Ich, Olaf Scholz

Wie ist er denn so? Vor allem unverwüstlich. Als er das Ringen um den SPD-Vorsitz verlor, und bei der Bekanntgabe des Ergebnisses am Abend des 30. November sogar sichtbar kurz erschüttert wirkte, schien er wieder einmal am Ende — um neun Monate später Kanzler­kandidat zu sein. Die Co-Vorsitzende Saskia Esken meinte bei der Präsentation: „Scholz hat den Kanzler-Wumms.“ Er: „Ich freue mich über die Nominierung als Kanzlerkandidat – und ich will gewinnen.“ …weiterlesen »

Corona – wieder mal

Für Aufsehen sorgten am vergangenen Samstag Bilder von DemonstrantInnen aus dem rechten Spektrum, die bis zum Eingang des Reichstags vordringen konnten. Sie waren Teil des Aufmarschs von um die 38.000 Corona-SkeptikerInnen in der Bundeshauptstadt, dem sich in großer Zahl neben EsoterikerInnen und Verschwörungsgläubigen wirrster Schattierungen auch Neonazis und Reichsbürger angeschlossen hatten. Der Konstanzer Psychotherapeut Stephan Schulz hat sich Gedanken über die brisante Gemengelage gemacht. …weiterlesen »

Kandidat Burchardt, die Plaudertasche

Andreas Hennemann, Andreas Matt, Jury Martin und Luigi Pantisano haben bereitwillig Auskunft gegeben, wieviel sie in etwa für ihren OB-Wahlkampf auszugeben gedenken. Nun hat auch der amtierende Rathauschef auf unsere Fragen geantwortet. Und das derart ausufernd und exakt, dass es uns fast aus den Socken gehauen hätte. So viel Bürgernähe und Trans­parenz haben wir wirklich nicht von ihm erwartet. Außerdem versucht er sich neuer­dings auch als Koch. Ein echter Tausendsassa eben. …weiterlesen »

OB-Wahl 2012: Auf Anhieb nur 6743 WählerInnen für Burchardt

Im Vorfeld der kommenden Konstanzer OB-Wahlen gehen die Einschätzungen über den vermeintlichen Ausgang ziemlich deutlich auseinander. Die einen glauben, eine Wechselstimmung liege in der Luft, andere wiederum vermuten, dass sich nichts ändern werde und der momentane Amtsinhaber trotz aller Kritik erneut als Erster ins Ziel kommt. Unser Kommentator hält dagegen und verweist auf den knappen Ausgang der Wahl vor acht Jahren. …weiterlesen »

„Ein Porträt der nächsten Pandemie“

In diesem Frühjahr erschien ein Buch, das für all diejenigen, die in Regierung, Parlament und Unternehmens-Etagen Verantwortung tragen, unangenehm ist. Unangenehm, weil es Monate vor Ausbruch der Covid19-Pandemie geschrieben wurde und diesem Überraschungs-Getue nach der Devise: „Das konnte ja niemand ahnen, dass ein so böses Virus so flink von Wuhan nach Flensburg und Konstanz kommen kann“ endgültig den Garaus macht. …weiterlesen »

„Don Alphonso“ hat Methode

Der Biedermann erweist sich nur zu oft als Brandstifter, und lustvoll schreit er nach der Feuerwehr, damit der Brand, den er selbst gelegt hat, auch wirklich von allen bemerkt wird. Gerade in den letzten Jahren, in denen die Grenzen zwischen bürgerlichem und rechtem Lager zunehmend verwischt werden, machen sich in den bürgerlichen Leitmedien JournalistInnen daran, einen neuen McCarthyismus zu etablieren: Hier wir – dort das linke Geschmeiß. Haut drauf! Oder trügt der Schein? …weiterlesen »

Die deutsche Polizei – ein gesellschaftlicher Kollateralschaden?

Viel Blut sei geflossen, überall sei Blut gewesen, auf dem Boden, auf den Treppen. Und trotzdem hätten die Polizisten immer weiter auf den Mann eingeschlagen. Dieses Erlebnis habe seine Vorstellung von einer westlichen Demokratie und sein Bild von deutschen Beamten verändert, berichtete bei der Black-Lives-Matter-Demonstration in Konstanz ein Augenzeuge dieser Abschiebe­szene eines afghanischen Asylsuchenden. Geschehen ist sie in einer Konstanzer Unterkunft für Geflüchtete. Offizielle Polizeiberichte beschreiben solche Szenen anders. …weiterlesen »

Hoffnungsträger Pantisano – nicht nur für Konstanz

Die Oberbürgermeisterkandidatur von Luigi Pantisano weckt durchaus Hoffnungen, auch bei konservativen DemokratInnen im Bodenseekreis. Wer dem in den letzten Jahren gewachsenen Selbstbewusstsein und einem Wunschzettel vom gegenüberliegenden Ufer einmal etwas Aufmerksamkeit schenkt, versteht, aus welchem Grund die Hoffnungen in mehreren Städten und Gemeinden bei Luigi Pantisano liegen. …weiterlesen »

Geistliche Insolvenz der Kirchen: Austrittszahlen sind Beleg für vollständiges Versagen

Die Fakten sind dramatisch: Mit den immer weiter steigenden Austrittszahlen verlieren die beiden christlichen Konfessionen ihre gesellschaftliche Mehrheit im Land. Doch es wäre zu kurz gedacht, würde man lediglich die Missbrauchsskandale für die Entwicklung verantwortlich machen; immerhin stehen die Protestanten den Katholiken beim Verlassen ihrer Kirche in nichts nach. Und auch die Kirchensteuerbelastung alleine kann kein Grund dafür sein, dass sich immer mehr Christen ihrer angestammten Vertrautheit lossagen. …weiterlesen »

Polizisten sind keine Heiligen – Fairness braucht es aber trotzdem

Es herrscht ein merkwürdiges Klima in Deutschland: Aus dem Nichts brechen angebliche Anhänger der „Partyszene“ über die Stuttgarter Innenstadt einher, ohne klaren Anhalt über das Motiv, das die Horden dort antrieb. Gleichzeitig meint eine Redakteurin der „taz“, man könnte den deutschen Polizisten einen Berufswechsel empfehlen und sie auf der Müllkippe entsorgen – woraufhin Bundesinnenminister Seehofer die Journalistin mit einer Strafanzeige belegen will. Und nicht zuletzt diskutiert die Republik abseits des „Tönnies“-Skandals über die Frage, ob man das Bild der rassistischen Polizeigewalt aus den USA auf Deutschland übertragen könne. In unserer Gesellschaft brodelt es, das scheint klar. Doch so wirklich lassen sich die Auslöser der Gewalt – in Wort und Tat – nicht fassen. …weiterlesen »

Als die IG Metall das Auto noch nicht liebte

IG Metall und VW, Daimler, BMW und ihresgleichen haben bisher vom Steuerzahler fast alles erhalten, standen sie doch für d i e Leitbranche der deutschen Wirtschaft. Die Konzerne konnten es sich sogar erlauben, jahrelang technisch-innovatorisch nicht vorne zu sein, lediglich im Betrügen zu führen — das ist jetzt beendet. Im Kampf um eine neuerliche generelle Kaufprämie, faktisch: Abwrackprämie haben sie jüngst eine Niederlage erlitten, die sie — im deutschen Autoland — als historisch empfinden müssen. …weiterlesen »

Corona: Katastrophales Krisenmanagement des Kultusministeriums

Im Rahmen der „Corona-Krise“ sind die Schulen über einen langen Zeitraum vollständig geschlossen worden. Ob diese Maßnahme verhältnismäßig war, kann hier nicht geklärt werden. Darüber ohne medizinischen Sachverstand zu fabulieren wäre sicherlich unangemessen. Unabhängig davon muss aber das Versagen der Landesregierung und der Kultusbürokratie in der Krise festgestellt werden. Kritisiert rückblickend Till Seiler, Bildungsexperte und Stadtrat der FGL (Freie Grüne Liste). …weiterlesen »

Der feine Unterschied: Firmen helfen, nicht Besitzern

Wie sehen sich Unternehmer, Manager und Banker? Im Prinzip für klasse: innovativ, intelligent, effektiv, mutig — und in Politikern sehen sie im Prinzip ihr Gegenteil. Allerdings: Kommt eine veritable Krise, dann sind sie nur Opfer, tragen nie Mit-Schuld, klagen: Krise, Krise … und halten die Hand auf — beim gerade noch denunzierten Staat. Diese Inszenierung, erstmals groß aufgeführt anlässlich der Finanzmarkt-Krise 2008/2009, wird gerade wiederholt. …weiterlesen »

Bodo Ramelows Mut zur Demokratie

Bodo Ramelow hat Mut bewiesen: In einer unübersichtlichen Lage während der Corona-Krise entschied sich der Ministerpräsident zur „Flucht nach vorne“. Denn es war offensichtlich geworden, dass die Infektionszahlen in seinem Bundesland nicht mehr ausreichten, um die strengen Kontaktbestimmungen weiterhin zu rechtfertigen. Gerichte in ganz Deutschland haben die Politik immer wieder aufgefordert, fast tagesaktuell zu prüfen, ob die Regeln gegen das Virus noch Bestand haben können. …weiterlesen »

Der Corona-Zahlenschrott

Wer die massiven Eingriffe in unsere Leben so fragwürdig begründet, verursacht das wachsende Misstrauen selber. Medien machen mit, meint der Chirurg und Publizist Bernd Hontschik. Seitdem das Corona-Virus die Flut der Nachrichten und TV-Sondersendungen dominiert, werden wir täglich mit der immer gleichen Zahlenzusammenstellung konfrontiert. Was sagt uns das? Eine kritische Nachfrage. …weiterlesen »

Gegen Corona-Demos und Fake-News – Für eine differenzierte Kritik an der Regierungspolitik

Wir leben in einem Land, in welchem man während einer Pandemie mit einem Schild voller Blödsinn dicht gedrängt mit tausenden weiteren Quergeistern frei demonstrieren kann und welches man dennoch lauthals als Diktatur bezeichnen darf. Das ist großartig. Man sollte da aber trotzdem nicht mitmachen. Unter anderem, damit das Land so frei bleibt wie es ist. …weiterlesen »

Schwurbeldiwurbel im Stadtgarten

Samstag, 16. Mai, 15:00 Uhr, auf dem Weg in den Stadtgarten. Die Sonne scheint, die Grenze zur Schweiz ist wieder geöffnet, die Markstätte voller Menschen, Schlangen vor den Geschäften und Menschen mit Gesichtsmasken. Wie vor Corona schlendern Schweizer Familien mit Einkaufstüten durch die Stadt. Eigentlich schön. Wer meint, körperlicher Abstand sei noch immer geboten, hätte an diesem Samstag die Innenstadt besser gemieden. Aber schön und gut für den Aufschwung – vielleicht oder hoffentlich. …weiterlesen »