Die Provinz lebt (53): Weltladen Dettingen

Die Konsumgesellschaft nutzt bedenkenlos die menschlichen und ökologischen Ressourcen im globalen Süden, sie baut auf Ausbeutung und Naturvernichtung. Mit unserer imperialen Lebensweise zerstören wir den Planeten – als gäbe es keine Alternativen für den nächsten Einkauf. Dabei liegen manche recht nahe – beispielsweise in Dettingen. …weiterlesen »

Die Provinz lebt (52): „herzlich unverpackt“ Singen

Wer ärgert sich nicht über den Müll, den wir mit dem Einkauf nach Hause tragen? Der die Umwelt versaut, die Weltmeere plastifiziert, auf riesigen Deponien im globalen Süden landet, dort Menschen verseucht und die Klimakatastrophe beschleunigt? Doch es gibt eine Alternative zum Verpackungswahn – auch in Singen. In der seemoz-Reihe über nachhaltige, solidarische Projekte in der Region stellt sich heute die „herzlich unverpackt“-Genossen­schaft vor. …weiterlesen »

Auflösung: Wer wars? (11)

„Wenn man bedenkt, dass wir alle verrückt sind, ist das Leben eigentlich erklärt.“ Mark Twain

Am vergangenen Freitag fragten wir nach dem US-amerikanischen Schriftsteller Samuel Langhorne Clemens alias Mark Twain (1835–1910). Bekannt wurde der Autor von Klassikern wie „Tom Sawyer“ und „Huckleberry Finn“ mit der Kurzgeschichte „Der berühmte Springfrosch von Calaveras“ (1865). In seinem wunderbar satirischen Reisebericht „Bummel durch Europa“ nahm er insbesondere die Schweiz aufs Korn; dieser Teil erschien 2019 separat bei Diogenes (Mark Twain: „In der Schweiz“). Von 1900 bis zu seinem Tod war er Vizepräsident der US-amerikanischen Antiimperialistischen Liga. Die weitgehend unbekannten Texte dieser Zeit – etwa das „Selbstgespräch des Zaren“, „Die Vereinigten Lynchstaaten von Amerika“ oder „Das Kriegsgebet“ – sind seit 2014 nachzulesen in: Peter Priskil (Hg.), „Der unbekannte Mark Twain. Schriften gegen den Imperialismus“, Ahriman Verlag, Freiburg. brm

Engagiert und widerständig: Wer wars? (11)

 Der unbekannte Antiimperialist

„Wie barmherzig sind Kleider, wie wohltätig, wie mächtig, wie unschätzbar wertvoll! Meine vermögen eine menschliche Null in einen schauerlichen Alpdruck für die ganze Welt zu verwandeln.“ Diese Worte legte der US-Schriftsteller dem russischen Zaren in den Mund, als er ihn darüber jubilieren ließ, dass die Monarchen dem Volk Gewaltlosigkeit predigten, während sie selbst sich nur mit „Mord, Verrat, Meineid, Folter, Verbannung und Gefängnis“ auf dem Thron hielten. …weiterlesen »

Die Provinz lebt (51): Solihaus St. Gallen

Die Grenzen sind offen – und damit besteht wieder die Möglichkeit, sich gegenseitig zu besuchen und über den eigenen Tellerrand hinaus zu vernetzen. Denn auch in der Ostschweiz gibt es viele basisnahe, solidarische Initiativen, die sich für Gleichberechtigung engagieren, etwas bewegen und von denen man etwas lernen kann. Besonders aktiv ist beispielsweise das Solidaritätshaus St. Gallen. …weiterlesen »

Die Provinz lebt (50): Fridays for Future Radolfzell

Geht nach dem Corona-bedingten Lockdown das Bemühen für eine bessere, solidarischere, ökologischere und nachhaltige Gesellschaft weiter? Offenbar ja. Denn auch in Radolfzell engagieren sich Menschen für eine klimagerechte Stadt. Und so stellt sich hier eine weitere basisnahe und zukunftsbewußte Initiative im Bodenseeraum vor, die wie auch andere Gruppen in unserer Serie „Die Provinz lebt“ MitstreiterInnen sucht. …weiterlesen »

Die Provinz lebt (49): Save me Konstanz

„Eine Stadt sagt ja! Flüchtlinge kennenlernen, begleiten, integrieren“ – so lautet das Motto einer Initiative, die inzwischen so bekannt ist, dass sie sich in der seemoz-Reihe „Die Provint lebt“ eigentlich nicht mehr vorstellen muss. Und doch sucht Save me Konstanz weiterhin engagierte Menschen, die nicht bereit sind, das Gegebene hinzunehmen und sich für eine bessere, solidarischere Gesellschaft einsetzen.

…weiterlesen »

Auflösung: Wer wars? (10)

Am vergangenen Freitag fragten wir nach der kenianischen Politikerin, Umwelt- und Menschenrechtsaktivistin Wangari Muta Maathai (1940–2011). Ihr Green Belt Movement („Grüngürtel-Bewegung“) machte auch im Ausland Schule und inspirierte die Eine-Million-Bäume-Kampagne des UN-Umweltprogramms. Neben vielen anderen Ehrungen wie dem Alternativen Nobelpreis (1984) und zahlreichen Ehrendoktorwürden – auch von der Nairobi-Universität, die sie 1981 nicht wieder eingestellt hatte – erhielt „Mama Miti“, die „Mutter der Bäume“, 2004 den Friedensnobelpreis. brm

Engagiert und widerständig: Wer wars? (10)

Die verrückte Anatomieprofessorin

Weil sie fürs Parlament kandidierte, musste sie ihre Unistelle kündigen. Doch dann akzeptierte die Wahlbehörde einfach ihre Bewerbung nicht: eine Frau in der Politik? Unanständig! Und dann auch noch sie! Ihren Job bekam sie nicht zurück, und die institutseigene Wohnung musste sie auch gleich räumen. Mit 41 Jahren stand die Professorin der Veterinäranatomie vor dem Nichts. Kenias Präsident Daniel arap Moi rieb sich damals die Hände, denn die Vorsitzende des Nationalen Frauenrats war ihm schon lang ein Dorn im Auge. Er freute sich allerdings zu früh, denn jetzt legte sie erst richtig los.

…weiterlesen »

Auflösung: Wer wars? (9)

Am vergangenen Freitag fragten wir nach dem US-amerikanischen Sänger, Schauspieler und Bürgerrechtler Harry Belafonte. Unter anderem rief er 2005 „Gathering for Justice“ ins Leben, ein inzwischen US-weit agierendes Jugendnetzwerk, das sich für die Beseitigung der wirtschaftlichen und sozialen Ungleichheit der Schwarzen und Latinos engagiert. Nach Trumps Amtsantritt 2017 war die Bewegung Mitorganisatorin des Protestmarschs für Frauen- und Menschenrechte in Washington. Er selbst hat sich inzwischen aus der Öffentlichkeit zurückgezogen. Immerhin ist er 93 Jahre alt. brm

Engagiert und widerständig: Wer wars? (9)

Der zornige Sänger

Wenn ihn auf dem Schulweg weiße Kinder anrempelten, schlug er zu. Denn er war zornig, schon mit sieben, und er ließ sich nichts gefallen. Später erkannte er den Grund für seine Wut: 1927 als Sohn karibischer Einwanderer in Harlem, New York, geboren – die Mutter war Dienstmagd, der Vater Matrose –, war er ein Bürger zweiter Klasse. Früh schmiss er die Schule, hielt sich mit Hilfsjobs über Wasser und meldete sich 1944 zum Kriegsdienst. Dass er dabei hochriskante Arbeiten wie das Verladen von Munition erledigen musste – derartige Drecksjobs waren Schwarzen wie ihm vorbehalten –, empörte ihn noch mehr. …weiterlesen »

Auflösung: Wer wars? (8)

Am vergangenen Freitag fragten wir nach der Dominikanerschwester und Umweltaktivistin Dorothy Stang (1931–2005). Die von der Arbeiterpartei geplanten Schutzmaßnahmen für den Regenwald schlug damals bald in Gewalt um; Stang selbst erhielt als Initiatorin des Siedlungsprojekts Morddrohungen. Ihr Tod – wie einst die Ermordung des brasilianischen Kautschukzapfers und Gewerkschafters Chico Mendes – führte zu internationalen Protesten. In der Folge erließ die Regierung ein Sojamoratorium: Auf illegal gerodeten Regenwaldflächen durfte kein Soja mehr angebaut werden; 2016 wurde das Moratorium beendet. Als 2019 Jair Bolsonaro das Präsidentenamt antrat, sagte er den UmweltschützerInnen umgehend den Kampf an und sicherte für illegale Rodungen Straffreiheit zu. brm

 

 

Engagiert und widerspenstig: Wer wars? (8)

Die mutige Seele

Wie viel ihr Leben wert war, wusste sie schon länger, und sie fand es selbst etwas wenig: Ganze 3000 US-Dollar waren demjenigen versprochen, der sie töten und so für „Frieden auf den Lände­rei­en“ sorgen würde. Am Ende boten die Auftraggeber jedoch das Fünffache, was zumindest dem Verkaufswert dreier Tropenbäume entsprach. An einem Februarmorgen 2005 fand man schließlich ihre Leiche. Die 73-jährige Ordensschwester war auf dem Weg zu einer ihrer vielen Versammlungen im brasilianischen Urwald erschossen worden.

…weiterlesen »

Auflösung: Wer wars? (7)

Am vergangenen Donnerstag fragten wir nach dem englischen Schriftsteller, Politiker und Philosophen Thomas Morus (1478–1535). Er ist Autor des 1516 auf Lateinisch erschienenen Romans „Ein wahrhaft gül­de­nes, nicht weniger heilsames denn kurz­wei­li­ges Büchlein vom besten Zustand des Staates und der neuen Insel Utopia“, in dem er eine ideale Gesell­schaft entwirft. International viel beachtet, wurde es bald in mehrere Sprachen übersetzt, 1524 auch ins Deutsche. Auf Englisch erschien es aller­dings erst rund ein halbes Jahrhundert später. Das Buch wurde Namensgeber der sogenannten utopi­schen Literatur. 1935 wurde Thomas Morus von Papst Pius XI. als Märtyrer heiliggesprochen. brm

Engagiert und widerspenstig: Wer wars? (7)

Alle zwei Wochen fragen wir nach Persönlichkeiten aus der Geschichte – nach frechen Frauen, couragierten Männern und überhaupt nach Menschen, die sich für eine bessere Welt einsetzten und dabei nicht selten viel riskierten. Manche sind noch heute bekannt, viele andere aber in Vergessenheit geraten – wie etwa jener englische Politiker, der einen Weltreisenden von einer Inselrepublik schwärmen ließ.

…weiterlesen »

Auflösung: Wer wars? (6)

Am vergangenen Freitag fragten wir nach der französischen Frauenrechtlerin, Sozialistin und Journalistin Pauline Roland (1805–1852). Bevor sie 1852 in das algerische Klostergefängnis El-Biar deportiert wurde, schrieb die Radikalfeministin in einem Brief: „Wenn schon Menschen geopfert werden, müssen auch Frauen an diesem Martyrium teilhaben. Das ist ein Zeichen für unsere Gleichheit.“ Ein Gnadengesuch zu stellen, lehnte sie kategorisch ab. Pauline Roland konnte nur in kleinstem Kreis beerdigt werden; dem Sarg ihres Sohns, der kurze Zeit später starb, folgte ihr zu Ehren jedoch eine große Menschenmenge. brm

Engagiert und widerspenstig: Wer wars? (6)

Alle zwei Wochen freitags fragen wir nach Persönlichkeiten aus der Geschichte – nach frechen Frauen, couragierten Männern und überhaupt nach Menschen, die sich für eine bessere Welt einsetzten und dabei nicht selten viel riskierten. Manche sind noch heute bekannt, viele andere aber sind in Vergessenheit geraten – wie etwa jene französische Sozialistin, die Gleichheit vor dem Gesetz radikal definierte.

…weiterlesen »