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	<title>SeeMoZ - Online Magazin am Bodensee</title>
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	<description>Lesenswertes aus Kultur und Politik für den Bodenseeraum und das befreundete Ausland</description>
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		<title>Eine Reise zum Spanischen Bürgerkrieg</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 23:00:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Einst galt Barcelona als Hochburg des spanischen Anarchismus, heute ist die Stadt eine moderne Metropole, in der noch immer Menschen leben, denen die Geschichte nicht egal ist ¡No pasarán! Sie werden nicht durchkommen &#8211; war während des Spanischen Bürgerkrieges die Parole. Aber Sie können doch hinkommen. Denn die WOZ, unser Schweizer Partner, lädt Sie zu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.seemoz.de/wp-content/uploads/2012/02/20120203-211037.jpg" rel="shadowbox[sbpost-7290];player=img;"><img class="alignleft size-full" src="http://www.seemoz.de/wp-content/uploads/2012/02/20120203-211037.jpg" alt="20120203-211037.jpg" width="160px" /></a>Einst galt Barcelona als Hochburg des spanischen Anarchismus, heute ist die Stadt eine moderne Metropole, in der noch immer Menschen leben, denen die Geschichte nicht egal ist ¡No pasarán! Sie werden nicht durchkommen &#8211; war während des Spanischen Bürgerkrieges die Parole. Aber Sie können doch hinkommen. Denn die WOZ, unser Schweizer Partner, lädt Sie zu einer LeserInnenreise ein &#8211; eine Reise zu den Wurzeln des Spanischen Bürgerkrieges.</p>
<p><span id="more-7290"></span></p>
<p>So viel Begeisterung und so viel Solidarität habe er noch nie erlebt, schrieb der britische Journalist George Orwell, als er Ende 1936 nach Barcelona kam. Die Stadt, die seit der anarchistischen Revolte 1909 den Beinamen «Rosa de foc» (Feuerrose) trägt, war oft Schauplatz sozialer und politischer Auseinandersetzungen gewesen. Aber so was gab es auch in Barcelona noch nie: «Man hatte das Gefühl, plötzlich in einer Ära der Gleichheit und Freiheit aufgetaucht zu sein», notierte Orwell: «Menschliche Wesen versuchten, sich wie menschliche Wesen zu benehmen und nicht wie ein Rädchen in der kapitalistischen Maschine.» Belegschaften hatten ihre Betriebe besetzt, die Revolution war in vollem Gang. Die Begeisterung riss auch den Briten mit. Orwell trat den republikanischen Milizen bei, ging an die Front, um gegen die Faschisten zu kämpfen, und hungerte und fror einen Winter lang in den Schützengräben von Aragonien.</p>
<p>Als er im Frühling 1937 zurückkehrte, fand Orwell ein ganz anderes Barcelona vor: «Eine gewöhnliche Stadt», in der «sich wieder die normale Unterscheidung der Gesellschaft in reich und arm, Ober- und Unterklasse» behauptete. Es wurde immer deutlicher, dass die Kontrolle durch die Arbeiterklasse eine verlorene Sache war», schrieb er in seinen Erinnerungen an den Spanischen Bürgerkrieg («Mein Katalonien»). Die Armut nahm wieder zu, die basisdemokratischen Milizen wurden allmählich durch eine hierarchisch strukturierte Armee ersetzt (deren Offiziere jene Waffen durch die Straßen trugen, die an der Front fehlten), und die kleinbürgerlichen Kommunisten machten zusammen mit rechten Sozialistinnen Jagd auf AnarchistInnen und nichtstalinistische Linke.</p>
<p><strong>Der Dreieckskampf</strong></p>
<p>Dieser tragische Konflikt, der den franquistischen Putschisten nutzte, kulminierte in der Schlacht von Barcelona vor fast genau 75 Jahren: Im Mai 1937 lieferten sich die beiden Lager, die eigentlich die Spanische Republik gegen die Faschisten verteidigen wollten, Feuergefechte, bei denen Hunderte starben. Wie konnte es dazu kommen? Was war in den wenigen Monaten geschehen? Warum bekämpfte die Kommunistische Partei die Revolution, wie Orwell schrieb? Nur auf Stalins Geheiss? Oder gab es bessere Gründe? Gefährdeten die in Spanien traditionell starken AnarchistInnen den antifaschistischen Widerstand gegen Francos Truppen, weil sie weiterhin Fabriken und Grossgrundbesitz vergesellschafteten?</p>
<p>Die Frage, welche Strategien die Linke verfolgen und welche Bündnisse sie eingehen soll, ist noch immer aktuell – wenn auch nicht drängend wie damals nach dem Putsch der GroßgrundbesitzerInnen, der Militärs und der Kirche im Sommer 1936. Deren reaktionäre Konterrevolution, die den Spanischen Bürgerkrieg auslöste, hatte internationale Bedeutung: Die faschistischen Regierungen von Deutschland und Italien unterstützten die Franquisten mit Waffen und Truppen, während sich alle anderen Staaten (mit Ausnahme von Mexiko und der Sowjetunion) scheinbar neutral verhielten, aber nicht neutral waren.</p>
<div style="margin: 10px 0; border: 1px dotted #878787; color: #bd2d24; background: #eee; font-size: 10px; padding: 10px;"><strong>Termine, Preise, Leistungen </strong>Die WOZ-Reise nach Barcelona findet vom Freitag, 13. April (abends, Abreise ab Zürich), bis Montag, 23. April 2012 (vormittags, Ankunft in Zürich), statt. Im Reisepreis inbegriffen sind Organisation, Reiseleitung, Übernachtungen, Ausflüge und ReferentInnen. Je nach Unterkunft und bevorzugtem Transportweg ergeben sich darauf folgende Preise pro Person:</div>
<div style="margin: 10px 0; border: 1px dotted #878787; color: #bd2d24; background: #eee; font-size: 10px; padding: 10px;">
<p>Somnio Hostels: Einfaches Hostel, im Zentrum Barcelonas, Doppelzimmer mit Frühstück: Doppelzimmer, Reise mit Zug: Fr. 1707.00; Doppelzimmmer, ohne Zugreise: Fr. 1420.00</p>
<p>Hotel Paral.lel: Nettes Zweisterne-Hotel, zentral gelegen, mit Bad/Dusche und mit Frühstück. Doppelzimmer, Reise mit Zug: Fr. 1842.00; Doppelzimmer, ohne Zugreise: Fr. 1555.00. Einzelzimmer, Reise mit Zug: Fr. 2172.00, Einzelzimmer, ohne Zugreise: Fr. 1885.00</p>
<p>Individuelle Wünsche wie Aufenthaltsverlängerungen, andere An- und Abreisezeiten, andere Transportmittel usw. können nicht über die WOZ organisiert werden.</p>
<p>Gerne nehmen wir Ihre Reservation sobald wie möglich, spätestens aber bis 12. März 2012 entgegen: unterwegs@woz.ch oder Telefon 0041 (0)44 448 14 83. Weitere Informationen und Links finden Sie auf der WOZ-Website http://www.woz.ch/unterwegs/</p>
</div>
<p>Der republikanische Widerstand wäre also auf sich allein gestellt gewesen, wenn er nicht die Unterstützung von Zehntausenden Freiwilligen aus der europäischen Arbeiterbewegung gehabt hätte: zumeist einfache Lohnabhängige, die sich den Internationalen Brigaden oder anderen Verbänden anschlossen. Eine so breit aufgestellte Solidarität hat es seither nicht mehr gegeben. Was trieb die Freiwilligen um, welche Erfahrungen machten sie, wie reagierten die Regierungen ihrer Heimatländer – beispielsweise auch die der Schweiz?</p>
<p><strong>Annäherungen vor Ort</strong></p>
<p>Der Bürgerkrieg endete 1939 mit dem Sieg des Generalísimo Francisco Franco, doch der Konflikt war damit nicht beendet. Während der langen Jahre seiner Diktatur (bis 1975) tötete das Regime rund 200 000 Menschen: Sie wurden verschleppt, hingerichtet oder starben unter der Folter. Doch nicht alle ließen sich in den 36 Jahren von Francos Herrschaft entmutigen: Vor allem im Baskenland und in Katalonien regte sich Widerstand. Aber wie sah der aus? Welchen Spielraum gab es?</p>
<p>Heute gilt Spanien als demokratischer Staat. Aber es ist ein Staat, der noch immer Mühe mit der Aufarbeitung der Geschichte hat. Denn schon kurz nach Ende der Franco-Diktatur (deren Fortsetzung kein demokratischer Aufstand, sondern eher die baskische Untergrundorganisation Eta mit ihrem Attentat auf den designierten Franco-Nachfolger Luis Carrero Blanco verhinderte) trat 1977 eine Generalamnestie in Kraft, die heute noch gilt. Diesen Schlussstrich unter die Aufklärung der faschistischen Verbrechen soll der Richter Baltasar Garzón mit seinen Ermittlungen gegen Altfranquisten missachtet haben, weshalb ihm der Prozess gemacht wird. Wie steht es um die Aufarbeitung der Geschichte? Was sagen die Angehörigen der Opfer? Wie versuchen sie, die Erinnerung an die Schrecken der Diktatur aufrecht zu erhalten – nun, da in Madrid wieder die franquistische Nachfolgepartei Partido Popular regiert?</p>
<p>Mit all diesen Fragen (und noch ein paar mehr) wollen wir uns auf der WOZ-LeserInnen-Reise beschäftigen, die im April 2012 nach Barcelona führt. Wir sehen die alten Stätten, hören Historiker, treffen ZeitzeugInnen, sprechen mit Experten wie dem WOZ-Mitarbeiter Ralph Hug, der häufig auch auf SeeMoZ zu lesen ist, wandern auf Flüchtlingspfaden und werden vom Team des erfahrenen lokalen Stadtführungsveranstalters Cultruta.com begleitet. Kommen Sie mit!</p>
<div style="margin: 10px 0; border: 1px dotted #878787; color: #bd2d24; background: #eee; font-size: 10px; padding: 10px;"><strong>Acht Tage zum Thema Spanischer Bürgerkrieg</strong>1. Tag: Morgens: Individuelle Anreise oder Ankunft mit dem Nachtzug aus Zürich. Nachmittags erster Rundgang durch Barcelona mit Schwerpunkt auf der Geschichte der Stadt.2. Tag: Morgens: Barcelona und Katalonien vom 19. Jahrhundert bis zum Spanischen Bürgerkrieg: Die Arbeiterbewegung, der katalanische Nationalismus, soziale Umwälzungen  eine Einführung mit dem Historiker Daniel Cortijo. Nachmittags: Stadttour durch das kämpferische Barcelona – die Streiks und Kämpfe der AnarchistInnen.</p>
<p>3. Tag: Morgens: Stadtrundgang zum Spanischen Bürgerkrieg in Barcelona (der Staatsstreich gegen die Republik, die anarchistische Revolution, das Aufkommen des Kommunismus, die Spaltung der RepublikanerInnen). Mittags: Besuch eines Luftschutzbunkers. Spätnachmittags ein Gespräch mit ZeitzeugInnen, die am republikanischen Widerstand und der Arbeiterrevolution während des Kriegs in Barcelona teilgenommen hatten.</p>
<p>4. Tag: Frühmorgens: Fahrt nach Corbera d’Ebre, 1938 Schauplatz der Schlacht am Fluss Ebro. Besuch des 115-Tage-Museums, das den Geschehnissen an der Front gewidmet ist. Mittags: Rundgang durch den alten Ortskern von Corbera d’Ebre, der durch Bombardierungen komplett zerstört wurde und jetzt ein Kulturdenkmal ist. Nachmittags: Besichtigung der ehemaligen Front und Besuch eines kleinen Museums, das an die Internationalen Brigaden erinnert. Abends Rückfahrt nach Barcelona.</p>
<p>5. Tag: Morgens: Gespräch mit Josep Prats und anderen TeilnehmerInnen des Spanischen Bürgerkriegs. Mittags berichtet WOZ-Mitarbeiter und Buchautor Ralph Hug über die Schweizer Spanienfreiwilligen. Der Nachmittag steht zur freien Verfügung.</p>
<p>6. Tag: Frühmorgens: Fahrt zur französischen Grenze. Nach Ankunft mehrstündige Wanderung auf Gebirgswegen, über die am Ende des Bürgerkriegs 1939 Hunderttausende flüchteten. Mittagessen in Portbou, danach ein kleiner Exkurs zu Walter Benjamin, der hier 1940 starb. Nachmittags: Besuch des Museums für die Erinnerung an das Exil in La Jonquera. Anschliessend kurze Ausführungen über die Rolle Spaniens im Zweiten Weltkrieg und Rückfahrt nach Barcelona.</p>
<p>7. Tag: Morgens: Gespräch mit Mitgliedern der Associació d’Expresos Polítics (Vereinigung von ehemaligen politischen Gefangenen in der Franco-Zeit) über den Widerstand gegen die Franco-Diktatur. Mittags: Diskussion über die Schwierigkeiten bei der Aufarbeitung der Geschichte (mit Mitgliedern der Organisationen Memorial Democràtic und Associació de Memória Histórica). Der Nachmittag ist frei.</p>
<p>8. Tag: Diskussion über linke Konzepte und neue Bewegungen mit dem Historiker Daniel Cortijo, dem Journalisten Josep Maria Coll und AktivistInnen katalanischer Organisationen und der Indignado-Bewegung 15-M. Mittags endet das Programm.</p>
<p>9. Tag: Zur freien Verfügung.<br />
Alle Gespräche und Debatten werden übersetzt.</p>
</div>
<p>Autor: Pit Wuhrer/WOZ</p>
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		<title>Andrea Kraneburg: &#8220;Ich unterstütze SeeMoZ &#8230;</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Feb 2012 15:54:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Testimonials]]></category>

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		<description><![CDATA[weil sie für mich eine wichtige Quelle für Informationen vor allem aus der Region ist.Die Artikel sind hervorragend und gründlich recherchiert,sehr gut geschrieben und oft auch noch frech und unterhaltsam. Andrea Kraneburg ( Physiotherapeutin )]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7285" title="Andrea Kraneburg" src="http://www.seemoz.de/wp-content/uploads/2012/02/P1010196-120x120.jpg" alt="Andrea Kraneburg" width="120" height="120" />weil sie für mich eine wichtige Quelle für Informationen vor allem aus der Region ist.Die Artikel sind hervorragend und gründlich recherchiert,sehr gut geschrieben und oft auch noch frech und unterhaltsam.</p>
<p>Andrea Kraneburg ( Physiotherapeutin )</p>
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		<title>Schlecker in Arbeiterhand?</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 23:05:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Gastautor</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lokal+ Regional]]></category>

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		<description><![CDATA[Über Chancen einer Genossenschaftsbildung und die Ideen der Schlecker-Belegschaft: Ein Gespräch mit Michael Schlecht, dem Chefvolkswirten der Linksfraktion im Bundestag und Gewerkschafts-Sprecher im Vorstand seiner Partei. Denn auch in unserer Region wurden Schlecker-Läden dicht gemacht &#8211; Meersburg und Markdorf, Singen und Sipplingen, Konstanz und Radolfzell. Und weitere Geschäfte stehen auf der Kippe. Grund genug, über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_7277" class="wp-caption alignleft" style="width: 170px"><a href="http://www.seemoz.de/wp-content/uploads/2012/02/Seemoz-Michael-Schlecht.jpeg" rel="shadowbox[sbpost-7276];player=img;"><img class="size-medium wp-image-7277" title="Seemoz-Michael Schlecht" src="http://www.seemoz.de/wp-content/uploads/2012/02/Seemoz-Michael-Schlecht-160x120.jpg" alt="" width="160" height="120" /></a><p class="wp-caption-text">Michael Schlecht</p></div>
<p>Über Chancen einer Genossenschaftsbildung und die Ideen der Schlecker-Belegschaft: Ein Gespräch mit Michael Schlecht, dem Chefvolkswirten der Linksfraktion im Bundestag und Gewerkschafts-Sprecher im Vorstand seiner Partei. Denn auch in unserer Region wurden Schlecker-Läden dicht gemacht &#8211; Meersburg und Markdorf, Singen und Sipplingen, Konstanz und Radolfzell. Und weitere Geschäfte stehen auf der Kippe. Grund genug, über Alternativen zu reden.<span id="more-7276"></span></p>
<p><strong>In der Gewerkschaft ver.di und der Linkspartei wird seit kurzem intensiv über ein Genossenschaftsmodell für die insolvente Drogeriekette Schlecker debattiert. Was stellen Sie sich genau darunter vor?</strong></p>
<p>Die Initiative zur Debatte kommt vor allen von den Schlecker-Frauen. Die haben gesagt, sie hätten für das Unternehmen in den letzten zehn bis 20 Jahren drei Milliarden Euro erarbeitet. Und jetzt sei die Geschäftsführung nicht mal in der Lage, den Laden am Laufen zu halten und die Arbeitsplätze zu sichern. Eigentlich, meinten sie, müsste man den Schlecker rausschmeissen und den Laden alleine übernehmen. Der Hintergrund ist, dass momentan vieles nach derselben Entwicklung aussieht, die solche Insolvenzen in den vergangenen 20 Jahren genommen haben. Da kommt irgendein privater Investor, oder Schlecker schafft es sogar, die Läden zu behalten, dann fließen Staatsgelder hinein, und am Ende müssen doch erhebliche Teile der Belegschaft gehen.</p>
<p><strong>Das Unternehmen hat in den letzten Jahren viele Kunden an die Konkurrenz verloren. Was macht sie so sicher, dass ein Schlecker in Belegschaftshand erfolgreicher funktioniert?</strong></p>
<p>Weil die Schlecker-Frauen nach meinem Eindruck viel bessere Ideen haben als die Geschäftsführung, die nur an Profiten interessiert ist. Sie kennen ihre Kunden besser. Die Stärke von Schlecker ist die enorme dezentrale Verbreitung in kleinen und kleinsten Orten. Die Idee ist, diese Läden viel stärker auszubauen und das Sortiment deutlich zu erweitern. Das würde sich lohnen, weil es häufig die einzigen Geschäfte in diesen Ortschaften sind. Und für Leute, die kein Auto haben oder Ältere ist das die einzige Möglichkeit, überhaupt einkaufen zu können.</p>
<p><strong>Also ein Tante-Emma-Laden auf dem Land anstatt XXL-Geschäften in den Großstädten?</strong></p>
<p>XXL-Läden mögen in den Großstädten auch sinnvoll sein als dritte große Kette neben Rossmann und DM. Die Großmärkte laufen ganz gut, die sind nicht das große Problem.</p>
<p><strong>Das Unternehmen ist hochverschuldet, eine Sanierung wird Millionen kosten, wo soll das Geld dafür herkommen?</strong></p>
<p>Die zentrale Frage ist erst einmal nicht die Finanzierung, sondern die Bereitschaft der Kolleginnen, eine Genossenschaft zu gründen. Gibt es unter den 35000 Schlecker-Frauen genügend, die aus ihrer Angst und ihrer Wut heraus einen Impuls in sich spüren, sich für ein solches Modell stark zu machen? Die Betroffenen müssen selbst in Bewegung kommen, erst dann können verschiedene Konzepte diskutiert werden. Sie müssen massenhaft sagen, wir wollen jetzt unser eigenes Schicksal in die Hand nehmen.</p>
<p><strong>Wie ist die Stimmung unter den Kolleginnen?</strong></p>
<p>Das ist sehr schwierig zu sagen. Deshalb gebe ich solche Interviews, um das Modell bekannter zu machen. Im übrigen gab es schon vor zwei Jahren, als die XXL-Läden hoch kamen und massenhaft Filialen geschlossen wurden, in Nordrhein-Westfalen Initiativen der Beschäftigten, die zugemachten Läden in Eigenregie zu übernehmen. Dieser Impuls schlummert also schon in den Menschen.</p>
<p><strong>Aber brauchen die Beschäftigten nicht zumindest die Aussicht auf eine Finanzierung?</strong></p>
<p>Wenn 20000 Schlecker-Frauen auf die Barrikaden gehen, dann sehe ich auch Chancen, dass wir zum Beispiel einen Wulff-Kredit bekommen.</p>
<p><strong>Einen was?</strong></p>
<p>Die Formulierung stammt von den Schlecker-Frauen. Die sagen, wenn sogar dieser Typ in Berlin einen günstigen Kredit bei einer Tochter der Landesbank von Baden-Württemberg bekommt, dann wir doch erst recht. Wir wollen die gleichen Konditionen wie Wulff haben. Nur brauchen wir vielleicht 200, 300 oder 400 Millionen.</p>
<p><strong>Genossenschaftsgründungen vor allem bei größeren Unternehmen waren in Deutschland in den letzten Jahren eher die Ausnahme. Auch in den Gewerkschaften stieß das Thema auf wenig Gegenliebe.</strong></p>
<p>Viele haben die Erfahrung, dass die nötige gesellschaftliche Unterstützung für eine Genossenschaftsgründung nicht zu haben ist. Daher sind die Gewerkschaften ein bisschen vorsichtiger oder sagen, Genossenschaften seien utopisch. Eins ist jedoch klar. So wie es jetzt läuft, kann es auf Dauer nicht weitergehen. Seit 20 Jahren unterschreiben wir einen Notlagentarifvertrag nach dem anderen. Wir müssen versuchen, auch weitergehende Modelle zu entwickeln.</p>
<p>Autor: Johannes Schulten (junge Welt)</p>
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		<title>KiK: Stars zum Zehnjährigen</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 23:00:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HPK</dc:creator>
				<category><![CDATA[Was Wann Wo]]></category>

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		<description><![CDATA[Einen fulminanten Auftakt hat das KiK-Festival im Januar hingelegt. Bei den ersten beiden Vorstellungen der Saison gab es jeweils ein ausverkauftes Haus. Und es  spricht viel dafür, dass es weiter gut für den Kulturverein läuft, der das Kabarett in Kreuzlingen (KIK) organisiert. Schließlich haben sich die Kreuzlinger zum Zehn-Jahres-Jubiläum die besten und berühmtesten Kabarettisten aus [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="attachment_7273" class="wp-caption alignleft" style="width: 170px"><a href="http://www.seemoz.de/wp-content/uploads/2012/02/Seemoz-Martin.jpeg" rel="shadowbox[sbpost-7272];player=img;"><img class="size-medium wp-image-7273" title="Seemoz-Martin" src="http://www.seemoz.de/wp-content/uploads/2012/02/Seemoz-Martin-160x106.jpg" alt="" width="160" height="106" /></a><p class="wp-caption-text">Martin O.</p></div>
<p>Einen fulminanten Auftakt hat das KiK-Festival im Januar hingelegt. Bei den ersten beiden Vorstellungen der Saison gab es jeweils ein ausverkauftes Haus. Und es  spricht viel dafür, dass es weiter gut für den Kulturverein läuft, der das Kabarett in Kreuzlingen (KIK) organisiert. Schließlich haben sich die Kreuzlinger zum Zehn-Jahres-Jubiläum die besten und berühmtesten Kabarettisten aus dem deutschsprachigen Raum eingeladen.<span id="more-7272"></span></p>
<p>Ganz offiziell der Beste ist <strong>Martin O.</strong>, der jetzt im Februar mit dem Deutschen Kleinkunstpreis in der Sparte „Chanson“ ausgezeichnet wird. Im März wird der Ostschweizer das Publikum im Kreuzlinger Dreispitz begeistern. „Wir haben jetzt zum dritten Mal in Folge einen aktuellen Träger des Deutschen Kleinkunstpreises bei uns“, freut sich Programmleiter Micky Altdorf. „Das zeigt schon, dass wir  uns in den vergangenen zehn Jahren ein gutes Renommee erarbeitet haben.“</p>
<p>2002 war der Kleinkunst-Fan Micky Altdorf mit der Vision angetreten, Kreuzlingen zur Kabaretthauptstadt am Bodensee zu machen. Heute zählt er Promis wie die Schweizer Ursus &amp; Nadeschkin, den Deutschen Urban Priol oder den Österreicher <strong>Josef Hader</strong> zu seinen Stammgästen. Auf Haders Auftritt am 29. März ist er dabei  besonders gespannt. „Er hat für sein neues Programm viele Texte und Figuren aus seinen bisherigen Produktionen übernommen und daraus eine Geschichte zusammengebaut“, sagt Micky Altdorf. „Fans treffen also auf alte Bekannte, während neue Hader-Zuschauer einen Überblick über sein Schaffen bekommen.“</p>
<p>Neben den dicken Fischen hat Altdorf das Programm mit „Perlen“ garniert, mit Kabarettisten, die er wegen ihrer Qualität ausgesucht hat. Am 8. März wird zum Beispiel <strong>Rolf Miller</strong> wortgewaltig stammeln und vielsagend nichts sagen. Und am 10. März kann man sich mit dem jungen Genre „Seminarkabarett“ auseinandersetzen, wenn der Physiker <strong>Vince Ebert</strong> seine Erkenntnisse aus Philosophie, Naturwissenschaften und Illustrierten vermittelt. Es sei ihm wichtig, Kabarettisten aus den drei Ländern Deutschland, Österreich und der Schweiz zu engagieren, sagt Altdorf.</p>
<p>Kreuzlingen ist mit seiner Lage ja auch geradezu prädestiniert für grenzenlosen Humor. Dementsprechend unterstützt nun auch das Stadtmarketing Konstanz das KIK-Festival. Es nimmt die Vorstellungen in ihre Verteiler auf und platziert ein Großplakat. Finanzielle Unterstützung erhalten die Organisatoren in der Schweiz. Sowohl die Stadt Kreuzlingen wie auch der Kanton Thurgau helfen, das Budget auszugleichen.</p>
<p>Das KIK hat trotz einiger Professionalisierung in den vergangenen Jahren nach wie vor kein kommerzielles Interesse. Es stützt sich auf ehrenamtliche Helfer. Nur dank ihrer Arbeit gibt es die Vorstellungen mit preisgünstigen Tickets. Um Stars des Kabaretts zu erleben, müsste man anderswo in der Schweiz erheblich tiefer in die Tasche greifen. Und in Deutschland sowieso.</p>
<p><em>Informationen zum Programm im Internet unter <a href="http://www.kik-kreuzlingen.ch/" target="_blank">www.kik-kreuzlingen.ch</a> Vorverkauf über</em><br />
<em><a href="http://www.ticketportal.com/" target="_blank">www.ticketportal.com</a> oder bei Kreuzlingen Tourismus: Tel. 0041-71 672 38 40</em></p>
<p>Autor: PM/hpk</p>
<p>&nbsp;</p>
<p>Weiterer Link:</p>
<p><a title="Permanent Link: Schramm im KiK" href="../was-wann-wo/schramm-im-kik/" rel="bookmark">Schramm im KiK</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Fragwürdiger Linksdrall: Verfassungsschutz und &#8220;Die Linke&#8221;</title>
		<link>http://www.seemoz.de/lokal_regional/fragwurdiger-linksdrall-verfassungsschutz-und-die-linke/</link>
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		<pubDate>Thu, 02 Feb 2012 13:39:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HPK</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lokal+ Regional]]></category>

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		<description><![CDATA[Passend zum vorigen Artikel und aus aktuellem Anlass: Heute Abend, 20.15 Uhr, SWR Fernsehen: Zur Sache Baden-Württemberg &#8211; Bernd Riexinger, Landessprecher der Linken, über den Verfassungsschutz und „Die Linke“ Seit Jahren beobachten die Verfassungsschützer in Bund und Land die Partei und ihre Abgeordneten wie z.B. Heike Hänsel aus Tübingen. Die linke Friedensaktivistin wundert sich über [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="margin-bottom: 0cm;">Passend zum vorigen Artikel und aus aktuellem Anlass: Heute Abend, 20.15 Uhr, SWR Fernsehen: Zur Sache Baden-Württemberg &#8211; Bernd Riexinger, Landessprecher der Linken, über den Verfassungsschutz und „Die Linke“</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Seit Jahren beobachten die Verfassungsschützer in Bund und Land die Partei und ihre Abgeordneten wie z.B. Heike Hänsel aus Tübingen. Die linke Friedensaktivistin wundert sich über den Eifer der Verfassungsschützer – auch weil zugleich Rechtsterroristen jahrelang nahezu unbehelligt mordend durch die Republik ziehen konnten.  Bernd Riexinger, Landessprecher der Linken, vermutet gar, dass der Verfassungsschutz schon längst V-Leute in die Reihen seiner Partei eingeschleust hat – es habe in Baden-Württemberg auf jeden Fall bereits Anwerbeversuche gegeben. All das findet sogar ein Christdemokrat nicht lustig: Siegfried Kauder. Es könne nicht sein, sagt der Abgeordnete aus dem Schwarzwald-Baar-Kreis und Vorsitzender des Rechtsausschusses im Bundestag, dass Abgeordnete ohne Parlamentsbeschluss vom Verfassungsschutz überwacht werden (hpk)</p>
]]></content:encoded>
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		</item>
		<item>
		<title>Erinnern Sie sich noch an den 16. März 2007?</title>
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		<pubDate>Wed, 01 Feb 2012 23:00:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HPK</dc:creator>
				<category><![CDATA[Lokal+ Regional]]></category>

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		<description><![CDATA[Da überfielen Neo-Nazis eine antifaschistische Ausstellung im Konstanzer Bürgersaal. Fünf Jahre sind seitdem vergangen und nichts ist geschehen. Die Staatsanwaltschaft Konstanz hat ihre Ermittlungen gegen die polizeibekannten Krakeler längst folgenlos eingestellt. Da zeigen sich Parallelen zum Versagen mancher Behörden gerade jetzt, wo die Verstrickungen um das Mördertrio NSU nur zögerlich aufgedeckt werden. Finden einige Konstanzer [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.seemoz.de/wp-content/uploads/2012/02/Seemoz-Aufruf.jpeg" rel="shadowbox[sbpost-7262];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-7263" title="Seemoz-Aufruf" src="http://www.seemoz.de/wp-content/uploads/2012/02/Seemoz-Aufruf-160x160.jpg" alt="" width="160" height="160" /></a>Da überfielen Neo-Nazis eine antifaschistische Ausstellung im Konstanzer Bürgersaal. Fünf Jahre sind seitdem vergangen und nichts ist geschehen. Die Staatsanwaltschaft Konstanz hat ihre Ermittlungen gegen die polizeibekannten Krakeler längst folgenlos eingestellt. Da zeigen sich Parallelen zum Versagen mancher Behörden gerade jetzt, wo die Verstrickungen um das Mördertrio NSU nur zögerlich aufgedeckt werden. Finden einige Konstanzer Bürgerinnen und Bürger. Und werden aktiv.<span id="more-7262"></span></p>
<p>2007 kam es zum „Konstanzer Aufruf gegen Neofaschismus“ als Reaktion auf diesen Nazi-Überfall, der nur durch die beherzte Gegenwehr der Besucher und das tatkräftige Einschreiten der Polizei schon im Keim erstickt werden konnte. Weit über 100 BürgerInnen, Stadträte aller Fraktionen, gar der Gemeinderat mit OB Frank an der Spitze sowie Vereinsfunktionäre unterzeichneten damals den Aufruf. Im Text heißt es unter anderem: &#8220;Wir wollen uns in Konstanz für ein gesellschaftliches Klima einsetzen, in welchem es für braune Hetze und rechte Gewalt weder Platz noch Verständnis gibt und alle Menschen ohne Angst und Diskriminierung leben können.&#8221;</p>
<p>„Wieder ist unser Protest gefragt“, schrieben jetzt einige Unterzeichner des Konstanzer Aufrufs und luden für den letzten Dienstag ihre Mit-Unterzeichner zu einem Vorbereitungstreffen in den Treffpunkt Petershausen. Zum fünften Jahrestag der Bürgersaal-Attacke am 16.3. 2012 wollen die Initiatoren eine Demonstration und/oder Kundgebung organisieren, die nicht nur an die Gewaltaktion vor fünf Jahren und das Versagen der Ermittlungsbehörden erinnern, sondern auch vor neuer Nazigewalt überall in Deutschland, aber auch in unserer Region, warnen will.</p>
<p>Denn immerhin gab es vergangenen Dezember in Singen verschiedene Übergriffe von Neo-Nazis sowie eine unangemeldete Spontan-Demonstration brauner Parteigänger -  beides jeweils von der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen und von den Ermittlungsbehörden weder unterbunden noch geahndet.</p>
<p>Für ein Verbot der NPD bei gleichzeitigem Abzug der V-Leute des Verfassungsschutzes und für eine tatkräftigere Bekämpfung von Nazigewalt durch die staatlichen Organe will sich die Neuauflage des Konstanzer Aufrufs jetzt mit ihrer Aktion zum 16.3. einsetzen. Auch an eine neuerliche Ausstellung „Neofaschismus in Deutschland“, womöglich in der Woche vor dem 16.3., ist gedacht.</p>
<p>Der Konstanzer Oberbürgermeister hat seine Bereitschaft zu einer Schirmherrschaft sowie Kirchen, Gewerkschaften und Parteien ihre Unterstützung signalisiert. Derzeit wird um weitere Unterstützer und auch Redner auf einer möglichen Kundgebung geworben. Und für den 15. Februar ist ein weiteres Treffen geplant, auf dem Einzelheiten der Aktion festgezurrt werden sollen; der Ort wird rechtzeitig auf SeeMoZ zu lesen sein. Eine noch regere Teilnahme von Antifaschisten und solchen, die es werden wollen, ist nicht nur von den Organisatoren erwünscht.</p>
<p>Autor: hpk</p>
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		<title>Vortragsverbot an der Volkshochschule?</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 23:05:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HPK</dc:creator>
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		<description><![CDATA[„Sie können die Termine aus Ihrem Kalender streichen“. So der lakonische Hinweis von Sabine Vogel, Abteilungsleiterin für die Fachbereiche Gesundheit, Sport &#38; Pädagogik der vhs Konstanz-Singen, an die Adresse von Dennis Riehle. Der langjährige vhs-Referent hatte verwundert nachgefragt, warum ein längst vereinbarter Kursus im gedruckten Programm nicht mehr auftaucht. Spargründe? Oder doch Zensur eines „aufrührigen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.seemoz.de/wp-content/uploads/2012/01/vhs.jpg" rel="shadowbox[sbpost-7245];player=img;"><img class="alignleft size-full wp-image-7246" title="vhs" src="http://www.seemoz.de/wp-content/uploads/2012/01/vhs.jpg" alt="" width="160" height="67" /></a>„Sie können die Termine aus Ihrem Kalender streichen“. So der lakonische Hinweis von Sabine Vogel, Abteilungsleiterin für die Fachbereiche Gesundheit, Sport &amp; Pädagogik der vhs Konstanz-Singen, an die Adresse von Dennis Riehle. Der langjährige vhs-Referent hatte verwundert nachgefragt, warum ein längst vereinbarter Kursus im gedruckten Programm nicht mehr auftaucht. Spargründe? Oder doch Zensur eines „aufrührigen Dozenten“, wie Dennis Riehle vermutet?   <span id="more-7245"></span></p>
<p>So blass wie das Titelblatt kommt auch das Sommerprogramm der Volkshochschule (vhs) daher: Deutlich ausgedünnt, vor allem, was den Bereich Politik und Gesellschaft anbelangt, verschreibt man sich zwar vollmundig dem Motto „Europa-Integration-Interkulturalität“ (wohl auch mit Hinblick auf die Konzilfeierlichkeiten ab 2014), doch außer einem knappen Dutzend Fachreferaten wird kaum etwas zu dem Thema angeboten. Angeführt wird die Referentenschar immerhin von Peter Friedrich, dem Europa-Minister aus Konstanz.</p>
<p><strong>Folgen des neuen Sparkurses?</strong></p>
<p>Offenkundig hat die vhs viele Veranstaltungen im kommenden Semester von verschiedenen Dozenten nicht angenommen. Darunter auch zahlreiche Fortsetzungskurse und Veranstaltungen von Referenten, die schon seit Jahren und Jahrzehnten dabei sind. Unter anderem hängt das wohl damit zusammen, dass Sprachkurse neue Mindestteilnehmerzahlen haben müssen &#8211; eine Folge des strikten Sparkurses. Über diesen neuen Stil, wie auch über die aktuellen Querelen um die vhs, verlieren die Vorstandsdamen Nikola Ferling und Dorothee Jacobs-Krahnen in ihrem Editorial übrigens kein Wort.</p>
<p>Gerade zu diesen Auseinandersetzungen um die Volkshochschule hatte sich Dennis Riehle als einer der wenigen Dozenten immer wieder öffentlich und auch publizistisch geäußert. Er will darum nicht ausschließen, „dass die Absage meiner Veranstaltung auch etwas damit zu tun hat, einen vielleicht aufrührigen Dozenten aus dem Programm zu nehmen. Eine Erklärung von der vhs gab es jedenfalls nicht dafür, weshalb der Termin zunächst angesetzt, nun aber doch gestrichen wurde“.</p>
<p><strong>Frau Ferling ist nicht zu sprechen</strong></p>
<p>Die zuständige Abteilungsleiterin, Sabine Vogel, mochte sich auch auf SeeMoZ-Nachfrage zu den Gründen für die Absage nicht äußern. Sie verwies auf ihre Chefin, die Vorstandsvorsitzende Nikola Ferling, „die Herrn Riehle ein Gespräch angeboten hat“. Nikola Ferling aber ist in den nächsten Tagen „aushäusig und nicht zu sprechen.“</p>
<p>Dennis Riehle ist seit vier Jahren mit jeweils zwei, drei Veranstaltungen pro Semester als Referent an der vhs beschäftigt gewesen. Der gelernte Personal Coach aus Litzelstetten sollte am 12. März über das Thema „Wenn uns Ängste begleiten&#8230;“ reden &#8211; eine Fragestellung, die den furchtlosen Dozenten wohl schon länger beschäftigt.</p>
<p><strong>Die Rüge war ein Versehen</strong></p>
<p>So berichtet er: „Zumal ich auch zuvor schon immer wieder erlebt habe, wie man mir und anderen Kollegen den Dozentenalltag schwer gemacht hat. So wurde mir nach über zwei Jahren Tätigkeit vorgehalten, einer der Bürgermeister aus der Mitgliederversammlung habe „herausgefunden“, dass ich kein Zertifikat/keinen Abschluss habe, der mich zum Dozentendasein berechtigt. Die vhs knallte mir diesen Vorwurf vor die Nase, ohne sich vorher einmal zu erkundigen. Kleinlaut musste man dann eingestehen, dass man sich vertan hat &#8211; zwar hatte ich mein Studium noch nicht abgeschlossen, für die an der vhs vollbrachte Dozentenarbeit notwendigen Ausbildungen aber konnte ich allesamt korrekte Zertifikate über erfolgreiche Abschlüsse nachweisen.“</p>
<p>Da wundert es nicht, dass Riehle die Absetzung seiner Veranstaltung im nächsten Semester nicht nur „als zufällig“ betrachtet. Und tatsächlich wäre es schlimm, wenn solche Art von Berufsverboten bei der VOLKShochschule einziehen würde.</p>
<p>Autor: hpk</p>
<p>Weitere Links:</p>
<p><a title="Permanent Link: „Anarchisten von Konstanz“ verklagen die Volkshochschule" href="../lokal_regional/%e2%80%9eanarchisten-von-konstanz%e2%80%9c-verklagen-die-volkshochschule/" rel="bookmark">„Anarchisten von Konstanz“ verklagen die Volkshochschule</a></p>
<p><a title="Permanent Link: Konstanzer Gemeinderat drückt sich vor der vhs-Debatte" href="../lokal_regional/konstanzer-gemeinderat-druckt-sich-vor-der-vhs-debatte/" rel="bookmark">Konstanzer Gemeinderat drückt sich vor der vhs-Debatte</a></p>
<p><a title="Permanent Link: Ein Steuerberater wehrt sich. Die Stadträte scheuen sich" href="../lokal_regional/ein-steuerberater-wehrt-sich-und-die-stadtrate-scheuen-sich/" rel="bookmark">Ein Steuerberater wehrt sich. Die Stadträte scheuen sich</a></p>
<p><a title="Permanent Link: Frau Jacobs-Krahnen startet eine Kampagne" href="../seemoz_intern/frau-jakobs-krahnen-startet-eine-kampagne/" rel="bookmark">Frau Jacobs-Krahnen startet eine Kampagne</a></p>
<p><a title="Permanent Link: Aus der Krise wird eine Schlammschlacht" href="../lokal_regional/aus-der-krise-wird-eine-schlammschlacht/" rel="bookmark">Aus der Krise wird eine Schlammschlacht</a></p>
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		<title>Die großen und kleinen Leute von Rorschach</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 23:00:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HPK</dc:creator>
				<category><![CDATA[Kultur]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein Buch über die wenig bekannte Stadt am Bodensee erzählt auf exemplarische Weise aus dem Alltag des 20. Jahrhunderts. Über die großen und mehr noch über die kleinen Leute des Städtchens, das selbst Ostschweizer allzu häufig noch mit Romanshorn verwechseln. Geschrieben von einem Hobby-Historiker, der wohl sein ganzes Leben in seiner Heimatstadt recherchierte, und erstaunliche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.seemoz.de/wp-content/uploads/2012/01/rohrschach.jpg" rel="shadowbox[sbpost-7240];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-7241" title="rohrschach" src="http://www.seemoz.de/wp-content/uploads/2012/01/rohrschach-160x160.jpg" alt="" width="160" height="160" /></a>Ein Buch über die wenig bekannte Stadt am Bodensee erzählt auf exemplarische Weise aus dem Alltag des 20. Jahrhunderts. Über die großen und mehr noch über die kleinen Leute des Städtchens, das selbst Ostschweizer allzu häufig noch mit Romanshorn verwechseln. Geschrieben von einem Hobby-Historiker, der wohl sein ganzes Leben in seiner Heimatstadt recherchierte, und erstaunliche Geschichten entdeckte: Ein Buch für Bodensee-Liebhaber, ein Buch für Lokal-Historiker, ein Buch sogar für Literatur-Fans.  <span id="more-7240"></span></p>
<p>Die alte Industriestadt Rorschach am Bodensee ist ein Ort, den man westlich von Winterthur nur wegen seiner Erwähnung im Eisenbahnlied von Mani Matter, dem legendären Schweizer Liedermacher, kennt. Und in der Tat war Rorschach mit seinen Bahnhöfen, den zahlreichen Barrieren und dem Hafen früher ein wichtiges Verkehrszentrum. Sogar in der Ostschweiz wird Rorschach häufig mit Romanshorn verwechselt, einem einst ebenfalls wichtigen Hafen und Bahnknotenpunkt 20 Kilometer nordwestlich. Zwischen Romanshorn und Rorschach liegt Arbon. Alle drei Orte haben ihre industrielle Bedeutung und damit auch die Rolle als Zentren der organisierten Arbeiterschaft seit langem verloren.</p>
<p>Die vor hundert Jahren prägende Textilindustrie ist verschwunden, die bedeutende Maschinenindustrie zusammengeschrumpft. Auf verseuchten Industriebrachen und leeren Gleisarealen wird von industriellem Glanz vielleicht noch geträumt – oder von einer besseren Zukunft als Freizeitpark: Denn die Lage dafür wäre ausgezeichnet. Das Wasser ist heute wieder sauber, die Luft sehr gut, der Föhn lässt den See oft spektakulär erscheinen, Bade- und Uferanlagen gibt es zuhauf, Autobahnanschlüsse ebenfalls, und sogar der Nebel im Winter hat etwas Zauberhaftes. Nur die Hotels rentieren sich nicht recht.</p>
<p><strong>Über den Papst und den unvollendeten Düsenjäger</strong></p>
<p>Über Rorschach, das auf Durchreisende einen etwas heruntergekommenen Eindruck macht, verunstaltet auch von Bauprojekten der jüngeren Zeit, ist kürzlich ein sehr schönes Buch erschienen. In «Rorschach. Geschichten aus der Hafenstadt» erzählt Otmar Elsener die lokale Geschichte des 20. Jahrhunderts in einer Art, die über normale Lokalhistorie hinausgeht. Elsener, ein pensionierter Stickereikaufmann, berichtet zwar wie jeder Lokalchronist von glorreichen Ereignissen seiner Stadt, von der Zeit etwa, als der spätere Papst Pius XII. hier regelmäßig Ferien verbrachte (in einem Mädcheninternat), von der berühmten Flugzeugfabrik Altenrhein, die einen Düsenjäger für die Schweizer Armee bauen wollte und 1958 im letzten Moment daran scheiterte.</p>
<p>Oder &#8211; eben &#8211; vom industriellen Boom um 1900, als die Bevölkerungszahl dank der vermutlich weltgrößten Stickereifabrik explodierte. Doch mindestens so wichtig wie diese Geschichten, deren sich jede Stadt rühmen möchte, sind dem Autor die kleinen Erinnerungen aus dem Alltag der Leute, etwa die Biografie eines Tessiner Marronibrater- und Rorschacher Kioskbesitzerpaares oder die Geschichte eines Werkmeisters, dessen Onkel mit Herrn Saurer in Arbon ein Schienenauto entwickelte.</p>
<p><strong>Die legendäre, hölzerne Badhütte  </strong></p>
<p>Elsener selber, Jahrgang 1934, ist an diesem Ort aufgewachsen, nach zehnjährigem Aufenthalt in den USA kehrte er 1964 zurück, um zu bleiben. Schon auf den ersten Seiten erzählt er vom Geruch des Sommers, den einst der Spritzenwagen auf den staubigen Strassen hinterließ, von Arbeiterkindern, die für die Roco-Konserven in Heimarbeit Bohnen fädelten und Karotten höhlten. Er schreibt über Leichentransporte mit Ross und Wagen, die aufhörten, als 1959 zwei Rappen mit der Leiche quer über den Friedhof durchbrannten, berichtet aus Fabrikhallen und Spielwarenläden, schreibt vom Brüllen des Viehs in den Metzgereien, das dank einem Schlachthof an den Stadtrand verschwand, resümiert die Entwicklung des Lokalsports vom Handball zum Fußball oder die irrsinnige Verkehrsplanung, die immerhin nicht ganz verwirklicht wurde. Mehr als die heute legendäre hölzerne Badhütte von Rorschach (die einzige dieser Art, die am Bodensee übrigblieb) interessiert ihn der Bau des ersten Strandbads, des «Sozibades», gegen das Katholiken agitierten, weil es dort keine Geschlechtertrennung gab. Das Bad lag neben dem Schlachthaus, 1965 ging die Stadtverwaltung dazu über, das Ufer täglich von toten Fischen zu reinigen.</p>
<p>Elsener hat viele ZeitzeugInnen interviewt und scheint sein Leben lang recherchiert zu haben. Wegen der Liebe zum Detail und der literarischen Qualität ist das Buch exemplarisch: Baustein einer Geschichte des Schweizer Alltags und damit auch für LeserInnen geeignet, denen an Rorschach gar nicht soviel liegt.</p>
<p>Autor: Stefan Keller/WOZ</p>
<p><em>Otmar Elsener: Rorschach. Geschichten aus der Hafenstadt. Appenzeller Verlag, Herisau 2011. 272 Seiten, zahlreiche Abbildungen. 33 Euro.</em></p>
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		<title>Lothar Höfler: &#8220;Ich unterstütze SeeMoZ &#8230;</title>
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		<pubDate>Tue, 31 Jan 2012 20:28:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Testimonials]]></category>

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		<description><![CDATA[weil ich mir eine im klassischen sinne liberale, freie, unabhängige, am wohl der allgemeinheit orientierte berichterstattung wünsche. diesen anspruch erfüllen die religiös-konservativ lastigen, gesinnungs-gesteuerten und wirtschafts-liberalen &#8220;platzhirsche&#8221; um den see leider nicht. Lothar Höfler – KeineWaffenvomBodensee + attac-lindau]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><img class="alignleft size-thumbnail wp-image-7237" title="lothar_hoefler" src="http://www.seemoz.de/wp-content/uploads/2012/01/lothar_Hoefler-120x120.jpg" alt="lothar_hoefler" width="120" height="120" />weil ich mir eine im klassischen sinne liberale, freie, unabhängige, am wohl der allgemeinheit orientierte berichterstattung wünsche. diesen anspruch erfüllen die religiös-konservativ lastigen, gesinnungs-gesteuerten und wirtschafts-liberalen &#8220;platzhirsche&#8221; um den see leider nicht.</p>
<p>Lothar Höfler – KeineWaffenvomBodensee + attac-lindau</p>
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		<title>Es müllert wieder</title>
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		<pubDate>Mon, 30 Jan 2012 23:05:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>HPK</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nein, damit ist nicht der legendäre Balltreter Gerd Müller gemeint, der in den siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts reihenweise das Runde im Eckigen versenkte und darob Kultstatus erreichte. Hier und heute geht es um Ina Müller, die Kabarettistin, Sängerin, Buchautorin und äußerst erfolgreiche TV-Moderatorin. Wer sie live sehen will, sollte sich am 4.2. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.seemoz.de/wp-content/uploads/2012/01/Seemoz-Ina_Mueller1.jpg" rel="shadowbox[sbpost-7223];player=img;"><img class="alignleft size-medium wp-image-7225" title="Seemoz-Ina_Mueller" src="http://www.seemoz.de/wp-content/uploads/2012/01/Seemoz-Ina_Mueller1-160x106.jpg" alt="" width="160" height="106" /></a>Nein, damit ist nicht der legendäre Balltreter Gerd Müller gemeint, der in den siebziger und achtziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts reihenweise das Runde im Eckigen versenkte und darob Kultstatus erreichte. Hier und heute geht es um Ina Müller, die Kabarettistin, Sängerin, Buchautorin und äußerst erfolgreiche TV-Moderatorin. Wer sie live sehen will, sollte sich am 4.2. ins Volkshaus nach Zürich aufmachen.<span id="more-7223"></span></p>
<p>Geboren wurde sie 1965 im Cuxhavener Hinterland und wuchs behütet in bäuerlicher Idylle auf. Nach ihrer Schulzeit legte sie einen Abschluss als pharmazeutisch-technische Assistentin hin. Berufliche Erfahrung in diesem Metier erlangte sie auf der völlig unbekannten Nordseeinsel Sylt und arbeitete dort in der lauschigen Westerländer Inselapotheke. Wer sich also annodazumal während nächtlicher Exzesse allzu heftig Hochprozentiges in den Hals geschüttet hatte, konnte sich anderntags sein Aspirin bei Ina Müller abholen.</p>
<p>Und wie das so ist in der Diaspora – irgendwann biegt dann doch ein Promi um die Ecke, sogar auf Sylt. Ina Müller lernte die Künstlerin Edda Schnittgard kennen und letztere erkannte schnell das Talent ihrer neuen Bekanntschaft. Es dauerte nicht lange, da gründeten Müller und Schnittgard 1994 das Kabarett-Duo „Queen Be“, das sich für seine qualitätsvollen Auftritte recht schnell einen guten Namen machte und bis 2005 zusammen blieb. Diverse Auszeichnungen waren der verdiente Lohn, unter anderem der „Deutsche Kleinkunstpreis“ 2001 im Bereich Chanson, Lied und Musik. Damit lässt sich allemal punkten und Müllers Ina legte noch mehrere Kulturschippen nach. Sie erinnerte sich an ihre plattdeutsche Herkunft und brachte dementsprechendes Liedgut unter die Leute. Auch das kam verdammt gut an und schließlich meldete sich der NDR mit einem freundlichen Job- Angebot.</p>
<p><strong>Schnodderschnauze mit Niveau</strong></p>
<p>Die talentierte Schnodderschnauze mit Niveau übernahm fortan die beliebte Radiosendung „Hör mal`n beten to“ und trieb die Einschaltquoten in die Höhe. Aktiv wurde sie aber auch als Solo-Sängerin. Ihr erstes Pop-Album „Das große Du“ kam auf den Markt, dazu mit „Mien Tung is keen Flokati“ auch ein plattdeutsches Taschenbuch. Der umtriebige Wirbelwind kletterte zackig die Karriereleiter hoch, nahm dabei meist zwei Sprossen auf einmal und wechselte schließlich von der Radio- in die Fernsehabteilung. Seit 2007 moderiert sie die Late-Night-Show „Inas Nacht“. Ein Knaller inmitten meist dröger Konkurrenzveranstaltungen im bundesdeutschen Einheitsbrei. Das sah auch das begeisterte Publikum so und wieder hagelte es Preise: 2008 den Deutschen Fernsehpreis, 2009 den Deutschen Comedy-Preis und 2010 den Grimmepreis. Künstlerherz, was willst du mehr.</p>
<p>„Inas Nacht“ läuft mittlerweile auch in der ARD. Das Format ist haargenau auf Ina Müller zugeschnitten und funktioniert somit auch bestens. Als Showbühne dient die Hamburger Kneipe „Schellfischposten“. Die anheimelnde Spelunke ist in etwa so groß wie ein durchschnittliches Wohnzimmer. Das Konzept der Sendung ist im Grunde genommen simpel gestrickt, aber vielleicht ist diese schräge Unterhaltung zu später Stunde gerade deswegen so beliebt. Sogar als TV-Konsument fühlt man sich fast wie in der eigenen Stammkneipe. Ina Müller lädt immer zwei halbwegs prominente Gesichter ein, die meist interessante Geschichten aus ihrem Leben zum Besten geben. Dazu wird laufend Gerstensaft gezapft, man singt zusammen und lässt es sich gut gehen. Im Mittelpunkt steht natürlich die Moderatorin, die dem Motto ihrer Sendung alle Ehre macht: „Singen, saufen, sabbeln“. Gerne wuchtet sie sich spontan über die Theke, klaut den Gästen &#8211; gerade mal zwanzig Besucher haben Platz &#8211; die Bierdeckel und grölt ständig mit, wenn Gesang angesagt ist. Erfreulich auch, dass sie in fast jeder Sendung jungen und noch weitgehend unbekannten Musikern die Chance gibt, sich zu präsentieren. Da waren mehrmals erstaunliche Rohdiamanten zu hören, für die sich der Besuch bei Ina Müller im Nachhinein durchaus auszahlen könnte.</p>
<p><strong>„Drunken Sailor“ und hoch die Tassen</strong></p>
<p>Als zusätzliche und fast schon liebenswerte Attraktion hat Ina Müller den Shantychor „Tampentrekker“ eingebaut. Da es aber so eng ist in dem Laden, steht die fidele Gesangsgruppe vor der Kneipe und bringt sich durch´s Fenster stimmtechnisch immer kurz ein, wenn frisches Bier gereicht wird. Dann wird jeweils der Refrain vom „Drunken Sailor“ geschmettert. Wird ein Witz für besonders gut gehalten, schallt es von außen herein: „Witzig, witzig. Heute haben wir gelacht, denn wir sind bei Inas Nacht“. Fertig und hoch die Tassen.</p>
<p>Der Journalist Jörg Isringhaus hat den Erfolg der Sendung von Ina Müller folgendermaßen erklärt: „Ihr Name steht für das homöopathische Stückchen Anarchie, das sich die ARD zu leisten bereit ist“. Das ist wohl wahr. Lange Jahre hatte Harald Schmidt diesen Status inne. Ina Müller wird bereits als seine legitime Nachfolgerin gehandelt.</p>
<p><strong>„Inas Nacht“ &#8211; 4.2.2012 – Volkshaus Zürich. Tickets unter:</strong> <a href="http://www.ticketcorner.ch/" target="_blank">www.ticketcorner.ch</a></p>
<p>Autor: PM/hr</p>
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