Chat“ einordnen lassen, überflüssig werden. Denn nicht nur die Senioren auf dem Land werden schon bald den enormen Wegbruch praktizierender Mediziner, vor allem außerhalb der Städte, zu spüren bekommen. …weiterlesen »

Schröders Sozialpolitik überwinden

Das Bundesverfassungsgericht hatte sich sehr lange Zeit gelassen, um zu einem Urteil zu kommen. Nun hat es in einer Grundsatzentscheidung festgestellt, dass Sanktionen für „Hartz IV“-Empfänger zumindest dann verfassungswidrig sind, wenn sie die Leistungen um 60 Prozent oder mehr kürzen. Zwar sind mit dieser Feststellung schwere Eingriffe in den Bezug der Hilfestellung nicht mehr möglich. Dennoch lehnte der Senat die Praxis der Bestrafung nicht generell ab. …weiterlesen »

Mehr Ehrlichkeit in der Klimadebatte

Rolf Mützenich hat Wasser in den Wein gekippt: Der Fraktionsvorsitzende der SPD im Bundestag machte den „Grünen“ ihren momentanen Aufwärtstrend und Höhenflug madig, indem er in einem Interview davon sprach, dass die Partei mit ihrer derzeitigen Klimaschutzpolitik einen „neoliberalen“ Kurs verfolge. Offenbar geht es dem Sozialdemokraten vor allem um die Frage, wie die zahlreichen Forderungen der „Öko-Partei“ derart umgesetzt werden sollen, dass auch der sogenannte „kleine Mann“ sie mittragen kann. …weiterlesen »