Der rechte Rand der Querdenker am Bodensee

Die gegenwärtigen Proteste gegen die Corona-Auflagen der bundesdeutschen Behörden sind das verfassungsmäßig geschützte Recht der demonstrierenden Bürger, bedarf doch die im Rahmen demokratischer Freiheitsrechte geäußerte Kritik an staatlichen Maßnahmen und staatlicher Politik generell keiner besonderen Rechtfertigung. Und das ist gut so. Je nach politischer Perspektive fällt die Kritik natürlich unterschiedlich aus und diagnostiziert andere Fehlleistungen staatlicher Stellen. Auch die  unterschiedlichsten Bedenken und Einsprüche gegen Entscheidungen zum Schutz der Bevölkerung vor Corona dürfen natürlich öffentlich formuliert werden, ganz egal ob der jeweils anderen politischen Seite der Inhalt gefällt oder nicht. Hier gilt, dass wir alle im demokratischen Diskurs von unserer eigenen Auffassung abweichende Ansichten tolerieren und aushalten müssen. So funktioniert Demokratie. …weiterlesen »

Kuschel-Kanzler?

Endlich. Robert Habeck ist fähig und willens, als Kanzler für Deutschland zu arbeiten. Er hat sich durchgerungen und es uns Deutschen persönlich vor wenigen Tagen bestätigt. Wir wissen jetzt Bescheid. „Diese Prüfung würde ich für mich bestehen“, lautet der vielsagende, leicht schwergängige Satz. Sicher ein Gewinn für sich, sein Selbstbewusstsein, vermutlich auch gut für seine Partei, die Grünen, und orientierend für Annalena, die jetzt weiß, dass dieser Kelch an ihr vorüber geht. Und was gewinnt das Land? …weiterlesen »

Konstanz ist bunt! Einer aber hat wohl den Farbfilm vergessen

„Du hast den Farbfilm vergessen, bei meiner Seel‘ … Alles blau und weiß und grün und später nicht mehr wahr.“ Nina Hagen

Ein neues Gespenst geht um, das Gespenst der „gesellschaftlichen Spaltung“. Es zeigt sich in der Welt, in Europa, in Deutschland und ja, auch im OB-Wahlkampf zu Konstanz. Als politisches Schlagwort und Knockout-Kriterium finden wir es in nahezu jeder Debatte: Flüchtlinge, AFD, Klimakrise, Feminismus, Rassismus, Corona …! …weiterlesen »

Ist Karl Marx grandios gescheitert? (II)

Der bedeutende Denker, Philosoph und Ökonom Karl Marx hat ein unvollendetes Werk hinterlassen – das später von anderen mehr oder weniger zutreffend oder grausam schablonenhaft interpretiert wurde. Seine These, dass der Kapitalismus an seinen inneren Widersprüchen scheitern werde, hat sich jedenfalls nicht bewahrheitet – bisher nicht. Was bleibt nun von seinem Hauptwerk „Das Kapital“? Zwei Konstanzer Wissenschaftler – Ivan Glaser und Herbert Rünzi – haben Marx erneut analysiert. …weiterlesen »

Ist Karl Marx grandios gescheitert? (I)

Der bedeutende Denker, Philosoph und Ökonom Karl Marx hat ein unvollendetes Werk hinterlassen – das später von anderen mehr oder weniger zutreffend oder grausam schablonenhaft interpretiert wurde. Seine These, dass der Kapitalismus an seinen inneren Widersprüchen scheitern werde, hat sich jedenfalls nicht bewahrheitet – bisher nicht. Was bleibt nun von seinem Hauptwerk „Das Kapital“? Zwei Konstanzer Wissenschaftler – Ivan Glaser und Herbert Rünzi – haben Marx erneut analysiert. …weiterlesen »

Corona-Demo: Die ziemlich wirren Höhenflüge des Gerhard Mayr

Für den 3. Oktober sind nun in Konstanz 14 Demonstrationen angemeldet. Zumindest eine davon geht auf das Konto von Gerhard „Gerry“ Mayr, der mit seinen UnterstützerInnen gegen die Corona-Maßnahmen angehen will und versucht, eine Menschenkette rund um den Bodensee zu organisieren. Auch alte Freunde von Mayr fragen sich besorgt, ob der Egomane mittlerweile völlig neben der Spur liegt und immer weiter abdriftet, und zwar weit hinein ins rechte Lager. …weiterlesen »

Ich, Olaf Scholz

Wie ist er denn so? Vor allem unverwüstlich. Als er das Ringen um den SPD-Vorsitz verlor, und bei der Bekanntgabe des Ergebnisses am Abend des 30. November sogar sichtbar kurz erschüttert wirkte, schien er wieder einmal am Ende — um neun Monate später Kanzler­kandidat zu sein. Die Co-Vorsitzende Saskia Esken meinte bei der Präsentation: „Scholz hat den Kanzler-Wumms.“ Er: „Ich freue mich über die Nominierung als Kanzlerkandidat – und ich will gewinnen.“ …weiterlesen »

Corona – wieder mal

Für Aufsehen sorgten am vergangenen Samstag Bilder von DemonstrantInnen aus dem rechten Spektrum, die bis zum Eingang des Reichstags vordringen konnten. Sie waren Teil des Aufmarschs von um die 38.000 Corona-SkeptikerInnen in der Bundeshauptstadt, dem sich in großer Zahl neben EsoterikerInnen und Verschwörungsgläubigen wirrster Schattierungen auch Neonazis und Reichsbürger angeschlossen hatten. Der Konstanzer Psychotherapeut Stephan Schulz hat sich Gedanken über die brisante Gemengelage gemacht. …weiterlesen »

Kandidat Burchardt, die Plaudertasche

Andreas Hennemann, Andreas Matt, Jury Martin und Luigi Pantisano haben bereitwillig Auskunft gegeben, wieviel sie in etwa für ihren OB-Wahlkampf auszugeben gedenken. Nun hat auch der amtierende Rathauschef auf unsere Fragen geantwortet. Und das derart ausufernd und exakt, dass es uns fast aus den Socken gehauen hätte. So viel Bürgernähe und Trans­parenz haben wir wirklich nicht von ihm erwartet. Außerdem versucht er sich neuer­dings auch als Koch. Ein echter Tausendsassa eben. …weiterlesen »

OB-Wahl 2012: Auf Anhieb nur 6743 WählerInnen für Burchardt

Im Vorfeld der kommenden Konstanzer OB-Wahlen gehen die Einschätzungen über den vermeintlichen Ausgang ziemlich deutlich auseinander. Die einen glauben, eine Wechselstimmung liege in der Luft, andere wiederum vermuten, dass sich nichts ändern werde und der momentane Amtsinhaber trotz aller Kritik erneut als Erster ins Ziel kommt. Unser Kommentator hält dagegen und verweist auf den knappen Ausgang der Wahl vor acht Jahren. …weiterlesen »

„Ein Porträt der nächsten Pandemie“

In diesem Frühjahr erschien ein Buch, das für all diejenigen, die in Regierung, Parlament und Unternehmens-Etagen Verantwortung tragen, unangenehm ist. Unangenehm, weil es Monate vor Ausbruch der Covid19-Pandemie geschrieben wurde und diesem Überraschungs-Getue nach der Devise: „Das konnte ja niemand ahnen, dass ein so böses Virus so flink von Wuhan nach Flensburg und Konstanz kommen kann“ endgültig den Garaus macht. …weiterlesen »

„Don Alphonso“ hat Methode

Der Biedermann erweist sich nur zu oft als Brandstifter, und lustvoll schreit er nach der Feuerwehr, damit der Brand, den er selbst gelegt hat, auch wirklich von allen bemerkt wird. Gerade in den letzten Jahren, in denen die Grenzen zwischen bürgerlichem und rechtem Lager zunehmend verwischt werden, machen sich in den bürgerlichen Leitmedien JournalistInnen daran, einen neuen McCarthyismus zu etablieren: Hier wir – dort das linke Geschmeiß. Haut drauf! Oder trügt der Schein? …weiterlesen »

Die deutsche Polizei – ein gesellschaftlicher Kollateralschaden?

Viel Blut sei geflossen, überall sei Blut gewesen, auf dem Boden, auf den Treppen. Und trotzdem hätten die Polizisten immer weiter auf den Mann eingeschlagen. Dieses Erlebnis habe seine Vorstellung von einer westlichen Demokratie und sein Bild von deutschen Beamten verändert, berichtete bei der Black-Lives-Matter-Demonstration in Konstanz ein Augenzeuge dieser Abschiebe­szene eines afghanischen Asylsuchenden. Geschehen ist sie in einer Konstanzer Unterkunft für Geflüchtete. Offizielle Polizeiberichte beschreiben solche Szenen anders. …weiterlesen »

Hoffnungsträger Pantisano – nicht nur für Konstanz

Die Oberbürgermeisterkandidatur von Luigi Pantisano weckt durchaus Hoffnungen, auch bei konservativen DemokratInnen im Bodenseekreis. Wer dem in den letzten Jahren gewachsenen Selbstbewusstsein und einem Wunschzettel vom gegenüberliegenden Ufer einmal etwas Aufmerksamkeit schenkt, versteht, aus welchem Grund die Hoffnungen in mehreren Städten und Gemeinden bei Luigi Pantisano liegen. …weiterlesen »

Geistliche Insolvenz der Kirchen: Austrittszahlen sind Beleg für vollständiges Versagen

Die Fakten sind dramatisch: Mit den immer weiter steigenden Austrittszahlen verlieren die beiden christlichen Konfessionen ihre gesellschaftliche Mehrheit im Land. Doch es wäre zu kurz gedacht, würde man lediglich die Missbrauchsskandale für die Entwicklung verantwortlich machen; immerhin stehen die Protestanten den Katholiken beim Verlassen ihrer Kirche in nichts nach. Und auch die Kirchensteuerbelastung alleine kann kein Grund dafür sein, dass sich immer mehr Christen ihrer angestammten Vertrautheit lossagen. …weiterlesen »

Polizisten sind keine Heiligen – Fairness braucht es aber trotzdem

Es herrscht ein merkwürdiges Klima in Deutschland: Aus dem Nichts brechen angebliche Anhänger der „Partyszene“ über die Stuttgarter Innenstadt einher, ohne klaren Anhalt über das Motiv, das die Horden dort antrieb. Gleichzeitig meint eine Redakteurin der „taz“, man könnte den deutschen Polizisten einen Berufswechsel empfehlen und sie auf der Müllkippe entsorgen – woraufhin Bundesinnenminister Seehofer die Journalistin mit einer Strafanzeige belegen will. Und nicht zuletzt diskutiert die Republik abseits des „Tönnies“-Skandals über die Frage, ob man das Bild der rassistischen Polizeigewalt aus den USA auf Deutschland übertragen könne. In unserer Gesellschaft brodelt es, das scheint klar. Doch so wirklich lassen sich die Auslöser der Gewalt – in Wort und Tat – nicht fassen. …weiterlesen »

Als die IG Metall das Auto noch nicht liebte

IG Metall und VW, Daimler, BMW und ihresgleichen haben bisher vom Steuerzahler fast alles erhalten, standen sie doch für d i e Leitbranche der deutschen Wirtschaft. Die Konzerne konnten es sich sogar erlauben, jahrelang technisch-innovatorisch nicht vorne zu sein, lediglich im Betrügen zu führen — das ist jetzt beendet. Im Kampf um eine neuerliche generelle Kaufprämie, faktisch: Abwrackprämie haben sie jüngst eine Niederlage erlitten, die sie — im deutschen Autoland — als historisch empfinden müssen. …weiterlesen »