Bundestagswahl: Echt verführerisch

Heiß sei ab sofort der Wahlkampf, wird erklärt, der Kampf um Stimmen nähere sich der Zielgeraden, die Urne sei in Sicht: Plakate, wohin man auch schaut, Fernsehspots unterschiedlichster Güte, Trielle. Und ausgerechnet jetzt mehren sich zwischen Kiel und Konstanz die Hinweise: Die vielen Menschen draußen im Lande verstehen die zu wählenden (in den politischen Machtzentren lebenden) Menschen gar nicht. Woran liegt das, fragt sich auch unser Autor. …weiterlesen »

Dekolonialer Stadtrundgang: Stellungnahme der Verantwortlichen

Der Konstanzer Historiker David Bruder befasste sich auf seemoz kritisch mit dem Stadtrundgang und wies, sachlich begründet, auf einige Nachlässigkeiten und Fehler hin, die es in der Tat auch gibt. Daraufhin antwortete Khayim Illia Perret und überzog Bruder mit herben Vorwürfen, die bei einem großen Teil unserer LeserInnen durchweg auf Unverständnis und Ablehnung stießen. Hier nun die offizielle Verlautbarung der für das Projekt Zuständigen im Wortlaut. …weiterlesen »

Ausstellung: Mord und Vergewaltigung sind Kapitalverbrechen

Unter dem Titel „Mit dem Audioguide auf Abwegen“ kritisierte David Bruder – immerhin „kontrovers“ – den Audioguide eines Stadtrundgangs auf den Spuren der Konstanzer Kolonialgeschichte, der die Ausstellung „Stoff. Blut. Gold.“ von StudentInnen der Uni Konstanz, der HTWG Konstanz sowie der Hochschule Kaiserslautern begleitet. Hier eine Antwort; Khayim Illia Perret wirft darin Bruder eine „perfide Form von deutschnationaler Propaganda“ vor. …weiterlesen »

Mit dem Audioguide auf Abwegen

Die neue Ausstellung „Stoff. Blut. Gold. Auf den Spuren der Konstanzer Kolonialzeit“ im Richen­talsaal und vor allem der dazu gehörende Audio­guide erwecken den Eindruck, als ob vor Ort, in Konstanz, zahlreiche „koloniale Spuren“ zu finden seien, die eine Verbindung der Stadt zur globalen Ausbeutung und Versklavung von Menschen seit dem 16. Jahrhundert dokumen­tier­ten. Dem widerspricht der Konstanzer Historiker David Bruder: Vieles sei Mutmaßung, so sein Resümee, haltbare Belege würden nicht präsentiert. …weiterlesen »

Wird sie auferstehen?

Die katholische Kirche sei an einem „toten Punkt“ angekommen. Mit dieser Feststellung begründet Reinhard Kardinal Marx sein an den Papst eingereichtes Rücktrittsgesuch. Zweifelsohne: Seine Ankündigung und Bereitschaft zur Übernahme von Mitverantwortung ringen vielen Respekt ab. Allerdings steht die Frage im Raum, ob der Erzbischof von München und Freising tatsächlich jener Geistliche ist, der die größte Schuld trägt und damit nicht der Falsche geht. Das fragt sich auch unser Kommentator. …weiterlesen »

Mein persönlicher Verschwörungstheoretiker

Man liest überall von ihnen, dabei sind sie gar nicht so viele. Sie fallen nicht ins Gewicht. Politisch gesehen, sind sie unwichtig. Wir sehen uns mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert. Und laut sind sie auch nicht. Bei den Protestdemonstrationen der „Querdenker“, die geballt auftreten, aber ebenfalls nur eine winzige Minderheit darstellen, sind sie vermutlich gar nicht dabei: Die Verschwörungstheoretiker. …weiterlesen »

Mitten in der Pandemie: Machtkampf mit den Pharma-Konzernen

Zweimal in wenigen Tagen zeigen Dritte den Regierenden von Union und SPD, was Politik bewegen kann. Das Bundesverfassungsgericht machte erst mit einem Urteil der Bundes­regierung Dampf in Sachen Klimaschutz. Und jetzt zeigt US-Präsident Joe Biden: Den profitmaßlosen Impfstoff-Konzernen kann die Politik auch während einer Pandemie Grenzen setzen. Einfach deren Patente freigeben. Bei beiden großen Entscheidungen stehen Merkel, Scholz, Altmeier, Laschet, Söder und wie sie alle heißen weit im Abseits. …weiterlesen »

Ein Rundfunkrat mit Schaum vor dem Munde

In den letzten Tagen hat die Aktion „allesdichtmachen“ zu einem herzhaften Shitstorm in der Bundesrepublik geführt. Rund 50 – teils populäre – SchauspielerInnen wie Ulrike Folkerts, Ulrich Tukur oder Jan Josef Liefers haben sich dabei in knappen Videos ironisch mit der aktuellen Corona-Politik auseinandergesetzt und kontroverse Reaktionen hervorgerufen, bis hin zur Forderung, sie nicht mehr in den öffentlich-rechtlichen Medien auftreten zu lassen. War das mehr als ein (Shit-)Sturm im Wasserglas? …weiterlesen »

Eitle Hennen- und Hahnenkämpfe

Die Frage, wer das Gedicht „The hill we climb“ übersetzen darf, das die afroamerikanische Junglyrikerin Amanda Gorman zur Amtseinführung des US-Präsidenten Joe Biden am 20. Januar dieses Jahres verfasste und vortrug, hat auch im deutschsprachigen Raum eine Debatte über Kultur und kulturelle Identität entfacht, die Jochen Kelter für die Zukunft wenig Gutes ahnen lässt. Der Schriftsteller macht sich so seine Gedanken zu Debatten über „Politische Korrektheit“ in der Kulturszene. …weiterlesen »

Der letzte Schritt zur Integration – oder wie ich auf den Hund kam

Haben Sie sich schon einmal gefragt, mit wem andere Menschen sprechen, wenn sie mit Ihnen sprechen? Nein? Sollten Sie aber, auch wenn Sie es nicht müssen. Wenn Sie Pech haben, ist es ja Ihr Hund – wenn Sie Glück haben, auch … Kommt drauf an. Worauf eigentlich?

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Ist der Landtag von Baden-Württemberg zu groß? Zumindest ist das Wahlrecht reformbedürftig!

Gewinner und Verlierer der jüngsten Landtagswahl stehen fest. Der Wahlausgang vom 15.3. gewichtete aber nicht nur die politischen Kräfteverhältnisse neu, sondern führte auch zu einer Vergrößerung des Landtags von 143 auf 154 Abgeordnete. Das hat den Bund der Steuerzahler auf den Plan gerufen, dem das „eindeutig zu viel“, weil teurer ist. Auch unser Autor hält das Wahlrecht für reformbedürftig, indes aus anderen Gründen. Es sei undurchsichtig und berge die Gefahr, den WählerInnenwillen zu verzerren. …weiterlesen »

Gegenderte Diktaturen und sprachliche Ver(w)irrungen

Wäre der Autor dieses Artikels vor ein paar Jahren zum Thema gendergerechte Sprache gefragt worden und wie er es diesbezüglich hielte, dann hätte er vor allem mit einem skeptischen Blick geantwortet. Es gibt doch eine Regelung dafür in der deutschen Rechtschreibung; das generische Maskulinum, das meint doch jeden mit. Mittlerweile denkt er ein wenig anders darüber, vor allem weil es in dieser Debatte eigentlich kein Richtig oder Falsch geben kann. …weiterlesen »

I wie Identitätspolitik, M wie Ohrenapotheke – Rhetorische Keulen der Macht

Das ABC … C wie Corona zeigt uns, dass es im öffentlichen Diskurs möglich ist, präzise mit Begriffen und komplexen Zusammenhängen zu hantieren. Wir haben wissenschaftliche Definitionen[1] gelernt, wie Inzidenz und R-Faktor. Wir haben sogar komplexe Sachverhalte hinter den Begriffen verstanden, wie: Biologisches Virus verhält sich anders als Bakterium. In dieser Sache sind wir gemeinsam klüger geworden.[2] Ganz anders sieht das bei einem sozialen Virus aus. …weiterlesen »

Keine Segnung für gleichgeschlechtliche Paare

Der Vatikan weigert sich weiterhin, homosexuellen Partnerschaften einen Segen zu erteilen. So eine Erklärung der zuständigen Glaubenskongregation, die auch Papst Franziskus befürwortet. Diese Entscheidung hat weltweit für Empörung gesorgt, die auch unser Kommentator teilt. …weiterlesen »

Ohren, Möhren, Apotheken und resiliente Historiker

In der Wessenbergstraße in Konstanz ist der M*-Apotheke das M abhandengekommen. Anscheinend waren es wieder einmal Leute leid, dass grundlos rassistische Symbolik und Begriffe ohne Kontextualisierung im öffentlichen Raum herumstehen. In einem Interview mit dem Südkurier rechtfertigt der Leiter der Städtischen Museen Tobias Engelsing nun diese Darstellungen. Damit reproduziert er aber Stereotypen von systemischem Rassismus – und outet sich dabei als handwerklich ungeschickter Historiker. …weiterlesen »

Impfdebakel! Ist dem so?

Da Deutschland sich auf fast allen Gebieten meist weit vorne wähnt, komme so etwas einer „großen Kränkung“ gleich, vermutet Harald Welzer, Sozialpsychologe. Dieses „etwas“ fasste unsere Volksstimme Bild Anfang Februar in diese Headline: „Briten-Häme über unser Impfdebakel“.. Eine Kritik, die, sprachlich kaum variiert, im Spiegel, im heute-journal, in vielen weiteren Medien und in den Reden der Oppositionsparteien zu finden ist. Harsche Vorwürfe, die unser Kommentator in seinem Beitrag unter die Lupe nimmt. …weiterlesen »

Ende gut, alles gut?

Mit grosser Mehrheit stimmte der Konstanzer Gemeinderat mit der Stimme des Oberbürger­meisters bei seiner letzten öffentlichen Sitzung für das Anbringen einer Gedenktafel für Martin Katschker. Dies geschah fünfzig Jahre nach dem sogenannten „Gammlermord“ auf dem Blätzleplatz in Konstanz. Vorangegangen war eine interessante Diskussion, fußend auf einem ausführlichen Gutachten des Konstanzer Stadtarchivars Prof. Klöckler. Dazu ein Kommentar von Anselm Venedey. …weiterlesen »