Der Klimacampblog (69): Warm- oder Kaltbaden? Ein Dilemma

Auf seiner letzten Sitzung Ende Juni lieferte der Konstanzer Gemeinderat ein Beispiel dafür, wie er die komplexen Herausforderungen von Energiekrise und Klimakatastrophe angehen will, die weitreichende Folgen haben. Nämlich erst einmal gar nicht. …weiterlesen »

Auflösung: Wer war’s? (53)

Am vergangenen Freitag fragten wir nach dem englischen Politaktivisten Gerrard Winstanley (1609–1676). Die „gleichmacherischen“ Republikaner waren die von der Oberschicht als Levellers („Gleichmacher“) verspotteten radikalen Demokraten. Winstanley gehörte zu einer noch radikaleren Abspaltung, den True Levellers, also den wahren Levellers. Er war einer der neunzehn Männer, die nach der Oktoberrevolution 1917 auf dem Alexander-Garden-Obelisk in Moskau als „Denker und Wegbereiter der Arbeiterbefreiung“ aufgeführt wurden (2013 wich dieses Monument einem Denkmal für die Zarendynastie der Romanows).

Die Erinnerung an Winstanley und seine Digger (wie man die LandbesetzerInnen auch nannte) ist noch immer wach. In den USA entstanden Mitte der 1960er-Jahre etliche Digger-Kolonien, Anfang der Achtzigerjahre gelang der britischen Friedensbewegung nach einem „Digger Walk“ die Besetzung des Cruise-Missiles-Standorts Molesworth. Ab 1995 nutzte die englische Landrechtsbewegung The Land is Ours immer wieder St. George’s Hill für ihre Proteste, eben jenen Ort also, an dem einst Winstanleys erste Landkommune entstanden war. brm

Das Handwerk des antifaschistischen Widerstands

Wie brachten Antifaschist:innen während der Nazizeit Verfolgte in die Schweiz? Was schmuggelten sie in umgekehrter Richtung über die Grenze? Wer half ihnen? Was riskierten sie dabei? Über den alltäglichen Widerstand in der Schweiz informiert das beeindruckende, lange vergriffene Werk „Die unterbrochene Spur“. Nun hat der Zürcher Limmat-Verlag den Film und das Buch neu aufgelegt – und beide haben viel mit unserer Region zu tun. …weiterlesen »

Engagiert und widerspenstig: Wer wars? (53)

Der bibelfeste Kommunarde

Der englische Oberbefehlshaber und spätere Alleinherrscher Oliver Cromwell bezeichnete sie als „verabscheuungswürdige Personen, die sich kaum von Tieren unterscheiden“. Er war nicht gut auf diese „gleichmacherischen“ Republikaner zu sprechen, obwohl sie ihm kurz zuvor – in der ersten bürgerlichen Revolution Europas – in die Steigbügel geholfen hatten. Ganz besonders gegen den Strich ging ihm dieser ehemalige Tuchhändler aus Wigan, denn der forderte nicht nur Teilhabe und Religionsfreiheit, sondern wollte auch gleich noch die Geldwirtschaft, den Handel und das Privateigentum abschaffen. Und als wäre das nicht genug, hatte er gerade eben mit seinen Getreuen brachliegendes Ackerland besetzt. …weiterlesen »

Klimacamp-Blog (68): Der klimaneutrale Weinhändler

Klimaneutral zu werden, liegt gerade voll im Trend. Aber was genau bedeutet es, wenn ein Land, eine Stadt oder ein Unternehmen klimaneutral werden will? Wir haben uns ein Vorreiterunternehmen aus der Region angeschaut und Spannendes zu berichten. …weiterlesen »

Der Klimacamp-Blog (67): Was der Deutschlandfunk berichtet

Warum in Konstanz ein Klimacamp steht und was da passiert, interessiert nicht nur die Leser:innen unseres Blogs. Sondern auch den Deutschlandfunk. Der hat die Schnapszahl 44 zum Anlass genommen, über das Klimacamp zu berichten – und so besuchte der Journalist Thomas Wagner in der 44. Campwoche den Konstanzer Pfalzgarten. …weiterlesen »

Der Klimacamp-Blog (66): Weniger ist mehr

Ende März erschien im Oekom-Verlag die deutsche Ausgabe eines der wichtigsten Bücher zur aktuellen Klimadebatte: „Weniger ist mehr“, lautet der Titel. Noch konkreter ist der Untertitel: „Warum der Kapitalismus den Planeten zerstört und wir ohne Wachstum glücklicher sind.“ Manuel Oestringer von der Konstanzer Klimacamp-Redaktion hat das Buch gelesen. …weiterlesen »

#Druck.Machen. Von der Auflösung der Welt in Zeiten des Prekären

Auf den Veranstaltungen zum 150-Jahr-Jubiläum des Konstanzer ver.di-Ortsvereins Medien+Kunst wurden viele aktuelle Themen debattiert. Es ging um die Lage der Beschäftigten im Gesundheitswesen, um Migration, um Erinnerung und immer wieder um die moderne Arbeitswelt. Diese hat sich durch Prekarisierung und Flexibilisierung nachhaltig verändert – mit teils massiven Auswirkungen auf die Menschen. Hier ein Rückblick auf einen Vortrag und einen Film. …weiterlesen »

Auflösung: Wer war’s? (52)

Am vergangenen Freitag fragten wir nach der US-amerikanischen Feministin und Publizistin Susan Warhaftig, die unter ihrem Künstlernamen Susan Brownmiller bekannt wurde (*15. Februar 1935). 1970 veröffentlichte sie eine Biografie über die erste afroamerikanische Kongressabgeordnete (und spätere US-Präsidentschaftskandidatin) Shirley Chisholm. Ihre 1975 erschienene Studie trägt den Titel „Against Our Will – Men, Women, and Rape“ („Gegen unseren Willen – Vergewaltigung und Männerherrschaft“, 1978). Das Buch gilt heute als Klassiker des Feminismus. Brownmiller war Mitgründerin der umtriebigen Gruppe Women Against Pornography. Aufgrund ihrer Expertise äußerte sie sich ab 1993 auch zum Bosnienkrieg, unter anderem mit dem Essay „Making Female Bodies the Battlefield“. Die Geschichte der US-amerikanischen radikalen Frauenbewegung erzählt sie in der Autobiografie „In Our Time. Memoir of a Revolution“ (1999). brm

Engagiert und widerspenstig: Wer wars? (52)

Die feministische Soldatin

„Wenn ihr ein Kind bekommen würdet, hättet ihr lieber einen Jungen oder ein Mädchen?“ Sie fand die Frage, die gerade in die Runde geworfen worden war, reichlich naiv. Die Reaktion verblüffte sie dann aber doch, denn die angesprochenen Frauen gingen gar nicht auf das Wunschgeschlecht eventueller Kinder ein, sondern erzählten von denen, die sie nicht bekommen hatten. Diese offenen Bekenntnisse waren für die Dreiunddreißigjährige eine Sensation: Abtreibung war illegal, und dass sie sich selbst bereits dreimal dem heiklen Eingriff unterzogen hatte, wusste nicht einmal ihre beste Freundin. In jenem Herbst 1968 trat sie umgehend der faszinierend radikalen neuen Frauenbewegung bei und wurde eine engagierte „Soldatin des Feminismus“. …weiterlesen »

Der Klimacamp-Blog (65): Können Klimabewegungen und Gewerkschaften zusammen Ziele erreichen?

Letzte Woche saß ich als Klimaaktivist auf einem vom ver.di-Ortsverein Medien+Kunst Konstanz organisierten Podium über die Zukunft der Gewerkschaften. Dieser Blogbeitrag beschäftigt sich mit der Frage, wie es gelingen kann, dass Arbeitskämpfe und Klimaschutz Hand in Hand gehen und wir für alle Menschen ein gutes Leben innerhalb planetarer Grenzen organisieren können.

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Der Klimacamp-Blog (64): Zwei Stunden pro Woche für das Camp!

Das Konstanzer Klimacamp ist eine dauerhafte Mahnwache. Das heißt, immer zwei Menschen müssen mindestens gleichzeitig dort sein, damit wir eine Versammlung sind. Das heißt, wir müssen rund um die Uhr zwei Leute finden, die auf dem Camp sein. Eine großer Herausforderung, die viel Zeit kostet. Und das jede Woche aufs Neue. Damit wir diese Arbeit in Zukunft nicht mehr jede Woche machen müssen, suchen …  …weiterlesen »

#Druck.Machen. Working Class Heroes

Sie traten bisher in der Zimmerbühne in der Niederburg auf und kommen jetzt eigens für das Festival der Solidarität der Konstanzer Mediengewerkschaft wieder hier her: das US-schweizerische Duo Mat Callahan und Yvonne Moore. Am Freitag präsentieren sie im Bürgersaal alte und neue Lieder der nordamerikanischen und irischen Arbeiter:innen-Bewegung. …weiterlesen »

Der Klimacamp-Blog (63): Was will die „letzte Generation“?

„Wir müssen schnell handeln. Was wir in den nächsten drei bis vier Jahren unternehmen, wird über die Zukunft der Menschheit entscheiden.“ Das sagte Sir David King, ehemaliger wissenschaftlicher Chefberater der britischen Regierung im Bereich Klima, letztes Jahr. Seither ist wieder einige Zeit vergangen. Was also tun? Darüber wird an diesem Freitag auf dem Klimacamp Konstanz debattiert …weiterlesen »

#Druck.Machen. Wozu noch Gewerkschaften?

Als die Gewerkschaften Zulauf hatten: 1.-Mai-Kundgebung 1919 auf der Konstanzer Marktstätte

Spielen Gewerkschaften – die traditionell-solidarische Organisationsform der lohnabhängig Beschäftigten – noch eine Rolle? In der Region sind sie außerhalb der Großbetriebe kaum noch wahrzunehmen. Was müsste sich tun (und wie müssten sie sich ändern), damit aus ihnen wieder eine nennenswerte Kraft wird? Oder braucht es sie gar nicht mehr? Diese Fragen stellen sich auch die Konstanzer Mediengewerkschafter:innen anlässlich des 150-Jahr-Jubiläums des ver.di-Ortsvereins Medien+Kunst – und laden zu einer Debatte ein. …weiterlesen »

Auflösung: Wer war’s? (51)

Am vergangenen Freitag fragten wir nach dem Grafiker Carl Josef Meffert alias Clément Moreau (1903–1988). Seine schwierige Kindheit verarbeitete er im Bilderzyklus „Fürsorgezögling“. Der Sozialist, der ihm früh begegnete, war der Journalist und Wirtschaftswissenschaftler Alfons Goldschmidt. Nach dem argentinischen Militärputsch 1962 ließ sich Meffert/Moreau in der Schweiz nieder, unterrichtete an der St. Galler Kunstgewerbeschule und arbeitete für diverse Zeitungen als Theaterzeichner. Der Zyklus „Nacht über Deutschland“ (auch: „La comedia humana“) zählt zu den wichtigsten Werken der antifaschistischen Exilkunst. 1987 erhielt Meffert/Moreau den Kulturpreis des Schweizerischen Gewerkschaftsbunds. Zu empfehlen, mit vielen Abbildungen: Werner Mittenzwei, „Carl Meffert/Clément Moreau – Ein Leben auf der Suche nach der Brüderlichkeit des Menschen“ (antiquarisch). brm

Engagiert und widerspenstig: Wer wars? (51)

Der Migrant mit dem Zeichenstift

„Wir können Ihre Arbeiten nicht annehmen“, beschied ihm ein Schweizer Redaktor, „denn wenn Sie eine Nachtigall zeichnen, dann sieht sie kommunistisch aus.“ Obwohl erst spät politisiert, war der Grafiker in den dreißiger Jahren eindeutig zu verorten. Für den „Basler Vorwärts“ war dies kein Problem, und mit Freuden nahm auch die Gewerkschaftspresse sein Können in Anspruch. Bis die Behörden den Illegalen zur Ausreise zwangen.

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