Identitätsausweis durch Großkonzerne

Die bürgerlichen Parteien in der Schweiz wollen, dass der neue elektronische Iden­ti­täts­ausweis von Privaten vertrieben wird. In nicht allzu ferner Zukunft soll nach dem Willen des Bundes jede Schweizerin, jeder Schweizer über einen elektronischen Ausweis verfügen. Das soll Behördengänge oder solche zur Post sowie jeden Verkehr mit Amtsstellen oder Privaten abkürzen. Doch das ist wohl nicht alles, argwöhnt unser Berichterstatter. …weiterlesen »

Ocean Vuong, fake America great again und die Schweiz

Die NZZ veröffentlichte Anfang November ein Interview mit einem Senkrechtstarter der US-Literatur, in dem es – unvermeidlich – wieder mal auch um US-Präsident Trump und seine Anhängerschaft ging. Unseren in der Schweiz lebenden Autor Jochen Kelter hat die Lektüre des Gesprächs zu Überlegungen über manipulierende Wahlkämpfe und die Mißachtung des Mehrheitswillens inspiriert, die das US-Wahlrecht möglich macht. Obgleich in der Eidgenossenschaft das Mehrheitswahlrecht nicht gilt, sieht Kelter auch in seiner Wahlheimat Handlungsbedarf. …weiterlesen »

Neues Rathaus, alte Probleme

Das neue Kreuzlinger Stadthaus (Rathaus) könnte gebaut werden – wenn, ja wenn nicht noch eine Initiative gegen den Neubau unterwegs wäre. Vergangene Woche gab’s dazu zwei gegensätzliche Meldungen: einerseits hat der Kanton die Überlänge des Baus genehmigt, andererseits weist die Initiative dagegen mittlerweile bereits die Mindestzahl an Unterschriften auf. Klingt nach erneuter Hängepartie. …weiterlesen »

Schweiz: viel grüner, weiblicher und etwas linker

Die Klimaveränderung hat die politische Schweiz mit Wucht getroffen – sogar Konstanz‘ Nachbarkanton Thurgau. Bei den nationalen Wahlen haben die Grünen am Wochenende einen in dieser Deutlichkeit überraschenden Erdrutschsieg errungen – und im Thurgau der FDP den Nationalratssitz abgenommen. Gleichzeitig haben auch die Frauen ihre Parlamentsvertretung um 10 auf 42 Prozent ausgebaut. …weiterlesen »

Kreuzlinger Boulevard: Alles zurück auf Anfang

Angeblich hat ja alles ein Ende – nur die Wurst hat zwei. Der Vorgang um die Verkehrsberuhigung der Kreuzlinger Hauptstraße, auch „Boulevard“ genannt, hat viele Verästelungen. Und ab 16. Oktober nun auch ein Ende. Dieses wiederum heißt: Alles zurück auf Anfang – sowie es 2011 begann. Unsere Autorin dröselt die fast schon surreal anmutende Geschichte nochmal auf. …weiterlesen »

10 Jahre Kultur für den Thurgau

In der Medienbranche wird immer wieder einmal darüber diskutiert, ob die öffentliche Hand bestimmte Medien intensiver fördern sollte. Im Thurgau hat man das mit der Gründung von thurgaukultur.ch vor 10 Jahren einfach getan. Denn letztlich, so die Erkenntnis, kommt Kultur nur dann beim Publikum an, wenn Medien darüber berichten und verlässlich darüber informieren, was wann und wo läuft. Hier ist die Geschichte dieses Pionierprojektes und wie ein solches Modell (auch finanziell) funktioniert. …weiterlesen »

Da ist der Wurm drin

Für einmal darf man, ohne der Stimmungs­mache geziehen zu werden, sagen: Bei den Schweizer Rechtspopulisten der SVP ist der Wurm drin. Und zwar nicht nur, weil sie für die Wahlen im Oktober Stimmen­verluste befürchten müssen, sondern weil sie das anscheinend derart verschreckt hat, dass sie mit einem Plakat werben, auf dem alle Kon­kurrentInnen als Würmer dargestellt werden. …weiterlesen »

„Ehrenrunde“ für das Kreuzlinger Stadthaus

Kreuzlingen streitet – wieder einmal – über ein neues Stadthaus (Rathaus). Vor knapp drei Jahren genehmigten die Kreuzlinger Stimmberechtigten mit einer Mehrheit von fünf Stimmen den Neubau eines Stadthauses – nach über 25 Jahren Diskussion. Jetzt wollen Gegner per Volksinitiative genau diese Planung wieder kippen. Die Freude darüber hält sich in Grenzen. …weiterlesen »

Klima? Ist da was? Kreuzlingen hilft

KonstanzerInnen, die befürchten, durch das verkleinerte Feuerwerk beim Seenachtfest dieses Jahr zu wenig Feinstaub abzubekommen, dürfen erleichtert aufatmen. Auch der ersehnte CO2-Ausstoss ist garantiert, denn: Kreuzlingen hilft gerne. Das Organisationskomitee (OK) des „Fantastical“ in unserer Nachbarstadt lässt’s dieses Jahr gleich zweimal krachen. Man gönnt sich ja sonst nix. …weiterlesen »

Ein großes Herz für die Literatur

Am kommenden Sonntag, 28. Juli, feiert der Autor und Verleger Beat Brechbühl seinen 80. Geburtstag. Für sein schriftstellerisches Werk wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Preis der Schweizerischen Schillerstiftung, dem Bodensee-Literatur­preis, dem Kulturpreis des Kantons Thurgau und dem Buchpreis der Stadt Bern. Eine Würdigung seines Freundes und Kollegen Jochen Kelter. …weiterlesen »

„Die Probleme des Patriarchats betreffen uns alle“

Morgen, Freitag, streiken in der ganzen Schweiz Frauen. Sie legen die Arbeit nieder, demonstrieren in den Städten und tanzen in die Nacht. Zum ersten Schweizer Frauenstreik seit 1991 haben zahlreiche Organisationen aufgerufen, darunter auch die Gewerk­schaften. Worum geht es bei diesem Protest? Und was erwarten sich die Frauen davon? Das Ostschweizer Magazin „Saiten“ hat dazu Barbara Schällibaum, Alexandra Akeret, Anja Beven Eberle und Léonie Schubiger vom St.Galler Streikkomitee befragt. …weiterlesen »

„Retten ist kein Verbrechen“

Ende der 1930er Jahre rettete der St.Galler Polizeikommandant Paul Grüninger Hunderten Flüchtlingen das Leben, die vor dem Nationalsozialismus in die Schweiz zu entkommen versuchten. Seit seiner Rehabili­tierung Ende der 1990er Jahre gibt es den Paul-Grüninger-Preis. Dieses Jahr ging er an Leute, die Tausende von Menschenleben retteten – und jetzt dafür Gefängnis riskieren. Die Verleihung der Preise am Freitag im St.Galler „Palace” wurde zu einem Festakt der Menschenrechte. …weiterlesen »

Eine emanzipatorische Katholikin

Maria 2.0: Unter diesem Namen verweigern seit 11. Mai engagierte Katholikinnnen sämtliche kirchlichen Dienste. In einer Petition an den Papst verlangen sie eine ernsthafte Aufarbeitung der Missbrauchsfälle, aber auch den Zugang von Frauen zu allen Kirchenämtern – eine Forderung, die die 1999 verstorbene Schweizer Juristin Gertrud Heinzelmann bereits in den Sechzigerjahren gestellt und damit den Vatikan aufgeschreckt hatte. …weiterlesen »

Was nicht geheim ist, soll öffentlich sein

Wenn vor allem Gemeindepräsidenten (Bürgermeister) gegen eine Thurgauer Volksinitiative Sturm laufen, dann fragt man sich unwillkürlich: Warum? Wenn es um die Volksinitiative „Offenheit statt Geheimhaltung – für transparente Behörden“ geht, über die am 17. Mai abgestimmt wird, dann kann man die Frage mit „Angst vor Machtverlust“ beantworten. …weiterlesen »

Schweizer Schützen gegen die EU

Die EU muss von der Schweiz etwas ganz Fürchterliches wollen – zumindest wenn man den Plakaten glaubt (siehe nebenstehendes Bild), die derzeit entlang der eidgenössischen Straßen hängen: Mehrheitlich junge Frauen mit strengem Blick und abwehrend ausgestrecktem Arm verkünden: „Unrecht – Freiheitsfeindlich – Gefährlich – Unschweizerisch“. Grund: Die Schweiz soll das geänderte EU-Waffenrecht übernehmen. …weiterlesen »

Wenn Müll mit Eis belohnt wird

Am 19. Mai wird in unserem Nachbarland mal wieder abgestimmt. Passend zum nahe am Muttertag liegenden Datum ist eine der Vorlagen sehr mütterlich-pädagogisch aufgebaut. Sie folgt dem Prinzip „wenn ich will, dass das Kind etwas ihm Unangenehmes tut, verspreche ich ihm etwas, was es gerne mag, das aber mit dem Unangenehmen nichts zu tun hat“. Worum geht es genau? …weiterlesen »

Beihilfe zum Mord

Zu einem riesigen Peace-Zeichen gruppierten sich am Ostermontag auf Klein-Venedig (nahe dem Konstanzer Lago) zahlreiche Menschen. Das „lebende Bild“ war einer der Höhepunkte beim diesjährigen Internationalen Bodensee-Friedensweg, auf den sich an die 1000 TeilnehmerInnen von der Marktstätte über den Rheinsteig zum Stadtgarten in Konstanz und danach über die Grenze zum Hafenplatz in Kreuzlingen begaben. Sie demonstrierten für eine „Friedens- statt Rüstungsregion und ein weltweites Atomwaffenverbot“. …weiterlesen »