Den Boden unter den Füßen verloren

Der St. Galler Schriftsteller Christoph Keller ist erster Gast der diesjährigen „Konstanzer Literaturgespräche“. Etliche Jahre lebte der heute 57-Jährige in New York, wo er auch seine Frau kennenlernte, die amerikanische Lyrikerin Jan Heller Levi. Im vergangenen Jahr kehrte Keller dem „Neuen Kontinent“ den Rücken – was auch mit dem derzeitigen Präsidenten zu tun hat, den beide kritisch beurteilen. …weiterlesen »

Auflösung: Wer wars? (1)

Am Freitag fragten wir nach der Schriftstellerin, Journalistin und Frauenrechtlerin Mathilde Franziska Anneke (1817–1884). „Das Weib im Konflikt mit den socialen Verhältnissen“ war der Titel ihrer Streitschrift aus dem Jahr 1847, in der sie an die Frauen, „die von dem Brodeln ihres Kochtopfes am Herd noch nicht zu tief eingenickt“ waren, appellierte, nicht länger „die demütige Magd“ zu sein, „die ihrem Herrn die Füße wäscht“. Anneke gab die „Neue Kölnische Zeitung“ heraus, danach die politische „Frauenzeitung“. Neben der „Neuen Rheinischen Zeitung“ von Karl Marx waren diese die wichtigsten oppositionellen Zeitungen der Revolutionsjahre. Die „Memoiren einer Frau aus dem badisch-pfälzischen Feldzuge 1848/49“ veröffentlichte sie 1853. Anneke gründete danach in den USA das fortschrittliche Milwaukee-Töchter-Institut. Ihre Bedeutung auch für die hiesige Frauenbewegung wurde erst erkannt, als sich in den 1970er-Jahren eine US-amerikanische Historikerin auf die Suche nach Annekes deutschen Wurzeln begab.

Bedrohte Natur – bedrohte Menschen

Die indigenen Völker der Regenwälder wirt­schaf­ten seit eh und je nachhaltig. So lange sie ihre traditionellen Territorien selbst ver­wal­ten können, leben sie im Wohl­befin­den, schützen die Natur und damit auch unser Klima. Leider sind Landraub und Waldrodung in den Gebieten dieser Völker an der Tages­ord­nung. Am Sonntag und Montag gibt es zu diesem Thema Vorträge von vier aus­ge­wie­se­nen südamerikanischen Fach­leuten, die die Lage indigener Völker im Amazonasgebiet aus eigener Anschauung kennen. …weiterlesen »

Engagiert und widerspenstig: Wer wars? (1)

Ab heute fragen wir alle zwei Wochen freitags nach Persönlichkeiten aus der Geschichte – nach frechen Frauen, couragierten Männern und überhaupt nach Menschen, die sich für eine bessere Welt einsetzten und dabei nicht selten viel riskierten. Manche sind noch heute bekannt, viele andere aber sind in Vergessenheit geraten – wie etwa die imposante Zeitungsverlegerin der badisch-pfälzischen Revolution 1848/49, mit der wir die Serie beginnen.

 

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Völkische Landnahme

Ökologie und Rechtsradikalismus – geht das zusammen? Durchaus, weiß die Journalistin Andrea Röpke zu berichten, die sich seit langem mit dem Milieu völkischer SiedlerIn­nen beschäftigt, die sich in dünn besiedelten Gegenden niederlassen. Sie können dort nicht nur ihren Blut-und-Boden-Phantasien freien Lauf lassen, sondern oft auch schleichend Einfluss auf Dorfgemeinschaften gewinnen. Die beunruhigenden Ergebnisse ihrer Recherchen hat Röpke zusammen mit Co-Autor Andreas Speit in einem Buch ver­öffentlicht, das sie am 17. Februar in Konstanz bei einer Veranstaltung der Stolperstein-Initiative vorstellen wird. …weiterlesen »

Uni startet Online-Studie zum Coronavirus

Seit Dezember 2019 ist ein neues Coronavirus (2019-nCoV) im Umlauf. Zunächst im chinesischen Wuhan ausgebrochen, verbreitet sich das neue Coronavirus seitdem auch über China hinaus. Die Weltgesund­heits­organisation (WHO) hat am 30. Januar 2020 eine gesundheitliche Notlage von inter­nationaler Tragweite ausgerufen. Im Rahmen dieser Entwicklung haben Psychologie-Studierende der Universität Konstanz die Online-Studie „EUCLID“ zum Coronavirus gestartet. …weiterlesen »

Allensbach: Bunte Liste ein Auslaufmodell?

Der grüne Hype scheint nun dazu zu führen, dass die Bunte Liste Allensbach, die derzeit mit drei Leuten im Gemeinderat vertreten ist, spätestens bei der nächsten Kommunalwahl 2024 von der Bildfläche verschwindet. Im Vorfeld dazu wurde Ende Januar ein grüner Ortsverband gegründet. Die Tage der Bunten Liste, die seit rund 26 Jahren im Allensbacher Rat ist, scheinen gezählt. …weiterlesen »

Geflüchtete: Geduldet, um zu bleiben?!

Die Refugee Law Clinic Konstanz e.V. ist ein Projekt angehender Juristen von der Universität Konstanz. Sie haben sich zusammengeschlossen, um geflüchteten Menschen regelmäßig im Café Mondial die Rechtsberatung anzubieten, die diese in ihren bürokratisch aufwendigen Asylverfahren bitter nötig haben. Am Mittwoch, dem 12. Februar, veranstaltet der Verein eine Podiumsdiskussion an der Universität, bei der Fachleute über die aktuelle Gesetzeslage diskutieren und Fragen aus dem Publikum beantworten. …weiterlesen »

Gebrauchsanweisung fürs „Bodenseeland“

Ein „Log- und Lockbuch für Leute von nah und fern“ verspricht das Buch „Bodenseeland“ von Sebastian Winterberg zu sein – und es hält sein Versprechen. Auf knapp 200 Seiten findet man allerhand Bekanntes und Neues rund um den See und frischt wie nebenbei und bestens unterhalten das eigene Grundwissen in Literatur, Geografie und Geschichte auf. Leseempfehlung! …weiterlesen »

Tag der Schande

Wir berichten gewöhnlich über Ereignisse im Bund und in anderen Bundesländern nicht tagesaktuell. Was sich heute im Landtag von Thüringen abgespielt hat, bedarf indes eines Kommentars. …weiterlesen »

Luigi Pantisano tritt an: David gegen Goliath

Luigi Pantisano hat gestern seinen Hut in den Ring geworfen: Er wird als unabhängiger Kandidat bei der OB-Wahl am 5. Juli gegen Amtsinhaber Uli Burchardt antreten. Pantisano ist seit seinen Jahren als Quartiersmanager im Berchengebiet in Konstanz politisch gut vernetzt und als Mitglied des Stuttgarter Gemeinderates ein erfahrener Kommunalpolitiker. Er hat ein rot-grünes Profil und will um Unterstützung aus diesem Lager werben. Wer ist der Mann? Was will er? Hier ein erster Überblick. …weiterlesen »

Ver.di begrüßt Kommunalisierung des Busverkehrs

Die Ankündigung des Landkreises, den Regionalbusverkehr künftig in Eigenregie zu betreiben, stößt bei der Gewerk­schaft ver.di auf Zustimmung. Hintergrund: Die seit Jahresbeginn für den Linienverkehr im Kreis zuständige Firma Stadtbus Tuttlingen Klink GmbH hat für chaotische Zustände gesorgt. Angesichts zahlreicher Verspätungen, Ausfälle und anderer Pannen zog Landrat Zeno Danner Ende Januar die Notbremse. Er will nun vom Kreistag ein Votum, der Tuttlinger Firma den Auftrag zu entziehen und stattdessen einen kreiseigenen Verkehrsbetrieb zu gründen, der künftig die Buslinien bedient. …weiterlesen »

Der Göttliche im Doppelpack

Zwei Konzerte von „Wolfgang am See“ sind in dieser Woche noch zu hören. Beide präsentieren Musik nicht nur von Wolfgang Amadeus Mozart, sondern auch aus seinem geistigen und historischen Umfeld. Woher kam er, wie nah oder fern stand seine Musik jener seiner Vorgänger und Zeitgenossen, war Mozart wirklich eine derart singuläre Erscheinung, wie sie uns eine vor allem schwärmerische Musikkritik und Musikgeschichtsschreibung zu vermitteln suchte? War er der Göttliche unter den Kunsthandwerkern? …weiterlesen »

Luigi Pantisano kandidiert als OB in Konstanz

Luigi Pantisano begann heute den Kampf um die OB-Wahl in Konstanz am 5. Juli. Er stellte Eckpunkte seines Programms vor, das vor allem auf soziale und ökologische Themen setzt. Der erfahrene Stadtplaner ist in Konstanz als Quartiersmanager für das Gebiet Berchen-Öhmdwiesen noch in guter Erinnerung und ein erfahrener Kommunalpolitiker mit rot-grünem Profil. Er will ein Leitbild 2030 erarbeiten und verwirklichen, das vor allem in den Bereichen Wohnen, Verkehr, Wirtschaft und Klima Akzente setzt. …weiterlesen »

Bahnverkehr: Wird die Region von Stuttgart abgehängt?

Von Berlin über Stuttgart bis Konstanz reden in der Politik viele mittlerweile von der Verkehrswende, doch wie ernst meinen sie es damit? In Konstanz trifft sich seit etlichen Monaten ein Bündnis, das Vorschläge erarbeitet, wie die Weichen in Richtung klimaverträgliche Mobilität gestellt werden könnten. Für heute Abend lädt es zu einer Veranstaltung ins „Costa del Sol“ in der Niederburg ein, bei der die Bundestagsabgeordneten Andreas Jung (CDU) und Mathias Gastel (Grüne) sowie ein Bahnvertreter über aktuelle Bahnsperrungen und die Ersatzmaßnahmen sowie die drohende Abhängung der Region vom Stuttgarter Hauptbahnhof informieren werden. …weiterlesen »

Der Appenzeller Kalender wird 300 Jahre alt

Dieses Jahr erscheint die 300. Ausgabe des „Appenzeller Kalenders“, eine der ältesten noch heute erscheinenden Periodika im Bodenseeraum. Historiker und Archivar David Aragai hat für die im nächsten Sommer erscheinende Jubiläumsausgabe einen Rückblick auf die wechselhafte Geschichte verfasst. In seinem Vortrag aus der Reihe „Thema des Monats“ im Rosgartenmuseum berichtet er über die Entwicklung des Kalenders von einem frühneuzeitlichen Massenmedium hin zu einem Appenzeller Erinnerungsort. …weiterlesen »

Büdingen: Wut und Widerstand wachsen

Wie kaum anders zu erwarten hat sich das Regierungspräsidium Freiburg die Linie des Verwaltungsgerichtshofs Mannheim zu eigen gemacht: Auf dem Büdingen-Areal darf demnach gebaut werden, und der Investor, der dort einen wahren Luxustempel hinzustellen und zahlreiche Bäume zu fällen gedenkt, darf sich die Hände reiben. Ein persönlicher Triumph auch für Oberbürgermeister Uli Burchardt, der sich in seinem Streben nach „Qualitäts“tourismus von Anfang an auf die Seite des Bauherrn geschlagen hat. …weiterlesen »