Mein persönlicher Verschwörungstheoretiker

Man liest überall von ihnen, dabei sind sie gar nicht so viele. Sie fallen nicht ins Gewicht. Politisch gesehen, sind sie unwichtig. Wir sehen uns mit ganz anderen Herausforderungen konfrontiert. Und laut sind sie auch nicht. Bei den Protestdemonstrationen der „Querdenker“, die geballt auftreten, aber ebenfalls nur eine winzige Minderheit darstellen, sind sie vermutlich gar nicht dabei: Die Verschwörungstheoretiker. …weiterlesen »

Engagiert und widerspenstig: Wer wars? (29)

Die störrische Uhrmachertochter

Eigentlich hätte sie frei von Geldsorgen leben können, ihre Mutter galt als reichste Frau der Schweiz. Doch die 1874 geborene Halbwaise rebellierte früh: Sie hasste die „schreckliche Melancholie des Wohlstands“ und zog der feinen Gesellschaft die Beobachtung von Schnecken und Fröschen vor; zudem glaubte sie nicht an einen Gott und zeigte, 24-jährig, Verständnis für den Mörder der österreichischen Kaiserin Sisi. Mehr als das sinnentleerte Höhere-Töchter-Leben verabscheute sie nämlich die Ungerechtigkeit, die diese Gesellschaft aufrechterhielt. Von ihrer Mutter musste sie sich deshalb keinerlei Unterstützung erhoffen. …weiterlesen »

Ver.di-Protest mit Finanzspritze: Zukunftsinvestition statt Schuldenbremse!

Mit einer symbolischen Protestaktion will die Gewerkschaft ver.di am Donnerstag in Konstanz anlässlich der Gemeinderatssitzung vor dem Bodenseeforum auf die schwierige Finanzlage der Städte und Landkreise aufmerksam machen. Ver.di macht sich für eine Finanzierungsreform sowie eine gerechtere Steuerpolitik stark. Bereits am Dienstag hatte die Gewerkschaft vor der Ratssitzung in Singen für diese Forderungen demonstriert (Bild). …weiterlesen »

Alle wissen, was sie nicht wollen

In der Schweizer Politik geht es derzeit ähnlich zu wie noch letzten Herbst im britischen Unterhaus, als es um den Brexit ging: Alle wissen, was sie nicht wollen – aber es gibt auch keine Mehrheit für eine Alternative. In noch einem weiteren Punkt ähneln sich die Debatten: Es geht um Verhandlungen mit der EU. In der Schweiz geht es logischerweise nicht um den Austritt aus selbiger, sondern um einen „Rahmenvertrag“. Was hat es damit auf sich? …weiterlesen »

Die Provinz lebt (59): Ingenieure ohne Grenzen Konstanz

Die Organisation „Ärzte ohne Grenzen“ kennt (fast) jede(r). Aber die „Ingenieure ohne Grenzen“? Dabei ist deren Regionalgruppe Konstanz seit sechs Jahren aktiv. Was sie tut und wie sie mit der aktuellen Covid-19-Pandemie umgeht, beantworten die AktivistInnen im Fragebogen, mit dem wir seit einiger Zeit basis­nahen Initiativen, Gruppen und Organisationen in der Region die Möglichkeit bieten, sich einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. …weiterlesen »

„Verbaut nicht unsere Zukunft“

Von der Arbeit des Kreistags nimmt meist kaum jemand Notiz. Weitgehend geräuschlos kann das Gremium auch gewichtige Projekte auf den Weg bringen. Das war am Montag für einmal anders: Auf dem Weg zur monatlichen Sitzung sah sich Landrat Zeno Danner (die meisten RätInnen nahmen virtuell teil) mit Demonstrierenden konfrontiert. Ein gutes Dutzend Klima-AktivistInnen forderte, der Konstanzer Landkreis müsse beim Bau eines neuen Berufsschulzentrums mit gutem Beispiel vorangehen und soweit wie möglich auf den Baustoff Beton verzichten. …weiterlesen »

Stadt Konstanz: Wenig Bock auf Bürgerbeteiligung?

Am Donnerstag geht es im Gemeinderat erneut um das Bauprojekt Jungerhalde West, gegen das Anwohner Sturm laufen, weil es ihnen zu groß dimensioniert zu sein scheint und die prächtige Natur neben der Ausfallstraße in Allmannsdorf zu zerstören droht – und zudem noch vor ihrer Nase liegt. Die Bürgergemeinschaft Allmanns­dorf, Staad, Egg e.V. hat die erforderliche Zahl an Unterschriften für eine Beteiligung zusammen, aber die Verwaltung will die BürgerInnen scheint’s freundlich hinwegkomplimentieren. …weiterlesen »

Raubkunst und Naher Osten

Das digitale vhs-Programm läuft munter vor sich hin und hat einiges an Schmankerln zu bieten – auch und besonders, was politische Volkaufklärung angeht. Der Restmai wartet dabei mit zwei intellektuellen Großkalibern auf: Bénédicte Savoy spricht mit Arno Bertina im Rahmen ihrer Bücher über afrikanische Raubkunst in westlichen Museen; Navid Kermani und Michael Brenner klamüsern jüdisch-christlich-islamischen Glauben und den Orient als gefährdeten Kulturraum dieser drei Weltregionen auseinander. …weiterlesen »

Kirchenaustritt: Lange Wartezeiten

Bisher hat es nur das Amtsgericht Köln in die bundesweite Presse geschafft, weil die neuen Termine dort innerhalb weniger Stunden bereits wieder ausgebucht waren. Doch nicht nur Köln macht seinen BürgerInnen den Kirchenaustritt schwer. In über 30 deutschen Städten muss man Recherchen des Humanistischen Pressedienstes (hpd) zufolge lange auf einen Termin warten. Das scheint in Konstanz zwar nicht der Fall zu sein, aber hier nehmen die Kirchenaustritte insgesamt rasant zu. …weiterlesen »

Die Aufbruchsstimmung soll weitergehen

Ein breites Bündnis von KonstanzerInnen hatte im vergangenen Jahr Luigi Pantisano bei der Oberbürgermeisterwahl unterstützt. Gut 30 von Ihnen fanden sich am Mittwochabend in digitaler Runde zusammen, um den Verein Konstanz gestalten* ins Leben zu rufen. Unter ihnen KommunalpolitikerInnen, VertreterInnen verschiedener Initiativen und engagierte BürgerInnen. Sie wollen sich für die weitere Vernetzung sozial-ökologischer AkteurInnen in Konstanz stark machen und den Austausch zwischen Kommunalpolitik und BürgerInnen verbessern. …weiterlesen »

Lenk-Kunst zu vulgär für Stuttgarter Stadtpalais?

Oberbürgermeister und Stadtverwaltung von Stuttgart fordern den Abbau der Lenk-Skulptur vor dem dortigen Stadtpalais. Eine Petition hingegen fordert den Verbleib des Kunstwerks zum Thema Stuttgart 21. Ein Interview mit Tom Adler (Gemeinderat in Stuttgart und Ko-Vor­sitzender der Fraktionsgemeinschaft DIE LINKE/SÖS) und Werner Sauerborn (Aktions­bündnis gegen Stuttgart 21) zur Notwendigkeit einer politischen Kampagne zum Verbleib des „Lenk-Mals“ und für den Stopp von Stuttgart 21. …weiterlesen »

Begrabt mein Herz an der Biegung der Gäubahn

Die Landesregierung steht: Der Koalitionsvertrag zwischen Grünen und Schwarzen ist in Sack und Tüten, letzten Mittwoch hat der Landtag Winfried Kretschmann zum dritten Mal mehrheitlich zum Ministerpräsidenten gewählt. Der Verkehrsexperte Winfried Wolf hat die Geschäftsgrundlage der neuen/alten Regierung unter die Lupe genommen und festgestellt: Grüne und CDU wollen ein zweites Stuttgart 21 bauen. …weiterlesen »

Singen: Lastenräder unterm Hohentwiel

Auch die Stadt Singen hat jetzt ihr eigenes öffentliches Transportrad-Mietsystem, nachdem Städte wie Norderstedt und Konstanz damit gute Erfahrungen gemacht haben. Singen testet vorerst fünf Monate lang, wie öffentliche Transporträder bei seinen BürgerInnen ankommen. Der Testlauf ist Teil eines „TINK Netzwerks“, zu dem sich bislang 16 Kommunen in ganz Deutschland zusammengeschlossen haben. Gemeinsames Ziel ist es, öffentliche Transport-Mietsysteme als Bausteine der Verkehrswende voranzubringen. …weiterlesen »

Leben schützen, nicht Patente

Dürfen für Profite Menschenleben riskiert werden? Im Kern beschäftigte sich der Bundestag jüngst genau mit dieser Frage und kam zu einer eindeutigen Antwort: Ja, denn es gibt ein höheres Gut. Der Schutz von Patenten müsse auch in Zeiten einer globalen Pandemie Bestand haben. Sibylle Röth, hiesige Bundestagskandidatin der Linken, findet das verantwortungslos: „Der Schutz menschlichen Lebens muss immer Vorrang haben.“ …weiterlesen »

Schöne Umschreibungen für „Weiter so!“

„Wer vom grün-schwarzen Koalitionsvertrag ein konkretes Arbeitsprogramm für die künftige Landesregierung erwartet, sucht im Text vergebens,“ fasst der Singener SPD-Landtags­abgeordnete Hans-Peter Storz seinen ersten Eindruck zusammen. Das Dokument enthalte auf 162 Seiten viele schöne Ankündigungen, dafür aber nur wenig konkrete Vereinbarungen für die praktische Politik. Storz bezeichnet den grün-schwarzen Koalitionsvertrag deshalb rundheraus als „unverbindliche Politik-Lyrik“. …weiterlesen »

Die Provinz lebt (58): Black Lives Matter Konstanz

Zwar wurde unter dem Druck der Öffentlichkeit der US-Polizist und Mörder des Afroamerikaners George Floyd schuldig gesprochen, doch die rassistische Gewalt des Staats und rechter Gruppierungen an Schwarzen und anderen Bevölkerungsgruppen geht weiter. Wie ist das zu stoppen, welche Schritte sind nötig? Damit beschäftigt sich die Gruppe Black Lives Matter Konstanz, die im Rahmen unsere Reihe „Die Provinz lebt“ MitstreiterInnen sucht. …weiterlesen »

Neues aus dem Caracol Verlag

Der spanische Begriff „Caracol“ bedeutet Häuschenschnecke. Davon abgeleitet versteht sich der kleine, feine Verlag im schweizerischen Warth als Schneckenhaus für Schreibende und Lesende. „Wer schreibt / wer liest, zieht sich ins Schneckenhaus zurück, steigt hinab ins Innere, die Psyche, oder hinauf zum Ausblick über Landschaft und Gesellschaft, Zeit und Welt“ (Website Caracol). Der 2020 gegründete Verlag empfiehlt vier Neuerscheinungen zur Lektüre und den Besuch seiner Buchvernissagen. …weiterlesen »