Hanno Loewy stellt das Erinnerungsprojekt „Über die Grenze“ vor

Auf Einladung der Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“ kommt anlässlich der diesjährigen Stolperstein-Verlegung der Direktor des Jüdischen Museums Hohenems nach Konstanz. Er wird am Donnerstag, den 17. November, sein Projekt „Über die Grenze“ vorstellen, das vom Bodensee bis hinauf zur Silvretta auf einzigartige Weise über Flüchtlingsschicksale in der NS-Zeit informiert. …weiterlesen »

In Konstanz werden neun weitere Stolpersteine verlegt

Bis Ende 2021 verlegte die Initiative „Stolpersteine für Konstanz – Gegen Vergessen und Intoleranz“ für Verfolgte des NS-Regimes in Konstanz, Kreuzlingen und Tägerwilen bereits 260 Stolpersteine. Jüdinnen und Juden, politisch und religiös Verfolgte, NS-Eugenik-Opfer, Deserteure, Sinti und Roma und Homosexuelle erhielten so einen Erinnerungsort. Am 17. November 2022 werden nun neun weitere Steine hinzu kommen.

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Hilfe für verfolgte Jüdinnen und Juden in Italien 1943–1945

Am 8. November 2022 – einen Tag vor dem Jahrestag der Reichspogromnacht 1938 – spricht Sara Berger (Fritz Bauer Institut, Frankfurt) über erfolgreichen Rettungswiderstand im von den Deutschen besetzten Italien. Sie wird viele „stille HeldInnen“ und Rettungsnetzwerke vorstellen, mit deren Hilfe es gelang, die meisten der in Italien lebenden Jüdinnen und Juden dem Zugriff des NS-Regimes oder der italienischen Faschisten zu entziehen.

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Ein unnötiger Egotrip

Gedanktafel Martin KatschkerIm August 1970 erschoss Hans Obser den damals 17-jährigen Lehrling Martin Katschker mit einem Hasentöter. Vorausgegangen war der Tat eine wochenlange Hetze gegen „Gammler“, organisiert von Walter Eyermann, einem ehemaligen Mitglied der rechtsradikalen NPD. Nun steht eine Gedenktafel, die an die damaligen Geschehnisse erinnert. Dennoch bleibt ein schaler Beigeschmack. …weiterlesen »

Vom aktuellen Umgang mit NS-Eugenik-Opfern

Am 26. September 2022 fand in Berlin eine Anhörung des Kulturausschusses des Deutschen Bundestags statt. Das Votum nach der Expertenanhörung hätte einhelliger nicht ausfallen können: Die Opfer der „Euthanasie“-Morde und der Zwangssterilisationen während des Nazi-Regimes sollen endlich als solche anerkannt, ihre Schicksale verstärkt ins öffentliche Bewusstsein gerückt und in der historischen Aufarbeitung berücksichtigt werden. Wie wichtig diese längst überfällige Forderung ist, zeigt nicht zuletzt die vor kurzem eröffnete NS-Dauerausstellung im Konstanzer Rosgartenmuseum, die das Schicksal von über tausend hiesigen NS-Eugenik-Opfern völlig ausblendet. …weiterlesen »

Ausflüge gegen das Vergessen (40): „Euthanasie“-Verbrechen in der Heilanstalt in Kloster Irsee

Aus dem im bayerischen Allgäu gelegenen Irsee wurden in den Jahren 1940 und 1941 circa 400 Menschen im Rahmen der „T4-Aktion“ in Tötungsanstalten verschleppt und dort vergast. Danach ging das systematische Morden vor Ort weiter: Durch Hungerkost, aber auch durch Tabletten und Injektionen starben weitere über 800 Männer, Frauen und Kinder. Das Gedenken an das Geschehen und die Opfer, darunter auch der vierzehnjährige Jenische Ernst Lossa, hat sich im Lauf der Zeit gewandelt, wie die Kontroverse um das heute nicht mehr ausgestellte Triptychon in der früheren Prosektur zeigt. …weiterlesen »

Mörder ehren – Der Fall Jodl (2)

Es wirkt wie eine Provinzposse – und ist doch viel mehr. Der Stein des Anstoßes steht auf dem Friedhof der idyllischen Fraueninsel im Chiemsee: Ein Ehrenmal für »Alfred Jodl, Generaloberst«, dessen Familie ein Anwesen in Gstad am Chiemsee gehört hat. Jodl war in seiner führenden militärischen Position für viele Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen verantwortlich.

Teil 2/2 …weiterlesen »

Mörder ehren – Der Fall Jodl (1)

Es wirkt wie eine Provinzposse – und ist doch viel mehr. Der Stein des Anstoßes steht auf dem Friedhof der idyllischen Fraueninsel im Chiemsee: Ein Ehrenmal für »Alfred Jodl, Generaloberst«, dessen Familie ein Anwesen in Gstad am Chiemsee gehört hat. Jodl war in seiner führenden militärischen Position für viele Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen verantwortlich.

Teil 1/2 …weiterlesen »

Ausflüge gegen das Vergessen (39): Über Konstanz / Kreuzlingen gelangten „Austauschjuden“ aus Bergen-Belsen in die Freiheit

Am 24. Januar 1945 erreichte ein Zug mit 136 jüdischen Häftlingen aus dem KZ Bergen-Belsen den Konstanzer Bahnhof. Die Männer, Frauen und Kinder waren sogenannte Austauschjuden; sie befanden sich dank eines Abkommens zwischen dem Nazi-Regime und der US-Regierung auf dem Weg nach St. Gallen. Für drei bereits schwerkranke Menschen kam die Rettung zu spät: Sie starben kurz nach dem Grenzübertritt im Kantonsspital Münsterlingen und wurden auf dem jüdischen Friedhof Kreuzlingen begraben. …weiterlesen »

Die Ukraine, die Europäische Union und die Demokratie

Korrupt war die Ukraine schon immer, nun entwickelt sie sich zu einem autoritären und kulturfeindlichen Staat. Hier einige Gedanken des Schriftstellers Jochen Kelter zur Ukraine, dem Krieg und westlichen Reaktionen und Interessen. …weiterlesen »

Ausflüge gegen das Vergessen (38): Das hundert Kilometer lange Freiluft-Denkmal „Über die Grenze“ in Vorarlberg

Ein Projekt des Jüdischen Museums Hohenems erlaubt seit Anfang Juli 2022, sich entlang der  Radroute Nr. 1 vom Bodensee bis hinauf zur Silvretta auf einzigartige Weise über Flüchtlingsschicksale in der NS-Zeit zu informieren. Was politische GegnerInnen der Nazis, verfolgte Jüdinnen und Juden, Deserteure, Kriegsgefangene und Zwangs- und FremdarbeiterInnen aus besetzten Ländern Europas in Vorarlberg bei ihren Fluchtversuchen erlebten, kann man nun an symbolischen Grenzsteinen per QR-Code nachverfolgen. …weiterlesen »

NS-Ausstellung im Rosgartenmuseum: Gegen das Vergessen (II)

Bei der Eröffnung der Ausstellung wurde ein Film gezeigt, der erste Dokumentarfilm zu Konstanz im Nationalsozialismus überhaupt. Zu sehen ist er auch in der Ausstellung im Rosgartenmuseum. Hier nun die leicht gekürzte Rede von Anselm Venedey anlässlich der Ausstellungseröffnung …weiterlesen »

NS-Ausstellung im Rosgartenmuseum: Gegen das Vergessen (I)

NazischergenVergangenen Freitag wurde im CineStar vor großem Publikum die Ausstellung „Konstanz im Nationalsozialismus 1933 – 1945“ eröffnet. Gezeigt wurde auch ein Film, der sich in Konstanz auf Spurensuche begab und deutlich macht, wo die Nationalsozialisten ihr Unwesen trieben. Museumsdirektor Tobias Engelsing hielt eine Rede zum Thema, die wir hier in leicht gekürzter Form wiedergeben. Eine zweite, vorgetragen von Anselm Venedey, folgt morgen. …weiterlesen »

Was macht den Holocaust geschichtlich so einzigartig?

KZ AuschwitzDie Vernichtung des europäischen Judentums zwischen 1941 und 1945 durch deutsche Täter und einige nichtdeutsche Helfer hat nachfolgenden Generationen eine zentrale moralische Verpflichtung auferlegt, so der Philosoph Theodor W. Adorno 1966 in seinem Radiovortrag „Erziehung nach Auschwitz“. Überlegungen zu einem Menschheitsverbrechen sind das Thema eines Vortrags am 30.6. im Konstanzer Bildungszentrum. …weiterlesen »

Rosgartenmuseum: Konstanz im Nationalsozialismus. 1933 bis 1945

Konstanz im NationalsozialismusDer Nationalsozialismus, der Zweite Weltkrieg mit den deutschen Angriffskriegen gegen benachbarte Staaten und der singuläre Völkermord an den europäischen Juden und anderen Minderheiten liegen für jüngere Menschen in fernster Vergangenheit: Keine Großmutter erzählt mehr von der Angst um den Sohn an der Front, kein Großvater überschlägt eilig die Seite im Familienalbum, die ihn in SA-Uniform zeigt. Auch die meisten der überlebenden Opfer sind nicht mehr am Leben. Eine bemerkenswerte Dauerausstellung im Konstanzer Rosgartenmuseum, die ab 25.6. zu sehen ist und auf die wir gern vorab hinweisen. …weiterlesen »

„Wessen Kind bist Du?“ – Ein Gespräch mit dem Holocaust-Überlebenden Tswi Herschel und seiner Tochter Natali

Der Ende 1942 im niederländischen Zwolle geborene Tswi Herschel ist einer der jüngsten Überlebenden des Holocaust. Dass er heute – da nur noch wenige ZeitzeugInnen leben – als Mitglied der zweiten Generation Erinnerungen in die Zukunft tragen kann, verdankt er der Tatsache, im Alter von nur vier Monaten von seinen Eltern einem nicht-jüdischen Paar anvertraut worden zu sein. Auf Einladung der Konstanzer Stolperstein-Initiative sprechen er und seine Tochter am 21. Juni 2022 im Wolkenstein-Saal des Konstanzer Kulturzentrums. …weiterlesen »

Zur Vornehmheit in der Kunst philosophischer Pöbeleien

Wir möchten Ihnen in den nächsten Wochen Freude an der Philosophie vermitteln. Zum Auftakt hier ein Text von Pirmin Stekeler-Weithofer über das ganz und gar nicht abgeklärte Verhältnis einiger Philosophen zu ihren Kollegen. …weiterlesen »