Nachrichten von der Kulturfront

Während die Kultur in Deutschland darniederliegt, geht der Kulturbetrieb in der nahen Schweiz – mit einigen Einschränkungen – weiter. Wer Lust auf leibhaftige zeitgenössische Musik oder eine ausgefallene Ausstellung hat, braucht also nur über die Grenze zu reisen, um sich im befreundeten Ausland seinen bevorzugten Kunstgenüssen hinzugeben. Es ist trotz der finsteren Zeiten einiges geboten – von delikater Spektralmusik bis hin zu schaurigen Truppenübungsplätzen als Bühnenbildern des Krieges. …weiterlesen »

Weniger Geld für Produzenten von Kriegsmaterial

Die „Kriegsgeschäfte-Initiative“, über die Ende November in der Schweiz abgestimmt wird, will Pensionskassen und der Nationalbank verbieten, weiterhin Geld in Rüstungsfirmen zu investieren. Die Nationalbank, IndustrievertreterInnen und bürgerliche Parteien hingegen behaupten, das sei wirtschaftlich nicht verkraftbar. Doch das ist so nicht ganz richtig. …weiterlesen »

Reiche Schweiz wird langsam ärmer

Die Armutsquote in der gesamtschweizerischen Bevölkerung liegt bei mittlerweile 7,9 Prozent. Besonders betroffen sind Alleinerziehende und die Working Poor. Bei der letzten Erhebung der Schweizerischen Konferenz für Sozialhilfe (SKOS) 2018 lag die Armutsquote in der Ostschweiz mit 5,8 Prozent unter dem schweizerischen Durchschnitt. Im Thurgau bezogen 1,5 Prozent Sozialhilfe. …weiterlesen »

Die oft vergessene Kunst

Der Tanz hatte in der Antike gar eine eigene Muse, Terpsichore. In Winterthur findet er – selbst in diesem Seuchenjahr – aber auch noch heute immer wieder eine Heimstatt: Das Tanzfestival, das vom 12.-21. November zum 28. Mal stattfindet. Es handelt sich dabei um eine der wegweisenden Veranstaltungen für zeitgenössischen Tanz in der Region, die eine Vielzahl an internationalen und lokalen Choreographien präsentiert, die in dieser Gegend meist wohl nur bei dieser Gelegenheit zu sehen sein werden. …weiterlesen »

Ostschweizer Komitee kämpft für Konzernverantwortung

Das Ostschweiz Komitee für die Konzernverantwortungsinitiative hat vergangenen Dienstag in St. Gallen seine Argumente vorgestellt. Die PolitikerInnen Lucrezia Meier-Schatz (CVP/SG), Thomas Brunner (GLP/ SG), Roger Forrer (SVP/TG) und Franziska Ryser (Grüne/SG) legten dar, wieso aus ihrer Sicht die Initiative eine Selbstverständlichkeit fordert: Wenn Konzerne Flüsse vergiften oder ganze Landstriche zerstören, dann sollen sie auch dafür geradestehen, meint das breite Bündnis. Hier die Medienmitteilung im Wortlaut. …weiterlesen »

Kreuzlingen will mehr Flüchtlinge aufnehmen

Der Kreuzlinger Stadtrat hat sich mit der Forderung an die Schweizer Justizministerin Karin Keller-Suter (FDP) gewandt, mehr Flüchtlinge aus griechischen Flüchtlingslagern aufzunehmen. Er verweist darauf, dass im ehemaligen Flüchtlings-Empfangszentrum in Kreuzlingen – das zum „Ausreise-Zentrum“ umgewidmet wurde – derzeit nur 56 Personen unterbracht sind, obwohl Platz für 290 wäre. …weiterlesen »

Der Versuch, die Schweiz zur Insel zu machen

Ein Song von Paul Simon gibt Ratschläge, wie man eine Geliebte los werden kann: „Fifty ways to leave your lover“. Wenn es um die vertragliche Bindung der Schweiz an die EU geht, muss dies das Lieblingslied der Schweizerischen Volkspartei (SVP) sein. Ende September versucht sie wieder einmal per Volksabstimmung, die von ihr ungeliebte EU loszuwerden. Der Ausgang ist noch offen. …weiterlesen »

Milliarden für neue Kampfjets?

Soll die Schweiz in den nächsten Jahren sechs Milliarden Franken für neue Kampfjets ausgeben oder wirft man damit viel Geld zum Fenster raus? Darüber befinden die Schweizer Stimmberechtigten Ende September. Parlament und bürgerliche Parteien sind dafür, linke und grüne Parteien lehnen ab und unterstützen das von der Gruppe für eine Schweiz ohne Armee (GSoA) initiierte Referendum gegen die Flugzeugbeschaffung.

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Literatur zum Anhören und Anfassen

Literatur ist unvergleichlich und nicht umsonst seit Jahrtausenden eine der großen Inspirationsquellen der Menschheit, ihr Gedächtnis und nur zu oft auch ihr Kummerkasten. Wer schreibt, der bleibt, das gilt zwar nur für die wenigsten AutorInnen, aber die meisten schreiben heutzutage ohnehin fürs Hier und Jetzt. Im Literaturhaus Thurgau in Gottlieben gibt es in den nächsten Wochen zahlreiche Lesungen, die ein breites Spektrum der zeitgenössischen Literatur abbilden und einen Besuch wert sind. …weiterlesen »

Was zählt im Leben?

Zum Ende dieses denkwürdigen Sommers geht die Kultur endlich wieder los. Das Theater am Gleis in Winterthur startet am Freitag mit einem Konzert des Hendrix Cousins Quintetts, ehe das Junge Theater Winterthur ab 18. August an vier Abenden „Nichts – was im Leben wichtig ist“ auf die Bühne bringt, ein Stück für Menschen ab 12 Jahren. Was im Leben hat Bedeutung? Die erste Liebe, die FreundInnen, Eltern und Geschwister oder am Ende etwa gar nichts? Ein Experiment mit ungewissem Ausgang. …weiterlesen »

Niederlage für Jehovas Zeugen

Mit insgesamt rund 9 Millionen Mitgliedern, davon etwa 170.000 in Deutschland, zählt die biblisch-apokalyptische Endzeitsekte Zeugen Jehovas zu den größten Religions­gemeinschaften weltweit. Gegen Kritik an ihren Glaubensinhalten reagieren sie meist empfindlich und bringen ihre Anwälte in Stellung. Aber ein Schweizer Gericht hat ihnen nun deutlich die Grenzen aufgezeigt. …weiterlesen »

Antisemitismus und Judenhass auch in der Schweiz

Eine aktuelle Untersuchung in unserem Nachbarland zeigt erschreckend deutlich: Die Diskriminierung von Jüdinnen und Juden nimmt auch in der Schweiz zu. Viele fühlen sich bedroht, in der Eidgenossenschaft offenbar sogar mehr als in anderen europäischen Staaten. Was läuft hier schief? Der Publizist und Buchautor Hugo Stamm geht der Sache auf den Grund und bietet Erklärungsmuster. …weiterlesen »

Schloss Arenenberg: Eine Kaiserin bringt Kohle

Mit Verspätung startet jetzt in den sechs kantonalen Thurgauer Museen das Ausstellungsprojekt „Thurgauer Köpfe“. Das Napoleonmuseum auf dem Arenenberg widmet sich darin unter dem Titel „Eine Kaiserin bringt Kohle“ der letzten Monarchin Frankreichs, Eugénie de Montijo. Sie nutzte das Schlossgut am Bodensee nach dem Tod ihres Mannes, Kaiser Napoléon III., mehrere Jahre lang als Sommersitz. 1906 schenkte sie das Anwesen samt seinen Sammlungen dem Kanton. Vor 100 Jahren, am 11. Juli 1920, starb sie. …weiterlesen »

Kreuzlingen solidarisch

Egal ob in privaten oder offiziellen Projekten: In der Corona-Krise haben KreuzlingerInnen ihre Solidarität unter Beweis gestellt. Rund 100 Kreuzlinger Haushalte haben den Einkaufsdienst von „Kreuzlingen hilft“ mehrere Wochen lang genutzt; über 80 Helferinnen und Helfer waren im Einsatz. Die Idee dazu kam von Zjelka Blank (Bild), Leiterin des städtischen Kompetenzzentrums Integration. Sie meldete sich extra dazu bei Facebook an und gründete eine Gruppe, die großen Zuspruch erhielt (seemoz berichtete). …weiterlesen »

Verrammelte Grenzen: Wie geht es weiter?

Die derzeitige Situation an den Grenzen zwischen Deutschland und der Schweiz bedeutet für viele Menschen in unserer Region eine in jeder Hinsicht enorme zusätzliche Belastung. Bundes- und Kommunal­poli­tikerIn­nen aus beiden Ländern fordern ein Umdenken und plädieren für eine baldige Grenzöffnung, denn die rigiden Ver­ord­nun­gen seien so nicht länger hinnehmbar. Mit der Bitte, Maßnahmen für die spezielle Situation in unserer Grenzregion zu prüfen, wandte sich kürzlich auch der Kreuzlinger Stadtrat an die Schweizer Bundesrätin Karin Keller-Sutter. …weiterlesen »

Wenn StimmenzählerInnen wählen

Es soll ja Katzen geben, die eine ganz bestimmte Futtermarke wählten, würde man sie nur lassen. In Frauenfeld hat sich wohl ein/e StimmenzählerIn bei den Grossratswahlen am 15. März an diese Maxime erinnert, ihrer/seiner großen Vorliebe für die SVP nachgelebt und dafür den Grünliberalen (GLP) Stimmen geklaut. Die Frage ist nun: Bekommt die GLP zu Lasten der SVP einen weiteren Sitz? …weiterlesen »

Kreuzlingen solidarisch

Am Anfang stand ein persönliches Hilfsangebot. Zeljka Blank hatte Zeit und wollte in der Corona-Krise nicht untätig bleiben. An einigen Bushaltestellen in der Umgebung ihres Wohnorts hängte sie Zettel aus, in denen sie Hilfe bei Einkäufen und Besorgungen anbot. In nur einer Woche ist daraus ein Netzwerk von rund 70 HelferInnen entstanden, das Menschen aus Corona-Risikogruppen bei der Bewältigung ihres Alltags unterstützt. …weiterlesen »