Wird sie auferstehen?

Die katholische Kirche sei an einem „toten Punkt“ angekommen. Mit dieser Feststellung begründet Reinhard Kardinal Marx sein an den Papst eingereichtes Rücktrittsgesuch. Zweifelsohne: Seine Ankündigung und Bereitschaft zur Übernahme von Mitverantwortung ringen vielen Respekt ab. Allerdings steht die Frage im Raum, ob der Erzbischof von München und Freising tatsächlich jener Geistliche ist, der die größte Schuld trägt und damit nicht der Falsche geht. Das fragt sich auch unser Kommentator. …weiterlesen »

Mein persönlicher Verschwörungstheoretiker

Man liest überall von ihnen, dabei sind sie gar nicht so viele. Sie fallen nicht ins Gewicht. Politisch gesehen, sind sie unwichtig. Wir sehen uns mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert. Und laut sind sie auch nicht. Bei den Protestdemonstrationen der „Querdenker“, die geballt auftreten, aber ebenfalls nur eine winzige Minderheit darstellen, sind sie vermutlich gar nicht dabei: Die Verschwörungstheoretiker. …weiterlesen »

Mitten in der Pandemie: Machtkampf mit den Pharma-Konzernen

Zweimal in wenigen Tagen zeigen Dritte den Regierenden von Union und SPD, was Politik bewegen kann. Das Bundesverfassungsgericht machte erst mit einem Urteil der Bundes­regierung Dampf in Sachen Klimaschutz. Und jetzt zeigt US-Präsident Joe Biden: Den profitmaßlosen Impfstoff-Konzernen kann die Politik auch während einer Pandemie Grenzen setzen. Einfach deren Patente freigeben. Bei beiden großen Entscheidungen stehen Merkel, Scholz, Altmeier, Laschet, Söder und wie sie alle heißen weit im Abseits. …weiterlesen »

Ein Rundfunkrat mit Schaum vor dem Munde

In den letzten Tagen hat die Aktion „allesdichtmachen“ zu einem herzhaften Shitstorm in der Bundesrepublik geführt. Rund 50 – teils populäre – SchauspielerInnen wie Ulrike Folkerts, Ulrich Tukur oder Jan Josef Liefers haben sich dabei in knappen Videos ironisch mit der aktuellen Corona-Politik auseinandergesetzt und kontroverse Reaktionen hervorgerufen, bis hin zur Forderung, sie nicht mehr in den öffentlich-rechtlichen Medien auftreten zu lassen. War das mehr als ein (Shit-)Sturm im Wasserglas? …weiterlesen »

Eitle Hennen- und Hahnenkämpfe

Die Frage, wer das Gedicht „The hill we climb“ übersetzen darf, das die afroamerikanische Junglyrikerin Amanda Gorman zur Amtseinführung des US-Präsidenten Joe Biden am 20. Januar dieses Jahres verfasste und vortrug, hat auch im deutschsprachigen Raum eine Debatte über Kultur und kulturelle Identität entfacht, die Jochen Kelter für die Zukunft wenig Gutes ahnen lässt. Der Schriftsteller macht sich so seine Gedanken zu Debatten über „Politische Korrektheit“ in der Kulturszene. …weiterlesen »

Der letzte Schritt zur Integration – oder wie ich auf den Hund kam

Haben Sie sich schon einmal gefragt, mit wem andere Menschen sprechen, wenn sie mit Ihnen sprechen? Nein? Sollten Sie aber, auch wenn Sie es nicht müssen. Wenn Sie Pech haben, ist es ja Ihr Hund – wenn Sie Glück haben, auch … Kommt drauf an. Worauf eigentlich?

…weiterlesen »

Ist der Landtag von Baden-Württemberg zu groß? Zumindest ist das Wahlrecht reformbedürftig!

Gewinner und Verlierer der jüngsten Landtagswahl stehen fest. Der Wahlausgang vom 15.3. gewichtete aber nicht nur die politischen Kräfteverhältnisse neu, sondern führte auch zu einer Vergrößerung des Landtags von 143 auf 154 Abgeordnete. Das hat den Bund der Steuerzahler auf den Plan gerufen, dem das „eindeutig zu viel“, weil teurer ist. Auch unser Autor hält das Wahlrecht für reformbedürftig, indes aus anderen Gründen. Es sei undurchsichtig und berge die Gefahr, den WählerInnenwillen zu verzerren. …weiterlesen »

Gegenderte Diktaturen und sprachliche Ver(w)irrungen

Wäre der Autor dieses Artikels vor ein paar Jahren zum Thema gendergerechte Sprache gefragt worden und wie er es diesbezüglich hielte, dann hätte er vor allem mit einem skeptischen Blick geantwortet. Es gibt doch eine Regelung dafür in der deutschen Rechtschreibung; das generische Maskulinum, das meint doch jeden mit. Mittlerweile denkt er ein wenig anders darüber, vor allem weil es in dieser Debatte eigentlich kein Richtig oder Falsch geben kann. …weiterlesen »

I wie Identitätspolitik, M wie Ohrenapotheke – Rhetorische Keulen der Macht

Das ABC … C wie Corona zeigt uns, dass es im öffentlichen Diskurs möglich ist, präzise mit Begriffen und komplexen Zusammenhängen zu hantieren. Wir haben wissenschaftliche Definitionen[1] gelernt, wie Inzidenz und R-Faktor. Wir haben sogar komplexe Sachverhalte hinter den Begriffen verstanden, wie: Biologisches Virus verhält sich anders als Bakterium. In dieser Sache sind wir gemeinsam klüger geworden.[2] Ganz anders sieht das bei einem sozialen Virus aus. …weiterlesen »

Keine Segnung für gleichgeschlechtliche Paare

Der Vatikan weigert sich weiterhin, homosexuellen Partnerschaften einen Segen zu erteilen. So eine Erklärung der zuständigen Glaubenskongregation, die auch Papst Franziskus befürwortet. Diese Entscheidung hat weltweit für Empörung gesorgt, die auch unser Kommentator teilt. …weiterlesen »

Ohren, Möhren, Apotheken und resiliente Historiker

In der Wessenbergstraße in Konstanz ist der M*-Apotheke das M abhandengekommen. Anscheinend waren es wieder einmal Leute leid, dass grundlos rassistische Symbolik und Begriffe ohne Kontextualisierung im öffentlichen Raum herumstehen. In einem Interview mit dem Südkurier rechtfertigt der Leiter der Städtischen Museen Tobias Engelsing nun diese Darstellungen. Damit reproduziert er aber Stereotypen von systemischem Rassismus – und outet sich dabei als handwerklich ungeschickter Historiker. …weiterlesen »

Impfdebakel! Ist dem so?

Da Deutschland sich auf fast allen Gebieten meist weit vorne wähnt, komme so etwas einer „großen Kränkung“ gleich, vermutet Harald Welzer, Sozialpsychologe. Dieses „etwas“ fasste unsere Volksstimme Bild Anfang Februar in diese Headline: „Briten-Häme über unser Impfdebakel“.. Eine Kritik, die, sprachlich kaum variiert, im Spiegel, im heute-journal, in vielen weiteren Medien und in den Reden der Oppositionsparteien zu finden ist. Harsche Vorwürfe, die unser Kommentator in seinem Beitrag unter die Lupe nimmt. …weiterlesen »

Ende gut, alles gut?

Mit grosser Mehrheit stimmte der Konstanzer Gemeinderat mit der Stimme des Oberbürger­meisters bei seiner letzten öffentlichen Sitzung für das Anbringen einer Gedenktafel für Martin Katschker. Dies geschah fünfzig Jahre nach dem sogenannten „Gammlermord“ auf dem Blätzleplatz in Konstanz. Vorangegangen war eine interessante Diskussion, fußend auf einem ausführlichen Gutachten des Konstanzer Stadtarchivars Prof. Klöckler. Dazu ein Kommentar von Anselm Venedey. …weiterlesen »

Bedingt klar zur Wende

In einer aktuellen Pressemitteilung feiert sich die Stadt Konstanz für ihre Auszeichnung beim Landeswettbewerb „Wir machen Mobilitäts­wende!“. Das nach wie vor staugeplagte Konstanz wurde dabei, als eine von sieben Städten im Ländle, für sein Konzept des „autofreien Umbaus der linksrheinischen Innenstadt“ ausgezeichnet. Das darf nicht unkommentiert stehen bleiben. …weiterlesen »

Theater Konstanz: Der Wolf fällt ein

Der baden-württembergische Justizminister Guido Wolf (CDU) will morgen, Freitag, das Theater Konstanz beehren. Das Theater freue sich darüber, heißt es in einer aktuellen Presseerklärung. Angeblich geht es um das Projekt „Theater hinter Gittern“. Wirklich nur darum? …weiterlesen »

Der vermessene Mensch versteht die Welt nicht mehr (Teil 2)

Alle, die in der Apple Watch (oder einem vergleichbaren Produkt) nicht nur ein Statussymbol, sondern eine nützliche Technik sehen,  überwachen sich, ohne eine Lücke zu lassen. Selber jeden Schritt und Pulsschlag zählen, jede gegessene Kalorie aufschreiben, den Blutdruck messen — pah, das ist von vorgestern. Menschen messen und normen mit modernsten Techniken immer mehr Aspekte ihres eigenen Lebens. Wird der gläserne Mensch allwissend, hat er ein tiefes Verständnis für sich und andere? Teil 2 des Beitrags von Wolfgang Storz. Zu Teil 1 geht es hier. …weiterlesen »

Der vermessene Mensch versteht die Welt nicht mehr (Teil 1)

Wer in der Apple Watch (oder einem vergleichbaren Produkt) nicht nur ein Statussymbol, sondern eine nützliche Technik sieht, der überwacht sich, ohne eine Lücke zu lassen. Jeden Schritt und Pulsschlag zählen, jede gegessene Kalorie, Blutdruck messen — pah, das ist von vorgestern. Menschen messen und normen mit modernsten Techniken immer mehr Aspekte ihres eigenen Lebens. Wird der gläserne Mensch allwissend, hat er ein tiefes Verständnis für sich und andere? Wohl kaum, meint Wolfgang Storz. …weiterlesen »