Bericht aus Lesbos (III): Im Notfall alleingelassen

Arndt Dohmen ist Facharzt für Innere Medizin und arbeitete jüngst sieben Wochen im Flüchtlingslager Kara Tepe. Er hat einen eindringlichen Bericht über die Arbeit der Ärzte, das Leben und die Verfassung der Geflüchteten und die Verhältnisse in den Lagern geschrieben, den wir hier publizieren. Heute geht es um die Bedeutung der Dolmetscher, die oft aus eigener Erfahrung Hintergründe erkennen können, und um ein staatliches Gesundheitssystem, das oft nicht helfen will, kann oder darf. …weiterlesen »

Engagiert und widerspenstig: Wer wars? (26)

Der prophetische Don Quijote

Selbstverständlich hatte er die Rekrutenschule absolviert und war eingerückt, als die Schweizer Regierung im Juli 1914 die Mobilmachung anordnete. Aber nun den Fahneneid schwören und womöglich auf Menschen schießen? Das ging zu weit. Er verweigerte Schwur und Waffe und erwartete sein Todesurteil. Die Offiziere waren jedoch derart fassungslos, dass sie den 27-Jährigen umgehend in eine Anstalt einwiesen. …weiterlesen »

FFF KN – Podiumsdiskussion zu den Erneuerbaren

Letzte Woche fand eine von FFF Konstanz initiierte Podiumsdiskussion statt, die die „Klimakrise auf allen Ebenen lösen“ wollte. Idee der Veranstaltung war es, Kommune, Land, Bund, EU und Wissenschaft an einen Tisch zu bringen. Zuständigkeiten sollten geklärt, aber auch konkrete Forderungen formuliert und auf den Weg gebracht werden. Solche Diskussionen sind notwendig, lassen doch die verästelten Pfade des Föderalismus und die (teils fingierte?) Handlungsunfähigkeit Einzelner zuweilen staunen. …weiterlesen »

Bericht aus Lesbos (II): Vergebliches Warten

Arndt Dohmen ist Facharzt für Innere Medizin und arbeitete jüngst sieben Wochen im Flüchtlingslager Kara Tepe. Heute berichtet er über die Schwierigkeiten der ärztlichen Versorgung unter Extrembedingungen. Die medizinischen und psychologischen Angebote reichen bei Weitem nicht aus, und für viele Kranke und Traumatisierte heißt Lageralltag vor allem warten, warten, warten – auf eine ärztliche oder psychologische Betreuung irgendwann einmal in einer ohnehin schon völlig ungewissen Zukunft. …weiterlesen »

Spontane Friedensdemo auf der Fahrradbrücke

Eine positive Bilanz der diesjährigen Ostermärsche zog das Netzwerk Friedenskooperative. Trotz schwieriger Umstände gab es über Ostern bundesweit in rund 100 Städten Aktionen für Frieden, Abrüstung und Gerechtigkeit, so eine Mitteilung des Netzwerks vom 5. 4. Am Bodensee hatten die VeranstalterInnen den in Überlingen geplanten Internationalen Friedensweg wegen hoher Inzidenzzahlen abgesagt. Damit wollten sich einige AktivistInnen in Konstanz nicht zufriedengeben, die auf der Fahrradbrücke Friedensflagge zeigten. …weiterlesen »

Bericht aus Lesbos (I): Arzt im Lager

Arndt Dohmen ist Facharzt für Innere Medizin und arbeitete jüngst sieben Wochen im Flüchtlingslager Kara Tepe. Er hat einen eindringlichen Bericht über die Arbeit der Ärzte, das Leben und die Verfassung der Geflüchteten und die Verhältnisse in den Lagern geschrieben, den wir hier publizieren. Das ist nicht ohne Risiko, denn die griechische Regierung verbietet es allen Nichtregierungsorganisationen, die in diesen Lagern arbeiten, über die Zustände dort zu berichten. …weiterlesen »

Impfen – Fluch oder Segen?

In der Coronapandemie hat ein Thema massiv an Aufmerksamkeit gewonnen, das eigentlich ein Schattendasein zwischen medizinischem Standardrepertoire und Eso-Weltverschwö­rungs-Feindbild fristete: das Impfen. Die Antivirenstöffchen der Pharmamessiasse produzieren gerade alles zwischen Hoffnung, Verwirrung und Abscheu, vorrangig auf Grundlage garen Halbwissens. Zeit, dem entgegenzusteuern; und zwar mit einem fundierten vhs-Vortrag darüber, worum’s beim Impfen eigentlich geht und wo das alles herkommt. …weiterlesen »

Heute vor 80 Jahren begann der Überfall der deutschen Wehrmacht auf Griechenland

Am 6. April 1941 überfiel die deutsche Wehrmacht Griechenland. Bei ihrem erzwungenen Abzug im Herbst 1944 hinterließ sie ein nach dem „Prinzip der verbrannten Erde“ völlig zerstörtes Land. Weit über tausend griechische Dörfer waren nahezu ausradiert, Hunderttausende griechische Frauen, Männer und Kinder waren verhungert, durch Geiselerschießungen, Massaker an der Zivilbevölkerung oder bei Widerstandsaktionen getötet worden. Und annähernd 60.000 griechische Jüdinnen und Juden fielen dem deutschen Rassenwahn zum Opfer. In der Bundesrepublik Deutschland blieb all das ohne rechtliche Konsequenz; die meisten Opfer wurden niemals entschädigt. …weiterlesen »

Der letzte Schritt zur Integration – oder wie ich auf den Hund kam

Haben Sie sich schon einmal gefragt, mit wem andere Menschen sprechen, wenn sie mit Ihnen sprechen? Nein? Sollten Sie aber, auch wenn Sie es nicht müssen. Wenn Sie Pech haben, ist es ja Ihr Hund – wenn Sie Glück haben, auch … Kommt drauf an. Worauf eigentlich?

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„Und dann brach der Krieg aus“

Gütetermin beim Arbeitsgericht Radolfzell Anfang dieser Woche. Vertreten sind die Gewerkschaft ver.di auf der einen, die Unternehmensleitung von Edeka-Baur sowie der Betriebsrat Baur-Filiale Bodanstraße auf der anderen Seite. Die Firma und der Betriebsrat lassen sich von derselben, bundesweit tätigen Anwaltskanzlei vertreten. Der Sachverhalt: Ver.di beantragt, dass die Betriebsratswahl der Edeka-Baur-Filiale für unwirksam erklärt wird. Es ist eine seltsame Konstellation – da tritt eine Gewerkschaft gegen einen Betriebsrat an, obwohl doch beide im Interesse der Belegschaft handeln sollten. Aber es gibt noch mehr Merkwürdigkeiten – viel mehr. …weiterlesen »

Bodensee-Friedensweg nur virtuell

Zum zweiten Mal in Folge haben die VerstalterInnen den internationalen Bodensee-Friedensweg abgesagt. Wie schon 2020 fällt der größte Ostermarsch in der Vier-Länder-Region auch dieses Jahr der Corona-Pandemie zum Opfer. Die von mehr als 100 Gruppen unterstützte Veranstaltung hätte am Ostermontag in Überlingen stattfinden sollen. Jetzt ist dort lediglich ein Schweigemarsch „in kleinem internem Rahmen“ geplant, schreibt der Koordinationskreis. …weiterlesen »

Ist der Landtag von Baden-Württemberg zu groß? Zumindest ist das Wahlrecht reformbedürftig!

Gewinner und Verlierer der jüngsten Landtagswahl stehen fest. Der Wahlausgang vom 15.3. gewichtete aber nicht nur die politischen Kräfteverhältnisse neu, sondern führte auch zu einer Vergrößerung des Landtags von 143 auf 154 Abgeordnete. Das hat den Bund der Steuerzahler auf den Plan gerufen, dem das „eindeutig zu viel“, weil teurer ist. Auch unser Autor hält das Wahlrecht für reformbedürftig, indes aus anderen Gründen. Es sei undurchsichtig und berge die Gefahr, den WählerInnenwillen zu verzerren. …weiterlesen »

Gegenderte Diktaturen und sprachliche Ver(w)irrungen

Wäre der Autor dieses Artikels vor ein paar Jahren zum Thema gendergerechte Sprache gefragt worden und wie er es diesbezüglich hielte, dann hätte er vor allem mit einem skeptischen Blick geantwortet. Es gibt doch eine Regelung dafür in der deutschen Rechtschreibung; das generische Maskulinum, das meint doch jeden mit. Mittlerweile denkt er ein wenig anders darüber, vor allem weil es in dieser Debatte eigentlich kein Richtig oder Falsch geben kann. …weiterlesen »

In Myanmar fließt Blut

Anfang Februar hat sich in Myanmar erneut eine Militärjunta an die Macht geputscht, gegen die sich seit Wochen Massenproteste in den größten Städten des Landes richten. Die Militärs lassen gnadenlos auf unbewaffnete Demon­strantInnen schießen, es gab bisher bereits mehrere Hundert Tote. Am Samstag versammelte sich eine UnterstützerInnen­gruppe in Konstanz, um der Opfer des Militärputsches zu gedenken und ihre Solidarität mit der burmesischen Bevölkerung zu bekunden. …weiterlesen »

Linke nominiert Sibylle Röth zur Bundestagskandidatin

Sibylle Röth wird für die Linkspartei im Kreis Konstanz in den Bundestagswahlkampf ziehen. Der Kreisverband hat die wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Konstanz bei der Aufstellungsversammlung am 24. März in Konstanz zur Kandidatin für den Wahlkreis 287 gewählt. Die 39-Jährige, seit 2019 Fraktionsvorsitzende der Linksfraktion im Kreistag, setzte sich mit einem Stimmenanteil von knapp 75 Prozent gegen den zweiten Bewerber Stefan Frommherz durch. …weiterlesen »

Das Recht auf Asyl ist ein Menschenrecht

Die Ortsgruppe von „Amnesty International“ in Konstanz ruft gemeinsam mit verschiedenen Organisationen wie der „Seebrücke“ und „Students for Future“ zur ersten Konstanzer Mahnwache Flucht und Asyl am 30. März 2021 um 18 Uhr auf dem Münsterplatz auf. Die Lage der Flüchtlinge in aller Welt ist weiterhin äußerst prekär und hat sich durch Corona noch verschärft, während Europa sich immer mehr abschottet, um Fliehende abzuschrecken und ihrem Schicksal überlassen zu können. …weiterlesen »

Südkurier-AfD: Nächster Akt des Trauerspiels

Das Amtsblatt der Stadt Konstanz wird vom Pressereferat verfertigt und vom Südkurier Medienhaus gedruckt und zusammen mit dessen Konstanzer Anzeiger in die Konstanzer Briefkästen gesteckt. Nachdem der Anzeiger aber zur Landtagswahl eine üppige Beilage der AfD unter die Leute brachte, die dem redaktionellen Teil zum Verwechseln ähnlich sah, gibt es etliche Stimmen in der Stadt, die den Amtsblatt-Vertrag mit dem Südkurier kündigen möchten. Der Gemeinderat aber bleibt ihm mehrheitlich treu. …weiterlesen »